Helenenwall Köln
Warum Volt eine Entwicklung mit klaren Bedingungen unterstützt

Foto: Bild KI generiert

Am Helenenwall geht es um die Frage, wie wir eine begrenzte städtische Fläche sinnvoll nutzen können. Köln braucht bezahlbaren Wohnraum, Grünflächen, Arbeitsplätze und Orte der Begegnung. Diese Bedürfnisse müssen gemeinsam betrachtet werden. Deshalb unterstütze ich den von Volt mitgetragenen Ansatz, eine Bebauung an diesem Standort unter klaren Bedingungen weiterzuentwickeln.

Die Entscheidung ist umstritten: Während CDU, SPD, FDP/KSG und Volt das Planungsverfahren unterstützen, lehnen die Grünen die vorgesehene Bebauung mit einem Büro- und Hotelkomplex ab. Ihre Sorge um den Verlust einer Grünfläche verdient eine ernsthafte Auseinandersetzung. Für mich ist entscheidend, welchen nachweisbaren Nutzen eine künftige Entwicklung für das Veedel bringt.

Der Wunsch, an dieser Stelle Wohnungen zu bauen, ist angesichts des Wohnungsmangels verständlich. Allerdings liegt die Fläche unmittelbar an der Severinsbrücke, ihrer Auffahrt und der Siegburger Straße. Die verkehrsbedingten Belastungen sowie die Anforderungen an Schallschutz und ausreichende Beleuchtung sprechen gegen eine klassische Wohnbebauung. Zusätzliche bauliche Anforderungen würden zudem die Wirtschaftlichkeit bezahlbaren Wohnraums erschweren.

Für mich folgt daraus: Wir sollten Wohnungsbau dort voranbringen, wo dauerhaft gute und bezahlbare Wohnbedingungen geschaffen werden können wie z.B. in Kreuzfeld. Ob am Helenenwall ergänzend anteilige gewerbliche Wohnformen möglich sind, soll im weiteren Verfahren geprüft werden. Eine solche Prüfung ersetzt allerdings keine Antwort auf den Bedarf an regulären, bezahlbaren Wohnungen.

Auch der Wunsch nach einer aufgewerteten Grünfläche ist berechtigt. Bestehendes Grün und Bäume dürfen nicht pauschal als wertlos abgetan werden. Die Lage zwischen stark befahrenen Straßen wirft aber Fragen nach der Aufenthaltsqualität auf. Ob hier tatsächlich ein attraktiver Erholungsraum entstehen könnte, muss anhand der konkreten Lärm- und Luftbelastung beurteilt werden. Ebenso muss nachvollziehbar untersucht werden, welche Auswirkungen eine Bebauung auf das örtliche Klima hätte.

Ich halte es deshalb für sinnvoll, die gewerbliche Entwicklung dieser Fläche zu prüfen. Eine funktionierende Stadt benötigt neben Wohnungen auch geeignete Räume für Unternehmen und Beschäftigung. Innenentwicklung kann dazu beitragen, den Druck auf bislang unbebaute Flächen zu verringern. Wirtschaftliche Interessen allein reichen für meine Zustimmung jedoch nicht aus. Das Projekt muss einen erkennbaren Mehrwert für die Nachbarschaft schaffen.

Genau darauf zielt der von Volt gemeinsam mit CDU, SPD und FDP/KSG eingebrachte Änderungsantrag AN/1589/2026. Nach den vorliegenden Angaben wurde er am 1. Oktober im Ausschuss für Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit angenommen. Er verbindet das weitere Verfahren mit Anforderungen, die ich ausdrücklich unterstütze.

Das Gebäude muss sich verträglich in seine Umgebung einfügen. Höhe, Baukörper und mögliche Verschattung müssen sorgfältig geprüft werden, damit die Wohnqualität der Nachbarschaft geschützt wird. Hinzukommen sollen öffentlich zugängliche soziokulturelle Angebote und Begegnungsräume. Ihr Nutzen muss für die Menschen im Veedel konkret erkennbar sein.

Ebenso wichtig sind die Anforderungen an die Klimaanpassung. Dazu gehören die Prüfung öffentlich zugänglicher Dachbegrünung, Fassadenbegrünung und der Erhalt des Baumbestands beziehungsweise eine Kompensation in unmittelbarer Umgebung. Entscheidend ist für mich, dass die Maßnahmen wirksam geplant und verbindlich abgesichert werden. Eine Verbesserung des Mikroklimas muss nachvollziehbar belegt werden.

Auch die Wege durch das Quartier müssen mitgedacht werden: Sichere, direkte und attraktive Verbindungen für den Fuß- und Radverkehr sowie zu den Haltestellen gehören dazu. Die Entwicklung des Deutzer Hafens und die Planung der Sanierung der Severinsbrücke müssen berücksichtigt werden. Außerdem soll der Vorhabenträger zur Weiterentwicklung des Rheinboulevards an dieser Stelle verpflichtet werden.

Eine Vergabe im Erbbaurecht würde ich grundsätzlich begrüßen. Ob sie unter den konkreten Bedingungen umsetzbar ist, muss transparent geprüft und begründet werden.

Meine Unterstützung gilt einem Verfahren mit verbindlichen Qualitätsanforderungen. Der Einstieg in das Qualifizierungs- und Juryverfahren bedeutet für mich keine vorbehaltlose Zustimmung zum späteren Ergebnis. Wenn Klimaanpassung, Nachbarschaftsschutz und öffentlich zugängliche Angebote nicht ausreichend erfüllt werden, muss auch eine Ablehnung möglich bleiben.

Ich heiße diesen Ansatz gut, weil er die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Stadt zusammenführt. Am Helenenwall bietet sich die Chance, wirtschaftliche Entwicklung mit einem konkreten Nutzen für das Veedel zu verbinden. Ob diese Chance tatsächlich genutzt wird, muss die weitere Planung zeigen. Daran werde ich das Projekt messen.

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Bürgerreporter:in:

Dirk Bachhausen aus Köln

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