Kunst, Handwerk und Herzblut
Eindrücke vom 23. Klosterlechfelder Hobby- und Handwerkermarkt 2026

Foto: alle Bilder (c) Wolfgang Weiss
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Es ist Zeit, die Arbeit als Bürgerreporter wieder aufzunehmen – die Sommerpause ist vorbei!
So fand am 6. September 2026 in Klosterlechfeld wieder der beliebte Hobby- und Handwerkermarkt 2026 statt. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: strahlender Sonnenschein für die Augen und die Seele. Beste Voraussetzungen also für die Klosterlechfelder, um zusammenzukommen, interessante Menschen kennenzulernen, zu schlendern und wunderschöne handgefertigte Gegenstände zu entdecken.

Ein Markt mit Charakter und Gemeinschaftssinn
Aus der Vielzahl von rund 30 meist liebevoll gestalteten Ständen habe ich mir vier Stationen herausgepickt, die mich visuell besonders angesprochen haben. Es geht dabei natürlich um keine allgemeine Wertung, sondern um meine individuellen Eindrücke. Neben der Kunst kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz – für Essen und Trinken war bestens gesorgt. Doch wie die Besucherin Michaela treffend anmerkte, die mit ihrem Mann extra über den Markt schlenderte und eine originellen Froschkeramik erstand: Das Essen ist eher zweitrangig. Im Vordergrund steht das Gemeinschaftserlebnis.
Auf die Frage, warum Klosterlechfeld ein so lebenswerter Ort ist, antwortete sie:
„Es gibt hier eine schöne Dorfgemeinschaft und auch in den einzelnen Teilen so eine nachbarschaftlichen Zusammenhalt. Es gibt einfach immer wieder schöne Festivitäten hier im Ort – unser Klassiker ist ja einfach der Pfingstmarkt.“

Auch der Herr Bürgermeister Schneider packte tatkräftig mit an: Da es für den Veteranenverein einen personellen Engpass gab, sprang er kurzerhand ein und übernahm die Kasse am Getränkestand – ein toller Einsatz, der den starken Zusammenhalt im Ort unterstreicht. Ganz der Medienprofi wies er auch auf die weiteren Feste und Veranstaltungen in Klosterlechfeld hin. Die Internetseite des Ortes Klosterlechfeld nennt die Details.

Abgerundet wurde das bunte Treiben auf dem Platz durch liebevoll gepflegte historische Autos und Oldtimer-Motorräder. Einer der Fahrer, der seinen Wagen seit sechs Jahren hegt und pflegt, war der Einladung eines Bekannten gefolgt, um den Besuchern seinen automobilen Klassiker zu zeigen und die Begeisterung dafür zu teilen.

Handwerkskunst mit Liebe zum Detail: Die Stände im Porträt

1. Holzkunst mit Präzision: Günther Eckmaier aus Obermeitingen
Der erste Weg führte mich zu Günther Eckmaier, der kunstvoll gestaltete Gebrauchsgegenstände aus Holz präsentiert. Besonders faszinierend sind seine Arbeiten im japanischen „Kumiko“-Stil, filigrane Muster, die traditionell für Türverzierungen genutzt werden. Neben Schatullen, Untersetzern und Seifenschalen zeigte er meisterhafte Schneidebretter aus Hart-, Lang- und Stirnholz mit aufwendigen 3D-Mustern, die durch exaktes Schneiden und Drehen im 15-Grad-Winkel entstehen.
„Das ist Genauigkeit und Präzision, was ich da mache. Das ist keine schnell hingeschluderte Ware, das ist Qualitätsarbeit“, betont Eckmaier.
Für ein solches Kunstwerk, zu dem auch beleuchtete 3D-Lampen und clevere Upcycling-Dosenabdeckungen gehören, investiert er rund zwei Wochen Arbeitszeit inklusive Wachsen und Ölen. Wer seine Unikate verpasst hat, findet ihn in 14 Tagen auf dem Markt in Langerringen.

2. Holzdesign aus Bobingen: Karl Zobel
Nur wenige Stände weiter traf ich Karl Zobel aus Bobingen, der im Ruhestand seine Leidenschaft für Holzdesign auslebt. Früher im Metallgewerbe tätig, fasziniert ihn heute die Einzigartigkeit des Naturmaterials:
„Man wird da kein Holzstück finden, wo das andere gleicht. Jedes Holzstück hat ein eigenes Leben“, erklärt Zobel.
Verwendet werden überwiegend heimische Hölzer wie Fichte oder Fruchthölzer, die bis zu zwei Jahre (bei Hartholz sogar länger) luftgetrocknet werden. Neben Weihnachtsdekorationen fertigt er auch personalisierte Unikate für Hochzeiten an. Seine Preispolitik ist fair kalkuliert: Ein Drittel Materialkosten, ein Drittel Rücklagen für Maschinen – im Vordergrund steht für ihn klar das Hobby und die Freude an der handwerklichen Qualität.

3. Kreative Stoffunikate: Elke Kaule aus Höchstädt
Farbenfroh und fröhlich ging es am Stand von Elke Kaule zu, die aus Höchstädt an der Donau angereist war. Sie brachte sich das Nähen während der Corona-Zeit selbst bei und fertigt seither wunderschöne Taschen, Kissen und fantasievolle Accessoires.
„Wir bekommen so viele positive Rückmeldungen von der Kundschaft. Die Leute gucken sich die Sachen an und sagen: ‚Das ist super toll gemacht!‘ Man muss gar nichts kaufen, aber das geht schon runter wie Öl“, freut sich die Handwerkerin.
Besonders ins Auge fiel ein kleines, liebevoll gefertigtes Holzbettchen, in dem ein Teddybär schläft. Da sie keinen Online-Shop betreibt, sind ihre handgemachten Unikate direkt auf Märkten wie in den kommenden Wochen in Pfaffenhausen zu ergattern.

4. Hobbytöpferei Jutta Laibacher: Ein Abschied mit Wehmut
Ein besonders emotionaler Anlaufpunkt war für mich der Stand der Hobbytöpferin Jutta Laibacher. Ihr Stand war ein überwältigendes, buntes Meer aus individuellen Tonarbeiten – von originellen Vögeln bis hin zu kunstvollen Kerzenhaltern. Umso bedauerlicher ist es, dass sie ihr Gewerbe aus persönlichen Gründen aufgibt. Ihren Brennofen und ihre Werkzeuge hat sie bereits verkauft, weshalb die hier gesehenen Stücke zu den letzten gehören, die jemals aus ihrer Hand gefertigt wurden. Wer hier noch ein Erinnerungsstück ergattern wollte, hatte nur noch auf den allerletzten Märkten oder direkt in Schwabmünchen die Gelegenheit dazu.
Fazit und Ausblick.

Der Kunsthandwerkermarkt in Klosterlechfeld hat einmal mehr gezeigt, wie viel Herzblut, Kreativität und echtes Handwerk in der Region stecken. Die Künstlerinnen und Künstler betonen unisono, dass es ihnen nicht um schnelles Gewinnstreben geht, sondern um die Freude am Gestalten, die Liebe zum Material und den persönlichen Austausch mit den Besuchern.
Der Rat vieler Aussteller spricht für sich: Schauen Sie sich die Werkstoffe an, spüren Sie die Liebe zum Detail und unterstützen Sie regionales Handwerk und die Kunst, anstatt auf billigen Tand autonymer Produktion zu setzen, der weder qualitativ noch ökologisch überzeugen kann.

Freuen wir uns also schon jetzt auf den nächsten Handwerker- oder Künstlermarkt, wenn es wieder heißt: Staunen, bewundern und handgemachte Kreationen begeisterter Menschen entdecken!

Bürgerreporter:in:

Wolfgang Weiss aus Untermeitingen

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