ELAC OPA Uwe H. Sültz
High Fidelity mit NAKAMICHI FIDELA ELAC THE FISHER HARMAN KARDON - Wie alles begann - Original Equipment Manufacturer
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NAKAMICHI als "Original Equipment Manufacturer":
NAKAMICHI entwickelte Laufwerke und komplette Chassis für andere Musikgeräte-Hersteller (ELAC, Advent, Sonab, Thorn, Goodmans, Sansui, The Fisher, Concord, Leak, Yamaha, Ferguson, Harman Kardon, Sylvania, BASF, Kellar, Bell & Howell, Rank Wharfedale, SABA, Electro Home, KLH, sowie ELAC und weitere… ).
Bislang hat der ELAC OPA als Zeitzeuge der High Fidelity-Ära über Compact Cassetten Recorder ab dem Jahr 1963 bis 1978 berichtet. !963 stellte PHILIPS den weltersten Compact Cassetten Recorder EL 3300 vor, den Lou Ottens mit seinem Team entwickelt hatte. Bereits zu dieser Zeit beobachtete Niro Nakamichi diese für ihn faszinierende Technik. Er war frühzeitig der Meinung, dass er hochwertigere Tonköpfe bauen können würde. Der Antrieb war ja klar, ein Motor treibt mit einem Riemen den Aufwickelteller und die Andruckrolle an, die für den Gleichlauf sorgt. De Andruckrolle dreht mit Hilfe einer Welle, die Capstanwelle genannt wird, mit einem Schwungrad. Der Gleichlauf des Motors und die Trägheit des Schwungrades sorgen für den Gleichlauf. Nun muss aber das Band nach der Andruckrolle aufgewickelt werden. Ist diese Kraft des Aufwickelns zu schwach, kann das Band nach der Andruckrolle nicht schnell genug aufgewickelt werden... es entsteht Bandsalat. Ist die Aufwickelkraft zu stark, zieht der Aufwickelteller am Band, es knittert und längt sich. In unzähligen Beiträgen hat der ELAC OPA dies im Internet erklärt. Dies wird hier nur nochmals angesprochen, da es für die Einordnung wichtig ist, wann hat wer erste Compact Cassetten Recorder in High Fidelity veröffentlicht.
Während Lou Ottens mit PHILIPS seine Recorder weiterentwickelte und 1967 den weltersten STEREO Recorder EL 3312 auf den Markt brachte, entwickelte Niro Nakamichi in Japan seinen ersten Recorder und nannte ihn FIDELA Nr.11, da im Bereich Tonband/Cassettenrecorder die Marke NAKAMICHI noch nicht so geläufig gewesen ist. Sein FIDELA Nr.11 besaß die Bauart, wie von PHILIPS bekannt, eine Kupplung mit einem Filz. Noch einmal zur Erinnerung: Die gesamte Kraft vom Motor/Riemen/Capstan durfte nicht auf den Aufwickelteller übertragen werden, sondern nur in Maaßen. Wer es genauer wissen will: Mathematik und Experimente ergaben, dass die Aufwickelkraft (Dremoment) einen Wert von größer 30 g/cm und kleiner 50 g/cm aufweisen musste, damit das Band nicht beschädigt wird. Jede Fachwerkstatt besaß Drehmoment-Testcassetten. ... NAKAMICHI suchte nun Abnehmer für diesen Recorder, der qualitativ besser als das PHILPS Deck EL 3312 war, um es genau zu sagen, FIDELA Nr.11 erreichte knapp die Hi-Fi-Norm mit bis zu 12.000 Hz und PHILIPS nur bis 10.000 Hz.
Auch wenn in Europa, gerade in Deutschland, die neuen Compact Cassetten Recorder gut ankamen, legte man in den USA mehr Wert auf Qualität. Und NAKAMICHI fasste in den USA zuerst Fuß. Es waren THE FISHER und HARMAN KARDON, beide in New York ansässig, die Compact Cassetten Recorder von NAKAMICHI wollten. Nun war die Frage (auch von KI an den ELAC OPA), wer wurde zuerst beliefert? Wie war die Geschichte ganz genau? Da dem ELAC OPA alle Recorder dieser Anfangszeit vorliegen, mussten, um das genau zu klären, die Recorder zerlegt werden, damit auch die KI die Geschichte akzeptieren kann.
Die Zeit-Linie:
1963 wurde der welterste Recorder PHILIPS EL 3300 auf den Markt gebracht.
1967 stellte PHILIPS den ersten STEREO-Recorder EL 3312 mit bis zu 10.000 Hz vor.
1967 veröffentlichte Niro Nakamichi sein Deck FIDELA Nr.11 mit bis zu 12.000 Hz. Antrieb wie PHILIPS mit Filzkupplung.
1968 veröffentlichte THE FISHER das Deck RC-70. Es war von NAKAMICHI gebaut (altes Emblem auf den Platinen) und wurde
mit einer Filzkupplung ausgestattet. Der Übertragungsbereich lag bei 30 bis 12.000 Hz.
Bereits kurz nach der Veröffentlichung stellte Niro Nakamichi seine neue einstellbare Kupplung vor. Nur Monate später
kam das THE FISHER RC-75 auf den Markt.
1969 stellte HARMAN KARDON sein von Niro Nakamichi gefertigtes Deck CAD 4 vor. 20 bis 12.000 Hz. Da nun gefragt wurde, welches Deck zuerst da war? Hier die Antwort: Das CAD 4 besaß schon die neue einstellbare Rutschkupplung. Somit war
das THE FISHER RC-70 zuerst auf dem Markt.
1970 DOLBY wurde für Compact Cassetten Recorder eingesetzt. Sofort wollte THE FISHER diese Technik. Niro Nakamichi fertigte das RC-80 an. Frequenzbereich: 30 bis 12.000 Hz.
1971 Henry Kloss baute seinen Recorder ADVENT 200 mit NAKAMICHI Laufwerk. Er setzte nun das Rauschunterdrückungs-
system DOLBY ein, das hatte das RC-80 ja auch, aber nun gab es das erste Chromdioxid-Band. Und genau das brachte
den Gesamterfolg, denn die HiFi-Schwelle war durchbrochen. 20 bis 15.000 Hz.
Kurze Zeit später, noch im Jahr 1971, brachte THE FISHER das Deck RC-80 B heraus, mit DOLBY und Chrom. 20 - 15 kHz.
Ab jetzt ging es Schlaf auf Schlag:
HARMAN KARDON stellte das CAD 5 mit 30 bis 15.000 Hz vor. NAKAMICHI baute für weitere Marken OEM (Original Equipment Manufacturer) Recorder oder lieferte nur Laufwerke.
1973 Ein besonderes Deck ist das puristische ELAC CD 400 gewesen. Es besaß nur eine Chromdioxid-Umschaltung. Es erreichte aus dem Stand 20 bis 15.000 Hz. Angekündigt wurde ein NAKAMICHI 70 als Prototyp (ELAC wollte es aber als
CD 400, später verzichtete ELAC auf den Namen CD 600, denn NAKAMICHI wollte ein eigenes 500er. Aber darüber hat
der ELAC OPA bereits ausführlich berichtet). ... Wieder arbeitete Niro Nakamichi an einem verbesserten Tonkopf.
Sein FGC Kopf (ELAC OPA berichtete) wurde auch zum Schluss in den Decks CD 400 eingesetzt.
Kurz nach dem Erscheinen des CD 400 erschien das CD 500 mit DOLBY Schaltung. Auch dieses Deck bekam zum Schluss
der Serie den neuen Kopf.
1976 Die Endphase dieser Baureihe ab 1968 war das ELAC CD 520 mit DOLBY und DNL. Es gab es in Nussbaum und Weiß.
1977 Die Holzzargenfarbe Schwarz konnte nun geordert werden.
1978 trennten sich die Wege von ELAC und NAKAMICHI.
Bürgerreporter:in:R. G. Wardenga aus Königsborn |
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