Dialekt und Platt
S`Karlchen von Hatzfeld - ein Auszug von Wolfram Dreier
- Hatzfelder Dialekt "S`Karcha un sei ahle Oma"
- hochgeladen von Rainer Mengel
Wer spricht noch Dialekt?
In vielen ländlichen Regionen und bei älteren Generationen ist der Dialekt nach wie vor lebendig und prägt den Alltag der Menschen. Besonders in Dörfern und kleineren Gemeinden wird der Dialekt häufig im privaten Umfeld, beim Einkaufen, beim Treffen mit Nachbarn oder bei traditionellen Festen gesprochen. Für die älteren Generationen ist der Dialekt oft ein wichtiger Teil ihrer Identität und ihres kulturellen Erbes, das sie gerne an ihre Kinder und Enkel weitergeben.
Allerdings ist die Weitergabe des Dialekts an die jüngere Generation in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Das liegt vor allem an der zunehmenden Bedeutung der Hochsprache, die in Schule, Medien und offiziellen Situationen verwendet wird. Viele Eltern sprechen zuhause Hochdeutsch, um ihre Kinder auf die Schule und das Berufsleben vorzubereiten, wodurch der Dialekt im Alltag weniger präsent wird. Zudem beeinflusst die zunehmende Mobilität und die Nutzung moderner Kommunikationsmittel, dass die Jugendlichen häufiger Hochdeutsch oder sogar Fremdsprachen sprechen, was die Weitergabe des Dialekts erschwert.
Trotzdem gibt es noch immer Gemeinschaften und Initiativen, die den Dialekt bewahren und fördern. In manchen Regionen gibt es Dialektfeste, Sprachkurse oder kulturelle Veranstaltungen, bei denen der Dialekt aktiv genutzt und gepflegt wird. Auch in der Musik, im Theater oder in lokalen Medien findet der Dialekt manchmal Verwendung, um die regionale Identität zu stärken und das kulturelle Erbe lebendig zu halten.
Insgesamt lässt sich sagen, dass der Dialekt vor allem bei älteren Menschen in ländlichen Gegenden noch regelmäßig im Alltag gesprochen wird. Bei den jüngeren Generationen ist er zunehmend eine Sprache der Erinnerung und des kulturellen Erbes, die es zu bewahren gilt, um die Vielfalt und den Reichtum regionaler Identitäten zu erhalten.
Der schon verstorbene Wolfram Dreier hat viele Seiten des Hatzfelder Dialekt geschrieben. Die Leitperson war immer
"das Karlchen".
Zwei Seiten geben einen Einblick des Dialektes von Hatzfeld.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Karlchen und seine alte Oma
Die Zeit geht rum
und darum
hats Karlchen seit gestern den Führerschein.
Er schaltet viel mit den Gängen rum
und darum
sagt die alte Oma:
„Laß endlich beide Hände um
das Lenkrad drum,
das Benzin rühr ich schon um!“
-------------------------------------------------------------------
S`Karlcha un sei ahle Oma
De Zeit gitt rim
Un drimm
Höts Karlcha seit gastan da Fihrerschein.
Hä schaldet vel mid da Gänge rimm
Un de ahle Oma:
"Löß andlich bäre Hanne im
Dos Lenkrod drimm,
Dos Pennzihn rihr ech scho im!"
------------------------------------------------------------------
Das Karlchen liegt schon im Bett
Feierabend in Hatzfeld
Zu Abend läutet die Kirche.
Auf der Burg scheint die Sonne ein wenig noch auf die Lärche.
Die letzten Wagen kommen vom Feld-
rattern übers Pflaster.
Ein paar stehen vorm Haus reden vom Wetter,
rauchen die Feierabendpfeife.
Die Schwalben schnappen noch paar Mücken-
und ruhig fließt die Eder unter der Brücke.
Langsam sieht das Dunkel da den Himmel zu
schon ist sie da die Nacht mit ihrem Frieden
und die große Ruh.
Eigentlich ist es überall so in der Welt.
Aber ich träume davon.
Aber ich lebe da
im Herzen ist das Zuhause.
So wie ich rede
in dem schönen Hatzfeld
----------------------------------------------------------------------
S`Karlcha läjet scho im Bedde
Feiaowend i Hatzfald
Ze owend lött de Kerche.
O da Borg scheint de Sunne a wink noch uff de Lärche.
De letzde Wahna kumma vohm Fald -
Raddern iwas Plasta.
E Poar stieh ferm Haus, schwatza vohm Wera,
Röcha da Feiaowendknasta.
De Schwalcha schnabba noch poor Megge -
Un rühig fließt de Ara enger da Bregge.
Langsam sieht dos Dunkel da da Himmel zü.
Scho äs se do de Nocht mid ehrem Friera
Un de große Rüh.
Ejentlich erres iwaall so i da Walt.
Awa ech dräma dovo.
Awa ech läwete do.
Im Herza äs dos Dehäme.
So wie ech schwatza.
I dam schiene Hatzfald.
Bürgerreporter:in:Rainer Mengel aus Hatzfeld (Eder) |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.