Funde zeugen vom Leben auf der Burg
Das leben auf Burg Hatzfeld
- Geschenk von Wallfahrtsorten oder Märkten - Jesuskind aus Pfeifenton von Burg Hatzfeld
- hochgeladen von Rainer Mengel
Das leben auf Burg Hatzfeld, bezeugt durch archäologische Funde.
Das Leben auf Burg Hatzfeld im Mittelalter war geprägt von einer Vielzahl kultureller, handwerklicher und sozialer Aktivitäten, die durch archäologische Funde anschaulich dokumentiert werden können.
Alltagsleben und Handwerk
Die Entdeckung von Tonfigürchen aus weißem Pfeifenton, die möglicherweise in Köln hergestellt wurden, weist auf die Verbreitung von religiösen und kulturellen Praktiken hin. Diese Statuetten fanden ihren Weg von Wallfahrten oder Märkte in die Haushalte der Burgbewohner und könnten als Teil von Hausaltären oder als Geschenke, beispielsweise zur Geburt eines Kindes, gedient haben. Dies zeigt, dass das Leben auf Burg Hatzfeld nicht nur von militärischen Belangen geprägt war, sondern auch von familiären und spirituellen Aspekten.
Mit dem Aufkommen des Tabakkonsums im frühen 17. Jahrhundert erlebte das Handwerk der Pfeifenherstellung einen Aufschwung. Im Westerwald, einem der wichtigsten Zentren für die Herstellung von Pfeifen aus diesem speziellen Ton. Viele dieser Pfeifen wurden auf Burg Hatzfeld gefunden.
Die Spielkugeln, die als Murmeln bekannt sind und ebenfalls auf Burg Hatzfeld gefunden wurden , deutet darauf hin, dass Kinder auf Burg Hatzfeld mit diesen Murmeln spielten, was eine wichtige Freizeitbeschäftigung darstellt und die sozialen Interaktionen unter den Kindern der Burg zeigt.
Die Funde von Spinnwirteln aus dem 13. Jahrhundert belegen die handwerklichen Fähigkeiten der Burgbewohner. Diese Wirtel waren essenziell für die Textilproduktion, und ihre Präsenz lässt darauf schließen, dass das Spinnen und Weben von Stoffen ein bedeutender Teil des täglichen Lebens war. Dies könnte auf eine gewisse Selbstversorgung und die Bedeutung von Textilien für den Handel und den wirtschaftlichen Status der Burg hindeuten.
Kulinarische Aspekte
Die kulinarischen Funde, insbesondere Knochen von Wildschweinen, deuten auf eine Ernährung hin, die stark von der Jagd geprägt war. Festmahle, bei denen Hirschgulasch und Wildschweingulasch serviert wurden, spiegelten den sozialen Status und die Jagdfähigkeiten des Adels wider. Solche Gerichte waren nicht nur nährend, sondern auch Ausdruck von Reichtum und gesellschaftlichem Ansehen.
Die Fastenregeln, die während bestimmter Zeiten des Jahres beachtet werden mussten, hatten einen großen Einfluss auf die Ernährung der Menschen. Während der Fastenzeit waren nur pflanzliche Produkte erlaubt, und die Menschen mussten ihre Essgewohnheiten stark einschränken. Dies führte zu einer interessanten kulinarischen Vielfalt, die sich auf die Verwendung von Trockenfrüchten, Mehlspeisen und bestimmten Fischen konzentrierte. Die Funde von Edermuscheln auf der Burg belegen, dass die Bewohner kreativ mit den erlaubten Nahrungsmitteln umgingen und sich vermutlich an die strengen Regeln anpassten.
Fazit
Insgesamt lässt sich aus den Funden und den damit verbundenen Praktiken ein facettenreiches Bild des Lebens auf Burg Hatzfeld zeichnen. Die Kombination aus handwerklichem Geschick, kulinarischen Traditionen und sozialen Normen zeigt, dass die Bewohner der Burg in einem dynamischen und kulturell reichen Umfeld lebten, das sowohl den Herausforderungen des Alltags als auch den Freuden des Lebens Rechnung trug.
Bürgerreporter:in:Rainer Mengel aus Hatzfeld (Eder) |
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