Neue Sonderausstellung
Im Landesmuseum treffen Zootiere und Kunst aufeinander

Gruppenbild mit Tiger: Direktorin Katja Lembke (l.) mit ihren Mitarbeiterinnen in der neuen Ausstellung "Wechselwelten".
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  • Gruppenbild mit Tiger: Direktorin Katja Lembke (l.) mit ihren Mitarbeiterinnen in der neuen Ausstellung "Wechselwelten".
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Damit haben Kunstinteressierte sicherlich nicht gerechnet. In den Kunstwelten des NiedersächsischenLandesmuseums Hannover begrüßt derzeit ein großer ausgestopfter Tiger die Besucher mit funkelnden Glasaugen. Das schöne Tier ist Teil einer neuen Sonderausstellung. Die Direktorin des Landesmuseums, Prof. Dr. Katja Lembke, präsentierte heute (25. Juni) ein neues Ausstellungsformat. „WechselWelten“ heißt das besondere Angebot, dass immer wieder einmal die Dauerausstellung verändern wird. Es handelt sich um ein Konzept für kleinere Ausstellungen und Interventionen, die Raum für interdisziplinäre Perspektiven und überraschende Begegnungen zwischen den Sammlungen des Hauses, externen Leihgaben und zeitgenössischen künstlerischen Positionen schaffen. Die Wechselwelten sollen dazu einladen, so das Museum, „Sammlungen und Themen in ungewohnten Kontexten neu zu entdecken.“

Den Auftakt bildet die auf zwei Räume in den Kunstwelten verteilte neue Sonderschau „»Im Zoo. Künstlerische Perspektiven des 20. Jahrhunderts«. Hier werden Naturkunde und Kunst miteinander verbunden. Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung stehen Werke des Impressionisten Max Slevogt (1868–1932) und der Fotografin Candida Höfer (*1944). Beide Künstler widmen sich dem Zoo als Ort der Begegnung zwischen Mensch und Tier, gelangen dabei jedoch zu völlig unterschiedlichen Bildwelten. Und zwischen ihren Bildern stehen die Präparate von verschiedenen Tieren aus dem Zoo: Papageien, Tiger, ein Leopardenjunges.

Während Slevogt in seinen Gemälden und Zeichnungen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sind, die Lebendigkeit der Tiere einfängt und die Grenzen der Käfige nahezu auflöst, rücken in Höfers Fotografien aus den 1990er Jahren die Gehege, Gitter und architektonischen Strukturen in den Vordergrund. Die Gegenüberstellung zeigt, wie unterschiedlich ein und dasselbe Motiv interpretiert werden kann und wie sehr unsere Wahrnehmung vom Blickwinkel abhängt. Ergänzt werden die Kunstwerke durch ausgewählte Tierpräparate aus der naturkundlichen Sammlung des Museums. So entsteht ein spannungsreicher Dialog zwischen dem beobachteten, dem ausgestellten und dem konservierten Tier. Die Ausstellung lädt dazu ein, über die Darstellung von Tieren, die Geschichte des Zoos und die Frage nachzudenken, wie der Mensch Natur wahrnimmt und gestaltet.

»Besonders beeindruckt hat mich das Bild des eingesperrten Löwen, das Candida Höfer 1993 im Hannoveraner Zoo gemacht hat. Es zeigt die Tristesse in einer feindlichen Umwelt: viel zu kleine Käfige, Beton statt Grün. Ganz anders ist dagegen der Blick von Max Slevogt, als er 1901 den Frankfurter Zoo besucht: Er sieht die animalische Schönheit, das Licht und die Farben. Mit dieser Schau wollen wir nicht nur Kunst zeigen, sondern auch den Wandel von der reinen Zurschaustellung für Menschen zum Fokus auf das Tierwohl, für den heute die Zoos stehen«, erzählt die Museumsdirektorin Prof. Dr. Katja Lembke.

Der Besuch der Ausstellung ist im regulären Museumseintritt inbegriffen. Und ab dem 7. Juli 2026 für 15 € ein Katalog zur Ausstellung im Museumsshop erhältlich
 
Die Mitarbeiter des Museums haben zu der neuen Ausstellung auch ein Begleitprogramm entwickelt. Am Freitag, den 26.6. und am 18.9.2026 jeweils um 15:00 Uhr heißt es: „Der Löwe ist los! Familienführung durch »Im Zoo«. Leonie Appl und Swantje Wurl wollen gemeinsam mit den Besuchern – es ist ein Angebot für die ganze Familie - mit allen Sinnen auf Erkundungstour gehen: „Welche wilden Tiere könnt ihr in den Bildern entdecken? Anschließend werden wir kreativ und gestalten in einem Überraschungsworkshop ein Kunstwerk zum Mitnehmen“, heißt es in der Ankündigung. Am Freitag, den 14. August laden ebenfalls ab 15 Uhr die Kuratorinnen der WechselWelten-Ausstellung zu einer gemeinsamen Erkundung der künstlerischen Ausdrucksformen zum Themenspektrum Zoo ein. Dabei wird ein Schwerpunkt auf Slevogts Grafiken gelegt. Anschließend darf sich in einem Kurzworkshop selbst zeichnerisch ausprobiert werden.

Bürgerreporter:in:

Jens Schade aus Hannover-Döhren-Wülfel-Mittelfeld

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