Berberlöwen
Berberlöwen sind in freier Natur längst ausgerottet - aber im Erlebniszoo Hannover kann man ihnen nahe sein
- Der Berberlöwe macht als "König der Tiere" seinem Namen alle Ehre.
- Foto: Christel Wolter
- hochgeladen von Kurt Wolter
Wie immer und überall auf der Welt, leistet der Mensch oft „ganze Arbeit“. So leider nicht nur bei der Ausrottung von Klein-, sondern auch von Großtieren. Überall, wo der Mensch auch hinkam und Land besiedelte, starben schon bald ganze Tierarten aus. Ob es das elefantenschwere Riesenfaultier Amerikas war, der Auerochse Eurasiens, das Wollnashorn, der riesige Höhlenbär, die Säbelzahnkatze, der Riesenhirsch, der Tasmanischen Beutelwolf und der bis zu 700 Kilogramm schwere Elefantenvogel auf Madagaskar, um nur einige zu nennen. Auch zum Aussterben des Mammuts hat wohl nicht nur eine Klimaveränderung beigetragen, sondern nicht ganz unerheblich auch unsere früheren Vorfahren. Und bis heute hat sich an dieser Situation nichts geändert. Wieder sorgt das zweibeinige Säugetier mit dem aufrechten Gang für die Bedrohung ganzer Populationen. Es ist das größte Raubtier, das die Erde je gesehen hat, und es bedient sich dabei oft perfider Mittel.
Eine Tierart davon, die man sich prächtiger kaum vorstellen könnte, steht längst wieder auf der langen Liste der bedrohten Tiere. Und ob die wenigen Exemplare, die es davon noch gibt, für ein dauerhaftes Überleben ausreichen werden, ist sehr fraglich. Das ist der Berberlöwe, der sich wegen seiner Mähne, die sich über den gesamten Bauch erstreckt, von den anderen Löwen, die südlich der Sahara leben, unterscheidet.
Einst war der Berberlöwe, der auch Atlaslöwe genannt wird, über fast ganz Nordafrika verbreitet, von Libyen bis Marokko. Und in diesem Königreich wurde der Letzte in freier Wildbahn im Jahr 1942 im Hohen Atlas von einem Wilderer erlegt. Seitdem gibt es die Tiere nur noch in Zoos. Ob es allerdings reinblütige sind, das lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, wurden sie doch auch mit anderen Löwen gekreuzt. Es wurden aber auch „normale“ Löwen so gezüchtet, dass sie dem Aussehen von Berberlöwen ähneln. So ist alles sehr vage, und auch Genanalysen konnten nicht wirklich Aufschluss geben.
Geschätzt gibt es weltweit nur noch etwa 90 Berberlöwen. Und jeder der wenigen Zoos, die an der Zucht dieser Tiere teilnehmen, kann sich deswegen glücklich schätzen. So auch der Erlebniszoo Hannover, in dem es vor zwei Jahren Nachwuchs gegeben hat, der dann, um Inzucht zu vermeiden, an andere Zoos weitergeben wird. So stammen die Löweneltern in Hannover aus dem Zoo von Rabat in Marokko. Dort hatte in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts glücklicherweise König Hassan II. ein Zuchtprogramm für Berberlöwen aufgelegt, von dem wohl die meisten der noch lebenden Tiere abstammen.
Wir können nur hoffen, dass diese prächtigen Tiere in Zukunft überleben werden. Es wäre dramatisch und äußerst traurig, wenn dieses nicht gelänge und sollten die Berberlöwen, wie viele andere Arten zuvor, für immer von der Erde verschwinden. Wir sollten das Leben aller Tiere mehr wertschätzen und alles dafür tun, dass sie erhalten bleiben.
Bürgerreporter:in:Kurt Wolter aus Hannover-Bemerode-Kirchrode-Wülferode |
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