Wenn KI und Live-Musik zusammenfinden
Velvet Vulture zeigen die Zukunft der Live Musik
- Velvet Vulture skizzieren die Zukunft der Musik. Ein perfektes Zusammenspiel von KI mit Live Musik und einer KI unterstützten Bühnenshow mit zwei großartigen Sängerinnen. Dazu ein Gesamtkonzept, das konsequent umgesetzt wird.
- Foto: Velvet Vulture
- hochgeladen von Peter Hellbeck
Künstliche Intelligenz auf der Bühne, echte Instrumente in den Händen des Masterminds der Gruppe und mit Stefanie Obrecht und Anita Krcal zwei Sängerinnen, die mit ihren Stimmen überzeugen: Die österreichische EDM-Formation Velvet Vulture hat im Bunker Club vorgeführt, wie sich moderne Technologie und menschliches Können zu einer außergewöhnlichen Live-Show verbinden lassen.
Wer bei elektronischer Musik an einen DJ denkt, der hinter seinem Mischpult steht und auf den richtigen Moment für den nächsten Übergang wartet, bekam bei Velvet Vulture ein ganz anderes Bild zu sehen. Die österreichische Formation machte ihren Auftritt im (österreichischen) Bunker Club zu einer musikalischen und visuellen Reise ins Weltall. Dabei war künstliche Intelligenz nicht bloß ein Hilfsmittel im Hintergrund, sondern Teil eines Gesamtkonzepts, das von der Bühnengestaltung über die Lichtshow bis hin zur musikalischen Umsetzung reichte.
Schon die Bühne machte klar, dass dieser Abend unter einem besonderen Vorzeichen stand. Die Installation erinnerte an ein Raumschiff, das DJ-Pult wirkte wie dessen Kommandostand. KI-gestützte Steuerung half dabei, die Weltraumkulisse zum Leben zu erwecken und das Lichtkonzept mit der Show zu verbinden. Statt einfach nur Songs abzuspielen, entstand so eine Inszenierung, in der Musik, Licht und Raum miteinander zusammenspielten.
Wenn die Technik weitermacht, während der Musiker schon beim nächsten Instrument ist
Besonders spannend wurde es dort, wo die Technik nicht einfach eine Aufgabe übernahm, sondern dem Musiker neue Möglichkeiten eröffnete. Am DJ-Pult setzte Velvet Vulture Gründer Stefan Strolz auf eine Mischung aus klassischer Live-Performance und KI-Unterstützung. Auch sonst wurde auf der Bühne deutlich, dass sich die Grenzen zwischen Instrument, digitaler Produktion und automatisierter Weiterführung zunehmend verschieben.
Ein Beispiel dafür war das Keyboard: Strolz spielte die Passagen zunächst selbst, während die KI-gestützte Technik die musikalische Linie anschließend weiterführte. So blieb der Klang in Bewegung und veränderte sich sogar, obwohl der Künstler seine Aufmerksamkeit bereits dem nächsten Instrument widmen konnte. Der DJ der Formation wechselte zwischen den Aufgaben, kümmerte sich um den weiteren musikalischen Ablauf und griff schließlich selbst zur Trommel, um den Rhythmus live mitzugestalten. DAS ist wohl die Zukunft der Musik, eine perfekte Symbiose zwischen menschlichem Können und dem Einsatz von KI Technik.
Gerade in solchen Momenten zeigte sich, worin der Reiz dieser Arbeitsweise liegt. Die Technik nahm dem Musiker nicht einfach das Spielen ab. Sie ermöglichte ihm vielmehr, mehrere musikalische Ebenen miteinander zu verbinden und innerhalb eines Auftritts zwischen unterschiedlichen Rollen zu wechseln. Aus dem klassischen DJ-Set wurde eine Performance, bei der elektronische Produktion, Instrumentenspiel und KI-gestützte Abläufe ineinandergreifen.
Das verlangt allerdings auch ein gutes Gespür für Timing und Zusammenspiel. Denn selbst wenn einzelne Abläufe technisch unterstützt werden, muss der Mensch entscheiden, wann er eingreift, wann er wechselt und wie sich die verschiedenen Elemente zu einer stimmigen Show verbinden lassen. Die Technik kann Möglichkeiten schaffen, doch sie muss sinnvoll eingesetzt werden.
Zwei Sängerinnen, die keine künstliche Verstärkung ihres Könnens brauchen
Bei aller Technik gab es im Bunker Club einen weiteren Faktor, der für den Auftritt entscheidend war: die beiden Sängerinnen von Velvet Vulture. Sie bewiesen, dass eine aufwendige digitale Inszenierung und überzeugender Live-Gesang bestens zusammenpassen.
Ihre Stimmen brachten eine menschliche Komponente in die Show, die sich nicht durch Lichteffekte oder automatisierte Abläufe ersetzen lässt. Während im Hintergrund digitale Systeme und elektronische Klänge das musikalische Fundament bildeten, konnten die Sängerinnen mit ihrem tatsächlichen Können überzeugen. Genau diese Verbindung machte den Auftritt interessant: Hier wurde nicht versucht, den Menschen hinter der Technik verschwinden zu lassen. Vielmehr standen beide Seiten nebeneinander und ergänzten einander.
Velvet Vulture zeigen damit einen Weg, wie elektronische Live-Musik künftig aussehen kann. KI muss nicht zwangsläufig als Ersatz für Musiker verstanden werden. Sie kann auch ein Werkzeug sein, mit dem Künstler ihre musikalischen und visuellen Ideen erweitern. Entscheidend ist, ob daraus ein überzeugendes Gesamterlebnis entsteht und ob die Menschen auf der Bühne weiterhin eine erkennbare Rolle spielen.
Eine Band mit einer Mission aus dem Weltall
Dass Velvet Vulture ausgerechnet eine Weltrauminszenierung für ihre Show gewählt haben, passt zum grundsätzlichen Konzept der österreichischen Formation. Ihre Musik betrachtet die Erde und das Leben auf unserem Planeten aus der Perspektive von Außerirdischen. Schon die erste LP „Planet Earth“ machte diese ungewöhnliche Idee zum zentralen Bestandteil des Projekts. Auch die aktuelle Single „Wild and Wonderful“ führt diesen Gedanken weiter.
Im Bunker Club wurde daraus ein stimmiges Bühnenkonzept. Die futuristischen, teilweise an „Star Trek“ erinnernden Kostüme, das Raumschiff-Design und die computergestützte Inszenierung griffen ineinander. Gleichzeitig präsentierte die Band neben bereits veröffentlichten Songs mehrere bislang unveröffentlichte Titel, darunter „We Are Not Alone“, „Blue“, „Let It Shine“ und „When the Rivers Run Dry“. Gerade der Track "Let it shine" fiel dabei besonders auf - da kündigt sich ein weiterer Chart-Hit an! Auch exklusive Remixe, die bislang nur bei Live-Auftritten eingesetzt werden, gehörten zum Programm.
Dass Velvet Vulture dabei nicht nur musikalisch, sondern auch technisch experimentieren, ist Teil ihrer Ausrichtung. Die Formation verbindet sowohl Live als auch in der Produltion elektronische Dance-Musik mit einer eigenen visuellen Welt und nutzt moderne Möglichkeiten, um diese auch auf der Bühne umzusetzen.
Dazu passt der aktuelle Erfolg von „Wild and Wonderful“ in den deutschen Hörercharts „Die Hörercharts“. Nach drei Wochen in der Wertung verbesserte sich die Single von Platz sechs auf Rang zwei. Nur die ebenfalls aus Österreich stammende Formation DJ Dominik Wachta & friends mit „A Love from another Dimension“ lag in der betreffenden Woche noch vor Velvet Vulture.
Der Auftritt im Bunker Club zeigte damit gleich mehrere Seiten der Band: neue Musik, eine konsequent durchdachte Show und den Versuch, KI nicht als Selbstzweck einzusetzen, sondern als Teil einer musikalischen Performance. Velvet Vulture machen deutlich, dass moderne Technik und menschliches Können keine Gegensätze sein müssen. Wenn die Abstimmung stimmt, kann die Technik dem Musiker sogar mehr Raum geben, sich auf das zu konzentrieren, was eine Live-Show letztlich ausmacht: den Moment, die Musik und die Verbindung zum Publikum.
Bürgerreporter:in:Peter Hellbeck aus Hamburg |
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