HENGE: Die wohl verrückteste Band
Musik aus einer "anderen Welt"

HENGE bietet Musik von einer anderen Welt und erobert damit diese Welt im Sturm | Foto: Pawel86/pixabay
  • HENGE bietet Musik von einer anderen Welt und erobert damit diese Welt im Sturm
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Wenn plötzlich vier Außerirdische auf einer Festivalbühne auftauchen, könnte man zunächst an einen besonders wilden Kostümabend denken. Bei HENGE ist das allerdings Teil des Programms. Die britische Musikgruppe aus Manchester behauptet nämlich ziemlich selbstbewusst, nicht von dieser Welt zu sein. Ihre Musik, ihre Figuren und ihre komplette Bühnenshow drehen sich um eine ziemlich schräge Reise durchs Weltall.

Und das Verrückte daran: Hinter der skurrilen Geschichte steckt eine tatsächlich ziemlich außergewöhnliche Band.

HENGE wurde 2015 in Manchester gegründet. Die Musiker treten nicht einfach unter ihren bürgerlichen Namen auf, sondern verwandeln sich auf der Bühne in die Figuren Zpor, Goo, Grok und Nom. Frontmann Matthew Whitaker wird zu Zpor, Bassist Pete Turner zu Goo, Roy Medhurst steht als Grok an den Synthesizern und Schlagzeuger Sam Draper schlüpft in die Rolle von Nom.

Die Band bezeichnet ihren musikalischen Stil selbst als „Cosmic Dross“. Eine genaue deutsche Übersetzung wäre ungefähr „kosmischer Schrott“ und der Name passt erstaunlich gut. HENGE mischen elektronische Musik, Psychedelic Rock, Progressive Rock, Funk und jede Menge Synthesizer zu einem Sound, der sich nur schwer in eine normale Schublade stecken lässt. Mal klingt es nach einer durchgedrehten Weltraum-Rave, dann wieder nach einer Rockband, die irgendwo zwischen Science Fiction und psychedelischem Trip verloren gegangen ist.

Auch die Geschichte hinter der Band ist Teil des Gesamtkunstwerks. Zpor stammt angeblich vom Planeten Agricular und soll nach dem Untergang seiner Heimatwelt durch das Universum gereist sein, bevor er auf der Erde landete. Goo kommt laut der HENGE-Geschichte von der Venus. Nom wiederum soll von einem anderen Planeten stammen. Grok übernimmt die Rolle desjenigen, der dafür sorgt, dass die musikalischen Botschaften der außerirdischen Besucher überhaupt von uns Menschen verstanden werden können.

Natürlich ist das alles eine große Portion Science Fiction. Genau darin liegt aber der Charme von HENGE. Die Band nimmt ihre eigene Geschichte offensichtlich ernst genug, um daraus eine komplette Bühnenwelt zu bauen, aber gleichzeitig so verspielt, dass man sich dem absurden Spaß kaum entziehen kann.

Musikalisch sind HENGE dabei deutlich mehr als eine reine Comedyband. Bereits ihre erste EP „Cosmic Dross“ erschien 2017. 2018 folgte mit „Attention Earth!“ das erste Album. Danach kamen unter anderem „ExoKosm“, „Alpha Test 4“ und 2025 das Album „Journey to Voltus B“.

Gerade live entfaltet HENGE seine ganze Wirkung. Die Musiker stehen in ihren aufwendigen Alienkostümen auf der Bühne, während elektronische Sounds, Rock, psychedelische Elemente und treibende Rhythmen ineinanderlaufen. Dazu kommt eine gehörige Portion britischer Humor. Wer bei einem normalen Rockkonzert also schon alles gesehen zu haben glaubt, könnte bei HENGE durchaus noch überrascht werden.

Dabei haben die Außerirdischen sogar eine Botschaft. HENGE verbindet die verrückte Science Fiction Geschichte immer wieder mit Themen wie Frieden, Umwelt und der Zukunft der Menschheit. Der Song „Demilitarise“ richtet sich beispielsweise gegen Krieg. Die Band verpackt solche Themen allerdings nicht in einen erhobenen Zeigefinger, sondern in eine ziemlich abgefahrene musikalische Reise durchs All.

Und offenbar funktioniert das Konzept. HENGE hat sich vor allem auf Festivals einen Namen gemacht und tourt längst international. Für 2026 und 2027 hat die Band sogar eine Tour mit 75 Terminen durch Großbritannien, Europa, Kanada, die USA und Mexiko angekündigt.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke von HENGE. Man muss die Band nicht unbedingt verstehen. Man kann einfach zuschauen, wenn vier angebliche Wesen aus den Tiefen des Universums ihre Instrumente auspacken und anfangen, eine Mischung aus Rock, Elektronik und psychedelischem Wahnsinn zu spielen.

Und sollte Zpor irgendwann tatsächlich behaupten, die Erde sei für die Menschheit nicht mehr zu retten und die nächste Reise gehe nach Voltus B, wäre man bei HENGE vermutlich nicht einmal besonders überrascht.

Schließlich sind sie ja angeblich nicht von hier.

Bürgerreporter:in:

Peter Hellbeck aus Hamburg

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