Wirtschaft blickt etwas optimistischer in Zukunft
IHK-Regionalversammlung (RV) Günzburg stellt Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfragen und ihre Positionen zur Kommunalwahl vor

Oliver Stipar, Regionalgeschäftsführer Westschwaben (links), Petra Fischer-Steber, Vorstand RV Günzburg (Mitte), Hermann Hutter, Vorstandsvorsitzender RV Günzburg (rechts). Foto: myheimat
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  • Oliver Stipar, Regionalgeschäftsführer Westschwaben (links), Petra Fischer-Steber, Vorstand RV Günzburg (Mitte), Hermann Hutter, Vorstandsvorsitzender RV Günzburg (rechts). Foto: myheimat
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Die Stimmung der Wirtschaft im Landkreis Günzburg hat sich zum Jahresbeginn 2026 leicht verbessert. Der IHK-Konjunkturindex, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen abbildet, steigt im Vergleich zum Herbst 2025 um 3 auf 96 Punkte. „Die etwas bessere Stimmung ist ein Vertrauensvorschuss der IHK-Mitgliedsunternehmen an die Politik. Neben den angekündigten Reformen im Bund erhoffen sich viele Unternehmen neue Wachstumsimpulse aus ihren Rathäusern und Landratsämtern“, stellt Hermann Hutter, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Günzburg mit Blick auf die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage und den bayerischen Kommunalwahlen im März fest. Petra Fischer-Steber, Vorstandsmitglied der IHK-Regionalversammlung, ergänzt: „Eine Konjunkturentwicklung auf diesem niedrigen Niveau darf uns angesichts der zahlreichen Risiken nicht zufrieden stellen. Es bleibt die Aufgabe der Politik für wachstumsfördernde Rahmenbedingungen hin zu einer echten Wirtschaftswende zu sorgen.“

Vom 5. bis 16. Januar 2026 hat die IHK Schwaben einen auch regional repräsentativen Querschnitt ihrer Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen zu aktueller Lage, Erwartungen und den größten konjunkturellen Risiken befragt. Bereits im Herbst 2025 hat die IHK-Regionalversammlung Günzburg, die 9.140 Unternehmen im Landkreis Günzburg vertritt, die Positionen der regionalen Wirtschaft zur Kommunalwahl 2026 beschlossen.

Stimmung hellt sich etwas auf
Mit 96 Punkten ist der IHK-Konjunkturindex für den Landkreis Günzburg gegenüber der letzten Konjunkturumfrage zwar leicht gestiegen (3 Punkte), liegt aber immer noch unter der „Wachstumsschwelle“ von 100 Punkten und deutlich unterhalb seines 10-jährigen Durchschnitts. Zum Vergleich: In Bayerisch-Schwaben erreicht der IHK-Konjunkturindex einen Wert von 108 Punkten, in der Nachbarregion Neu-Ulm liegt er bei 99 Punkten. „Unser Standort ist einerseits aufgrund seiner breiten, mittelständisch geprägten und damit in Summe krisenerprobten Wirtschaftsstruktur gut aufgestellt, andererseits kämpfen gerade exportorientierte Unternehmen mit der Planungssicherheit aufgrund anhaltender geopolitischer Umbrüche“, stellt IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Stipar bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse fest. Und er warnt: „Ohne eine echte Wirtschaftswende, wird das stabilste wirtschaftliche Fundament eines Tages brüchig.“

Geschäftslage und Erwartungen hellen sich etwas auf
Im Vergleich zur letzten Umfrage im Herbst 2025 haben sich sowohl die Geschäftslage als auch die Erwartungen leicht verbessert. Als „gut“ bewerten nun 27 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage, als „schlecht“ 26 Prozent (vorher 16 / 22). Die verbleibenden 47 Prozent beurteilen diese als „befriedigend“ (vorher 62). Auch die Erwartungen auf das kommende halbe Jahr fallen etwas positiver als vor einem halben Jahr. 15 Prozent erwarten eine „verbesserte“, 24 Prozent eine „verschlechterte“ (vorher 11 / 20) und 61 Prozent eine „nicht veränderte“ Geschäftslage (vorher 69).

Branchenentwicklung in Bayerisch-Schwaben nähert sich an
Die Stimmung in den betrachteten Branchen nähert sich an. Der Trend ist mit Ausnahme des Einzelhandels (Index bei 96 Punkten) bei allen Branchen leicht positiv. Über der Wachstumsschwelle liegen damit die unternehmensbezogenen Dienstleistungen (116 Punkte), das Baugewerbe (112 Punkte), das Transportgewerbe (109 Punkte), das Reise- und Gastgewerbe (103 Punkte) sowie die Industrie (102 Punkte). „Angesichts zunehmend schlechter Nachrichten aus verschiedenen Unternehmen ist es besonders erfreulich, dass es einen zarten Aufwärtstrend in der für unsere Region besonders wichtigen Industrie sowie dem krisengeschüttelten Baugewerbe gibt“, so IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Stipar.

Viele Risiken belasten die Investitions- und Beschäftigungspläne
Die regionale Wirtschaft hat mit vielen Risiken gleichzeitig zu kämpfen. Im Vergleich zum Herbst 2025 hat deren Intensität sogar noch weiter zugenommen. Die fünf größten konjunkturellen Risiken sind:
wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (65 Prozent, +2),
Inlandsnachfrage (63 Prozent, +1),
Arbeitskosten (60 Prozent, +5 entspricht Allzeit-Hoch),
Energie- und Rohstoffpreise (44 Prozent, -2) sowie
Arbeits- und Fachkräftemangel (39 Prozent, -3).
Petra Fischer-Steber: „Die vielen Risiken drücken trotz der kurzfristig besseren Stimmung auf die langfristigen Investitions- und Beschäftigungspläne der heimischen Wirtschaft. Es ist daher Zeit für mutige Reformen, die Risiken abbauen und neue Möglichkeiten schaffen. Dazu gehört ein Steuersystem, das Erträge auf international wettbewerbsfähigem Niveau besteuert, sowie ein Erbschaftsteuerrecht, das Unternehmensnachfolgen fördert und Betriebsvermögen für Investitionen und Arbeitsplätze schont. Darüber hinaus muss das Arbeitsvolumen in Deutschland steigen, beispielsweise indem Vollzeit nicht nur zeitlich möglich, sondern auch steuerlich attraktiv ist.“

Regionale Wirtschaft und die Kommunalpolitik müssen Partner sein
„Wachstumsfördernde Rahmenbedingungen entstehen aber nicht nur in München, Berlin und Brüssel. Sie entstehen genauso hier, vor Ort – in unseren Rathäusern und Landratsämtern“, betont Hermann Hutter. Daher hat die IHK-Regionalversammlung Günzburg in den Bereichen Standortfaktoren, Moderne Verwaltung, Finanzen und Steuern, Bildung und Fachkräftesicherung sowie Innenstadt und Ortskerne konkrete Handlungsfelder herausgearbeitet und selbst Vorschläge unterbreitet. Petra Fischer-Steber abschließend: „Kommunen und Landkreise machen Wirtschaftspolitik – jeden Tag, ganz unmittelbar. Und deshalb sage ich sehr klar: Die regionale Wirtschaft und die Kommunalpolitik müssen Partner sein. Wir brauchen kommunale Entscheiderinnen und Entscheider, die die wirtschaftliche Perspektive verstehen und gemeinsam mit uns handeln.“

Über die IHK Schwaben
Die IHK Schwaben vertritt im Regierungsbezirk Schwaben rund 140.000 Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen. Sie ist seit 1843 das Selbstverwaltungsorgan der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts berät sie Unternehmen, bündelt und vertritt deren Interessen und bildet Menschen in der Region aus und weiter. Sitz der IHK Schwaben ist Augsburg. Darüber hinaus gibt es acht Regionalbüros in Dillingen, Donauwörth, Günzburg, Kaufbeuren, Kempten, Lindau, Memmingen und Neu-Ulm. Ihr gewählter Präsident ist Reinhold Braun. Hauptgeschäftsführer ist Dr. Marc Lucassen.

Text: IHK Schwaben

Oliver Stipar, Regionalgeschäftsführer Westschwaben (links), Petra Fischer-Steber, Vorstand RV Günzburg (Mitte), Hermann Hutter, Vorstandsvorsitzender RV Günzburg (rechts). Foto: myheimat
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Bürgerreporter:in:

Carla Niederleitner

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