Lesung am Dossenberger-Gymnasium
Tobias Elsäßer besucht das DG

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Schreiben, Roboter und die digitale Welt: Autor Tobias Elsäßer begeistert die 5. und 6. Klassen

Am 20. Januar 2025 fand in der Aula des Dossenberger-Gymnasiums eine spannende Autorenlesung mit Tobias Elsäßer statt. Auf der Homepage des Autors kann man lesen, dass für ihn Lesungen „lebendige Begegnungen zwischen dem Autor und dem Zuhörer“ sind. „Sie stellen eine Verbindung zwischen den gedruckten Geschichten, dem Autor und dem Leser her und bieten die Möglichkeit, auch Schüler, die wenig Kontakt zu Büchern haben, neugierig zu machen und zum Lesen zu motivieren.“ Genau das gelang Elsäßer, der zuerst für die 5. und 6. Klässler der Schule aus seinem aktuellen Jugendbuch „Arti – Auf Freundschaft programmiert“ las.
Nach der Begrüßung durch Schulleiter, Herrn Lang, stellte sich der Autor zuerst einmal selbst vor und erzählte auf humorvolle Weise von seinem Werdegang als Schriftsteller. Überraschend daran war, dass die Biografie des Geschichtenschreibers so gar nicht zum Bild eines solchen passt. Da er die Rechtschreibung und Aussprache seiner französischen Mutter übernommen hatte, hatte Tobias Elsäßer zum Beispiel in der Grundschule schlechte Noten in Deutsch und blieb deshalb sogar einmal sitzen. Trotzdem schaffte er den Übertritt ans Gymnasium. Interessanterweise schreibt Tobias Elsäßer auch heute noch etwa die Hälfte seiner Geschichten von Hand in Notizbücher. Er erklärte, dass alles, was wir selbst mit der Hand schreiben, im Gehirn besser gespeichert wird und man sich Dinge dreimal so schnell merkt wie beim Schreiben am Computer – ein wertvoller Tipp, der die Schülerinnen und Schüler vielleicht motiviert, häufiger zum Stift zu greifen, satt nur auf dem Handy zu „wischen“.
„Das Leben selbst ist der beste Ideengeber“, erklärte Tobias Elsässer anschließend auf die Frage, woher er seine Schreibideen nehme. Auch die Idee für sein Buch „Arti" entstand aus der Beobachtung der aktuellen Entwicklungen in der Technologie. Sein Freund Daniel, der am Fraunhofer Institut arbeitet, beschäftigt sich mit der Erforschung von Robotern der Zukunft. Von ihm habe er erfahren, dass es seiner Meinung nach eine der wichtigsten Fähigkeiten der Roboter von morgen sein wird, sich ganz normal – also durchaus mit diversen „ähs“ oder dem einen oder anderen Versprecher - mit Menschen zu unterhalten.
Im Anschluss leitete der Autor zur ersten Textstelle über, in der die Hauptfigur Jessy zu ihrem elften Geburtstag von ihren Eltern einen Androiden - einen menschlich aussehenden Roboter - als Geschenk erhält. Tobias Elsäßer berichtete nebenbei von seinem Besuch im Deutschen Museum in München, wo er erfuhr, dass die Roboter der Zukunft wahrscheinlich nicht mehr wie Menschen aussehen oder sich wie solche bewegen werden, um uns keine Angst zu machen. Diese Aussage bildete die Überleitung zur nächsten Textstelle aus „Arti“, in der der Roboter-Junge Arti, der von seinen Eltern vorprogrammiert wurde, ständig an Jessy herummäkelt und seiner Besitzerin so tierisch auf die Nerven geht. Er soll Jessy dazu bringen, mehr Sport zu treiben, sich gesünder zu ernähren und nicht so viel Zeit im Internet zu verbringen. Der Autor erklärte den Schülerinnen und Schülern in diesem Zusammenhang auf anschauliche Weise die Namensgebung des Roboters, indem er ein Beispiel mit einer elektrischen Zahnbürste gab: On/Off – ein binäres System, genau wie der Roboter, der anfangs von Jessi in seinem "An"-Zustand 1 und im "Aus"-Zustand 0 genannt wird. Erst später wird er zu Jessys Freund und erhält einen „richtigen“ Namen: Arti. Die Handlung des Buches brachte der Autor während seiner Lesung immer wieder zu aktuellen technischen Entwicklungen in Beziehung und reflektierte gemeinsam mit den SchülerInnen deren Medienverhalten. So warnte Elsäßer mehrmals eindrücklich vor den möglichen Gefahren von Künstlicher Intelligenz. Er erzählte von seinem Bruder, der bei Apple arbeitet und in Sekundenschnelle Informationen aus Handys extrahieren kann. Als Schutz vor der zunehmenden digitalen Überwachung empfahl er, so wenig wie möglich über sich im Internet preiszugeben und sich bewusst zu sein, wie viel Zeit wir in sozialen Medien und Messaging-Diensten wie WhatsApp verbringen – eine kritische Reflexion über die digitale Welt, die sicherlich einige Denkanstöße gab.
Ein anschauliches Experiment mit einem Metronom verdeutlichte den Schülern schließlich die Geschwindigkeit unseres Gehirns im Vergleich zur digitalen Welt. Dieser Moment machte allen bewusst, wie rasant sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahren entwickelt hat, während wir selbst immer noch nicht schneller lernen als vor 100 Jahren.
Nach der Lesung hatten die 5. und 6. Klässler Gelegenheit, dem Autor Fragen zu stellen, was rege genutzt wurde. So erfuhren die jungen Zuhörer zum Beispiel, dass Elsäßers Lieblingsbuch „Ab ins Paradies“ heißt, er nicht nur in Deutsch, sondern auch in Mathe schlecht in der Schule war, bisher 16 Bücher von ihm veröffentlicht wurden, er pro verkauftem Buch nur etwa 1,50€ verdient und er Schreibblockaden am liebsten beim Gassi Gehen mit seinem Hund überwindet.
Die Lesung wurde von allen Anwesenden begeistert aufgenommen und mit langanhaltendem Applaus belohnt. Zum Abschluss nahm sich Tobias Elsäßer viel Zeit, um mitgebrachte und gekaufte Bücher, die am Büchertisch der Buchhandlung Hutter erhältlich waren, zu signieren. Daneben lagen „Arti-Lesezeichen“ als persönliches Andenken an diesen interessanten und lehrreichen Vormittag zur Mitnahme bereit.
Ein herzliches Dankeschön an Tobias Elsäßer für seine inspirierenden Worte!

Bürgerreporter:in:

Petra Rosato

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