AOK NordWest
Ambrosia-Pollen machen Allergieerkrankten in Münster das Leben schwer
- BU: Klimatische Veränderungen führen auch in Münster zu einem früheren Be
ginn und einer längeren Dauer der Pollensaison bei den heimischen Arten. Da
mit verlängert sich auch die Dauer der ‚Heuschnupfen‘-Saison. - Foto: Foto: AOK/colourbox/hfr.
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Münster, Die Klimaveränderung mit wärmeren Temperaturen über längere Zeiträume
kommt der wärmeliebenden Pflanze ‚Ambrosia artemisiifolia‘ gelegen: Sie
kann sich dadurch auch hier entlang von Straßen, auf Brachflächen, Baustel
len, Äckern oder im heimischen Garten weiter ausbreiten. Aufgrund ihrer ähnli
chen Erscheinung ist sie mit dem Gemeinen Beifuß leicht zu verwechseln. Ihre
hochallergenen Pollen können jedoch heftige gesundheitliche Beschwerden
auslösen. Dies schadet insbesondere Menschen in Münster, die an Pollenaller
gie leiden. Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der AOK hat
mehr als jede dritte Person ( Prozent) in Deutschland eine ärztlich diagnos
tizierte Allergie. Die häufigste ist dabei die Pollenallergie ( Prozent). Durch
den Klimawandel ist in den nächsten Jahren vermehrt mit länger andauern
den und stärkeren Pollenbelastungen zu rechnen. „Schon minimale Pollenkon
zentrationen der Ambrosiapflanze können allergische Reaktionen wie Binde
hautreizungen, Heuschnupfen oder allergisches Asthma auslösen“, warnt
AOK-Serviceregionsleiter Michael Faust.
Aus der forsa-Umfrage geht auch hervor, dass weitere Prozent der Befragten
glauben, eine Allergie zu haben, ohne dass dies ärztlich diagnostiziert wurde.
Damit stiege der Anteil der Allergiker deutlich:
Prozent der Befragten gaben damit an, von einer Allergie betroffen zu sein.
Das Umweltbundesamt vermutet, dass sich das Verbreitungsgebiet und die
durch den Klimawandel verändern. Durch die früher eintretenden wärmeren
Temperaturen breiten sich bisher gebietsfremde Pflanzen wie zum Beispiel die
Gattung der Ambrosia weiter aus. Auch durch heruntergefallene Samen im Vo
gelfutter kann sich die Ambrosia im Garten verbreiten. Die Dauer der ‚Heu
schnupfen‘-Saison wird sich ebenfalls durch den Klimawandel verlängern. Die
neu auftretenden Pflanzen mit allergenen Pollen, wie zum Beispiel die Beifuß
Ambrosie, beginnen erst im Juli zu blühen und die Blüte dauert bis zum ersten
Frost an.
Die Pflanze hat besonders stark allergene Pollen, von denen schon eine geringe
Konzentration bei sensibilisierten Personen allergische Beschwerden bis hin zu
Asthma auslösen können. Laut Bundesumweltamt ist die allergene Wirkung der
Pollen fünfmal höher als die von Gräserpollen. Zu den Symptomen zählen eine
laufende Nase mit Nies- und Juckreiz sowie juckende, gerötete Augen mit Trä
nenfluss. Auch kann sich ein saisonales allergisches Asthma entwickeln, das
sich während der Blütezeit durch trockenen Husten, Atemnot und verringerter
Belastbarkeit äußert. „Bei Personen in Münster mit einer bestehenden Beifußal
lergie kann es aufgrund von Kreuzreaktionen bereits beim ersten Kontakt mit
Ambrosia-Pollen zu allergischen Beschwerden kommen“, so Faust. Beim direk
ten Hautkontakt können bei empfindlichen Personen Hautreizungen oder aller
gische Hautreaktionen auftreten. Allergikerinnen und Allergiker sind dem nicht
schutzlos ausgeliefert. Zunächst sollten sie ihre Erkrankung ernst nehmen und
gegebenenfalls medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Die Fachärztin oder der
Facharzt für Allergologie kann mit einem Hauttest eine sichere Diagnose stel
len.
Die Ambrosia-Pflanze ist seit mehreren Jahren als gesundheitsgefährdend be
kannt. Jeder kann dazu beitragen, die Ausbreitung zu verhindern, indem er
Funde dem Grünflächenamt in Münster, dem Pflanzenschutzamt oder dem Bun
desforschungsinstitut für Kulturpflanzen meldet. Eine weitere Möglichkeit der
Meldung besteht unter www.ambrosiascout.de. Wer sie vor der Blüte im Garten
entdeckt, sollte sie am besten mit Handschuhen an der Wurzel packen und im
Hausmüll entsorgen. Blüht die Pflanze bereits, empfiehlt es sich eine Feinstaub
maske zu tragen und die Pflanze verpackt im Hausmüll zu entsorgen.
Weitere Infos zu Pollenallergie unter www.aok.de/nw unter der Rubrik ‚Medizin
& Versorgung‘ und ‚Krankheiten & Behandlung‘.
Bürgerreporter:in:Heinz Kolb aus Gelsenkirchen |
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