Manifesta 16 in Gelsenkirchen - Erle
In den Ruhrgebietsstädten Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum findet im Sommer 2026 die "Manifesta 16 Ruhr 2026" statt. Ihr Untertitel lautet: "Das ist keine Kirche".
Wer oder was die Manifesta ist, wurde ja schon an anderer Stelle berichtet; wir gehen daher heute "In medias res"; lwie mein alter Lateinlehrer sagen würde und besuchen die Thomaskirche im Gelsenkirchener Stadtteil Erle. In den mittleren 1960er Jahren erbaut, weist sie jene Kirchenbauarchitektur auf, wie sie für Neubauten in der Nachkriegszeit üblich ist.
"Thomaskirche - Hava Gülec Wohnzimmer" ist die Ausstellung überschrieben. Sie ist nach Hava Gülec überschriebe, einer Akkordarbeiterin bei Seppelfricke in Gelsenkirchen. Ihre Fürsorge soll das ZUsammengehörigkeitsgefühl im Viertel gestärkt haben.
Gürsoy Dogtas heißt der Kurator. Er zeigt Textilarbeiten von Frauen, die in den 1950er Jahren als Arbeitszuwanderer zu uns gekommen sind. So berichtet es die Werbung.
Textilkunst ist nun sicherlich ein Randbereich des Kunstbetriebes - das Deutsche Textilmuseum in Krefeld (der niederrheinischen Stadt der Samt und Seide) könnte als zentrale Anlaufstelle benannt werden. Trotzdem ist das Interesse an der Ausstellung in der Ruhrgebietsmetropole Gelsenkirchen geweckt. Also los - auf geht`s.
Die Anreise erfolgt mit Bus & Bahn; die Haltestelle "Am Fettingkotten" liegt direkt vor der Haustüre und wird vom Gelsenkirchener Hauptbahnhof aus angesteuert. Der akommende Kunstinteressierte sollte sich vom äußeren Anblick des Gotteshauses nicht irritieren lassen - die Thomaskirche sieht nun wirklich sehr neumodisch aus. Einmal um das Gebäude herum und schon hat man den Eingang erreicht.
Die Ausstellung ist sowohl im Erdgeschoß wie in der Orgelempore zu sehen; mobilitätseingeschränkte Besucher können sich die großformatige Kunst oben in der Orgelempore von unten aus anschauen - eine Treppe verhindert Barrierefreiheit.
Und was gibt es tatsächlich zu sehen? Textilkunst, natürlich, wie angekündigt. Sie steht aber nicht im Mittelpunkt. Holzschnittt / Druckgraphik, Zeichnungen sowie Malerei kommen ergänzend hinzu. Kleine Lesetafeln (vorwiegend auf den hölzernen Sitzbänken) liefern nützliche Informationen.
Die AUsstellung ist klassisch gestaltet. Viele Ausstellungsstücke gibt es in Vitrinen. Die meisten Namen der ausstellenden Künstler klingen türkisch; der Laie kann nicht auseinanderhalten, ob sich Kurden darunter befinden.
Die ethnische Herkunft der beteiligten Künstler spielt offensichtlich keine zentrale Rolle - ihre Ausstellungsbeiträge passen schon in diese ehemalige evangelische Kirche, die im Mai 2026 entweiht wurde.
Die Ausstellung gefällt, ohne spektakulär zu sein. Zumindest werktags lockt sie auch zahlreiche Besucher an.
Kirche sowie Pfarrhaus sollen schon einen neuen Besitzer haben. Wir dürfen gespannt sein, wie es nach der Manifesta 26 mit der Thomaskirche weitergeht.
Bürgerreporter:in:Felicia Rüdig aus Duisburg |
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