Hannelore Kraus Jeanne d'Arc Frankfurter Gutleut
Ihre Bedeutung heute?
- Fassade ehemaliges Kakao- und Kaffeehaus Nussknacker im Haus zum Schutzengel
- hochgeladen von Erich Neumann
Anlässlich des 42. Todestages von Pfarrer Martin Jürges und Familie, sowie in Erinnerung und Würdigung der besonderen Persönlichkeit von Dr. Hannelore Kraus hatten Initiative 9. November 1938 (Denk.Mal – Denk.Immer) und archEtrans e.V., 11.30 zu einem kurzen Diskurs vor ihr ehemaliges von Kakao- und Kaffeehaus Nussknacker in die Karlsruher Straße 5 geladen.
Frankfurts Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner thematisierte – nachzuhören über YouTube Link am Ende des Artikels – berührend und vor Allem absolut glaubwürdig Zivilcourage und eine Reihe von Fakten, wie Fragen zeigten nachdrücklichst auf wie wichtig gerade in den gegenwärtig zerrissenen Zeiten.
Der 22. Mai 1983 war Pfingstsonntag und kurz nach 14.00 – Familie Jürges war auf einem Ausflug in den Spessart – ereignete sich ein, an Tragik nicht zu überbietender Unfall im Frankfurter Stadtwald.
Aus einem Geschwader von fünf kanadischen Starfighter Kampfflugzeugen schert eine Maschine aus, die übrigen vier bilden eine neue Formation.
Kurz darauf fällt der einzelne Düsenjäger mit steil nach unten gerichtetem Bug geradezu zu Boden, fängt sich nochmal kurz in die Waagrechte und eine kleine Explosion zeigt, dass sich der 27-jährige Pilot mit dem Schleudersitz retten kann.
Die Zuschauer des Tages der offenen Tür der damaligen Rhein Main Air Base am Südrand des Frankfurter Flughafens sehen alsdann nurmehr eine schwarze Rauchwolke hinter Bäumen.
Auf der Autobahn bei Niederrad stirbt die Pfarrer-Familie in dieser Feuerwalze.
Ausgerechnet am Tag, als die Niederkunft des Hl. Geistes gefeiert wird, trifft es diese Ausnahme-Persönlichkeit, der Friedenskämpfer stirbt durch ein Militärflugzeug.
Auch wenn die Frage nach dem Warum unbeantwortet bleibt. Gott macht keine Fehler, lässt Pfarrer Martin Jürges in der Erinnerung leben und Mahner sein in einer Zeit, welche die Welt am Abgrund sieht.
Mit ihm (40) starben seine Frau Irmtraud (38), seine Mutter Erna (77) und die beiden Kinder Katharina (1) und Jan (11). Seine Nichte Gesine Wagner (19) erlag nach drei Monaten ihren Verbrennungen: schrieb in dieser Zeit noch das bewegende Buch Im Feuer ist mein Leben verbrannt.
Eng verbunden war ihm die, am 12. Januar 2023 verstorbene Adorno-Schülerin Dr. Hannelore Kraus. Sie zeigte Zivilcourage und Durchhaltevermögen, lehnte selbst erheblichste (DM 8 Mio.!) Zahlungen für ihr Grundstück ab und entzog somit einer Hochhausplanung: dem Bahn-Tower, die Basis, weil ihr das Gutleutviertel und seine Bewohner mehr am Herzen lagen, als der persönliche Profit. Hilime Arslaner würdigte diese Haltung völlig zu Recht, doch heute wäre sie nicht mehr möglich, denn die Politik fordert zwar unablässig Zivilcourage ein, hat ihr aber dahingehend die Basis entzogen, dass heute Enteignung greifen würde.
Für den Karlsruher Architekten Hans Robert Hiegel besteht ein individueller Bezug zur Tragik in 1983, wie Aktivistin Hannelore Kraus, da im gleichen Jahr seine eigene begann.
Es war das Auftragsjahr Campanile, welche zur gleichnamigen Affäre wurde und die, bis heute gehende Verweigerungshaltung der Stadt Frankfurt am Main zur Honorarzahlung zu seiner völligen Existenzzerstörung führte.
Und hier reiht er sich mit unglaublicher menschlicher Größe in die Linie von Pfarrer Martin Jürges und Aktivistin Dr. Hannlore Kraus ein.
Stark für jüdische Interessen engagiert – bsw. im Verein Denk.Mal – Denk.Immer | Initiative 09. November 1938, wie Neustart: dem Mal-Projekt Wie sehen Kinder die Welt – und vor Allem: wie sehen sie die Gotteshäuser anderer Religionen? – obwohl ein jüdischer Bau-Magnat - als besondere Unsäglichkeit - seinen Nachteil entscheidend bewirkte.
Damit steht er in einer Reihe mit - inzwischen leider verstorbenen - Zeitzeugen wie Esther Bejerano, Margot Friedländer oder Max MAnnheimer, wie vielen weiteren Ausnahmepersönlichkeiten, denen ohne Vergessen das Verzeihen immer vitaler Antrieb war.
Zusammen mit Initiator und Spiritus Rector Abraham Dzialowski haben die, auf Konsens der - nach Alter, nicht in Gewichtung genannten - jüdisch-christlich-moslemischen Religionen ausgerichteten Initiativen, insbesonders auch die Folgen der NS-Gräuel für die Deutschen selbst im Focus.
Zieht man Bilanz, fällt sie momentan besonders erschreckend aus, da wir
• kein Mittel gegen den Hunger auf der Welt haben, doch jedes Geld der Welt für den Profit Weniger aus dem Alle belastenden Rüstungswahnsinn, also entgegen sämtlicher sog. Erinnerungskultur Nichts, rein gar Nichts hinzulernten,
• mit dem eigens für Putin geprägten Begriff des Angriffskriegs übertünchen, dass wir USA
bsw. so nie kritisierten, die sog. Sanktionen mehr Geld in seine Kassen spülen, wie die arroganten Versäumnisse, als mit Gorbatschow ein NATO Beitritt Russlands möglich gewesen wäre und
• über Jahrzehnte völlig verfehlte Nahost-Politik einer der Hauptreiber für die jetzigen Gaza-
Gräuel und daraus resultierenden Antisemitismus ist.
Die kürzlich verstorbene Margot Friedländer hat uns mit auf den Weg gegeben sei Mensch und es gibt nur ein Blut: das des Menschen, egal welcher Ethnie, welcher Religion.
Halten wir die Erinnerung an Persönlichkeiten wie sie, den weiter genannten Zeitzeugen, Dr. Hannelore Kraus und Pfarrer Martin Jürges, nebst so vieler weiterer Aufrechter wach und werden ihnen gerecht mit unserem Verhalten für eine wirklich besser werdende Welt!
In befremdlichem und irritierendem, gleichzeitig bezeichnendem Widerspruch, angesichts der gegenwärtigen Krisenlagen, dass sich neben Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner, wie den Initiatoren Hans Robert Hiegel und Abraham Dzialowski nur Ulrike Hegmann eingefunden hatten.
Worin sollte öffentliche Wahrnehmung gründen, wenn schon alle Institutionen, wie Gewerkschaften, Kirchen, Organiationen, Parteien, Wohlfahrtsverbände, etc. restlos versagen, sich ausnahmslos in Wegsehen verlieren?
Anstelle Pseudohochhalten jedwelcher Schildchen zu Gedenktagen oder politischem Fauxpas das Bundesverdienstkreuz für Margot Friedländer nicht bei ihrer Rückkehr nach Deutschland zu verleihen, sondern hinzuwarten, bis es nur mehr posthum möglich wurde, sind wir Alle, wirklich Alle zumindest, die sich zu den Anständigen zählen, gefordert den unerlässlichen Change zu vollziehen: für uns, unsere Kinder und deren Zukunft, wie die dieser Welt, die wir nur einmal haben.
Nach dem, von vielen Hoffnungen begleiteten Neustart mit Oberbürgermeister Mike Josef und besonderem Integrations-Bezug von Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg ist auch die Stadt Frankfurt am Main selbstverständlich am Zug: gefordert die unendliche Geschichte der Affäre Campanile gegen den Trend der Zeit zu einem positiven Ergebnis zu bringen und so Signal zu setzen, Beitrag zu leisten, dass wir nicht nur von besserer Zukunft sprechen und sie einfordern, sondern wirklich initiieren und leben!
Erich Neumann, freier investigativer Journalist www.cmp-medien.de
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© Bild: www.cmp-medien.de CC – Fassade ehemaliges Kakao- und Kaffeehaus Nussknacker im Haus zum Schutzengel
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Ulrike Hegmann, Hans Robert Hiegel, Frankfurts Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner, Abraham Dzialowski vor Gedenkakt
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Frankfurts Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner bei Rede
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Abraham Dzialowski, Hans Robert Hiegel, Frankfurts Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner, Ulrike Hegmann vor ehemaliges Kakao- und Kaffeehaus Nussknacker im Haus zum Schutzengel
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Gedenktafel Familie Jürges
© Bild: archEtrans e. V. CC – Hans Robert Hiegel und Dr. Hannelore Kraus
© Bild: www.hessenschau.de CC – Dr. Hannelore Kraus mit Statement zu Campanile
© Bild: www.facebook.com/Hiegel.H.R CC – Architekt Hans Robert Hiegel mit Model Campanile
© Bild: https://www.penguinrandomhouse.de/Verlag/C-Bertelsmann CC – Buch-Cover Jürgen Roth Frankfurt: Die Zerstörung einer Stadt
Zum Nachhören:
Hilime Arslaner Gedenkrede 22. Mai 2025: https://www.youtube.com/watch?v=MpXC7-xbip4
Bürgerreporter:in:Erich Neumann aus Kempten |
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