Gegengewicht von Kindern und Jugendlichen zu kriegerischen Zeiten!

Kinderzeichnungen von Gotteshäusern in den Römerhallen, Frankfurt am Main
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  • Kinderzeichnungen von Gotteshäusern in den Römerhallen, Frankfurt am Main
  • hochgeladen von Erich Neumann

Seit 11. Juni lief im Frankfurter Welcome & Informations Center, Mainzer Landstraße 293 eine Ausstellung Mut zur Hoffnung – Kinder zeichnen Gotteshäuser, die im Kontext zu den Anne Frank Tagen seid mutig! mit einer Vernissage eröffnet wurden.

Am 21. September, 17.00 bis 19.00, fand zu Abschluss und Höhepunkt der, von archEtrans e.V. realisierten Initiative von Courage – Kinder sehen die Welt – Children see the World Kinder der Welt zeichnen für Toleranz und Frieden inmitten kriegerischer Zeiten ein Festakt inkl. Präsentation aller Kinderzeichnungen und Ausstellung von Schülerinnen und Schülern gebauten Architekturmodellen zu einem House of One mit Preisverleihungen für Letztere in der Römerhalle statt.

Susanna Faust Kallenberg, Pfarrerin für Interreligiösen Dialog der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach, Koordinatorin vor Ort für das Projekt Kinder gestalten die Welt begrüßte die Anwesenden und begleitete als Moderatorin durch die Veranstaltung, wobei problematische Akustik der Römerhalle und zu schwach ausgelegtes Equipment das Verstehen der Redebeiträge stark beeinträchtigten.

Hausherr und Kämmerer der Stadt Frankfurt, Dr. Bastian Bergerhoff, begrüßte in Vertretung des Schirmherrn, Oberbürgermeister Mike Josef. Neben Zuständigkeit für Dezernat Finanzen, Beteiligungen und Personal gibt es weitere, wie für die Dotationskirchen, Fairtrade und Klinken. Das ist eine ganze Menge, für Kinderbilder besteht keine besondere Expertise. Dies ist aber auch gar nicht nötig, denn hier und heute geht es nicht um ein tiefgehendes Kunstverständnis, sondern um die unmittelbare Wirkung, die diese Bilder auf uns haben. Dank daher an Herrn Hiegel, der unglaublich viel Energie und Engagement in dies Projekt gesteckt und so eingerichtet hat, dass wir heute – einen Tag nach dem Weltkindertag – diese Präsentation und das Erscheinen des Buchs dazu erleben dürfen. Dieses internationale Projekt bringt Kinder aus Krisenregionen und aus europäischen Ländern miteinander ins Gespräch – und zwar auf eine besondere Weise: über ihre Zeichnungen. In diesen Bildern zeigen sie uns, wie sie die Welt sehen. Sie sprechen zu uns über Grenzen hinweg, jenseits von Sprache, jenseits von Ideologien. Und vor Allem: Ihre Gedanken, ihre Ängste, ihre Hoffnungen stehen im Mittelpunkt. Es geht um ihre Sicht auf Krieg und Frieden, um ihr Verständnis von Gemeinschaft und Zukunft. Diese Stimmen der Kinder werden nicht als Randnotiz behandelt, sondern bilden das Herzstück eines Dialoges, der interreligiös, interkulturell – und vor Allem auf Augenhöhe geführt wird. Gerade heute, in einer Zeit, in der Spaltungen zunehmen und Konflikte allzu oft entlang von Religion, Kultur oder Politik eskalieren, ist das ein starkes Zeichen. Dieses Projekt setzt bewusst unten an – bei echter Begegnung, bei Empathie. Die Zeichnungen der Kinder sind dabei weit mehr, als kleine Kunstwerke: Sie sind Türöffner. Sie laden uns ein, hinzusehen, hinzuhören, ins Gespräch zu kommen. Und sie berühren uns – weil sie abstrakte Themen plötzlich greifbar machen. Kunst wird hier zum Werkzeug der Verständigung. Frankfurt am Main, diese bunte, vielfältige Stadt, ist ein idealer Ort für eine solche Ausstellung. Hier leben Menschen aus aller Welt zusammen. Das Projekt erinnert uns daran: Vielfalt ist kein Hindernis – sie ist eine Stärke. Vorausgesetzt, wir sind bereit, einander zuzuhören. Und genau darin können und Kinder ein Vorbild sein: Sie sehen klar, sie stellen die richtigen Fragen, sie bringen Komplexes auf den Punkt. Ihre Offenheit ist ein Aufruf an uns Erwachsene, mutiger und mitfühlender zu sein. Die Bilder leisten so mehr als ästhetische Bildung. Sie sind ein Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Miteinander. Sie eröffnen Räume, in denen wir gemeinsam über eine friedliche Zukunft nachdenken können – nicht mit Parolen, sondern mit Bildern. Nicht mit Anklage, sondern mit Geschichten der Hoffnung. Und nicht mit moralischem Zeigefinger, sondern mit einer Einladung: Verantwortung zu übernehmen, Das ist auch ein Auftrag an uns Alle! Vielen Dank dafür, Herr Hiegel und ich übergebe das Wort nun an Sie.

Der spiritus rector des Geschehens spannte für archEtrans e.V. einen Bogen zu Proportionen. Von 2017 ZKM, dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe bis zur Römerhalle 2025. Großen Dank an alle helfenden Menschen in Frankfurt, Gaza, Istanbul, Jerusalem, Karlsruhe, Kiew, Korea, Moskau, Nazareth, Paris Tel Aviv und Venedig. Heute in Frankfurt: Herzlich willkommen, Danke, dass Sie hier sind, dass Ihr hier seid. Hier im Römer, sprach 1999 Altbundespräsident Johannes Rau, ermutigte mich mit der Stadt zu sprechen. Hat es geklappt? Nun, Dank an die Kinder für die wunderbaren Skizzen, Zeichnungen und Modelle – in einem großen Spektrum. Hallo, junge Leute: Eure Arbeiten sind im Mittelpunkt des Geschehens, Ihr seid die Zukunft. Ein wenig Geduld, dann sind die Reden fertig, es gibt einen Preis und was zu knabbern. 1995, vor 30 Jahren, gab es ein Vorläuferprojekt: “Courage – Kinder sehen die Welt“. Dann, 1999, vor einem guten Viertel Jahrhundert, eine Veranstaltung zu 50 Jahre GCJZ Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Hier im Römer, Johannes Rau sagte zu mir: Sprechen Sie mit der Stadt. Drei Jahre später ermutigte er mich im Bemühen den israelisch-palästinensischen Dialog zu fördern. Jetzt aber, 20025, hat es fast geklappt und gleich gibt’s was zu knabbern. Und es gibt ein Buch zum Projekt mit vielen Bildern und Buchstaben Texte, arabisch, deutsch, englisch, französisch, hebräisch, italienisch, ukrainisch und russisch. Mit einigen Eurer Projekte. Wie soll ich die erwähnte Aufforderung von Johannes Rau verstehen? Heute. Nun, seit fünf Jahrzehnte strebe ich nach Harmonie. Zwischen Alt und Neu. Fragen zum Goldenen Schnitt, Geometrie und deren Relevanz für den Alltag begleiten mich. In der Römerhalle wird jetzt ein Interventionsprojekt vorgestellt, das Mut, Courage und Entschiedenheit verlangt. Kinder und Jugendliche als hervorragende Lehrmeister des Sehens; ihre Perspektive zeigt Proportionen. Darüber zu reflektieren, fordert und fördert Zivilcourage und Toleranz. “Kinder der Welt zeichnen für Toleranz und Freiheit inmitten kriegerischer Zeiten! Children für Tolerance and Freedom! Suche nach dem Haus des Einen. House of One. Danke für Eure und Ihre Aufmerksamkeit!

Mit Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, sprach eine bemerkenswerte Persönlichkeit ihr anschießendes Grußwort. Die aparte Frau aus der Nachbarschaft, nicht die Politikerin auf den ersten Blick und gerade deshalb in absoluter Glaubwürdigkeit gerade die, welche wir uns so sehr wünschen, so sehr benötigen, nicht genug davon haben können!
Wir leben leider in friedlosen Zeiten. Die Kriege und Konflikte in der Ukraine, in Nahen Osten und im Sudan sind eingebettet in ein weltweites Krisenszenario. Unzählige Menschen haben darunter zu leiden. Am Schlimmsten trifft es die Unschuldigsten von Allen: die Kinder. Es ist besonders dramatisch, in einem Krieg sein Leben zu verlieren, schwer verletzt zu werden, oder Traumata zu erleiden, die ein ganzes Leben bestimmen werden. Und doch geschieht es und ein Ende dieser Auseinandersetzungen ist nicht in Sicht. Wie gehen Kinderseelen damit um? Was können sie tun, um das Schreckliche, das sie umgibt und ihr Leben lang verletzt zu verarbeiten. Frau Dr. med. Menges-Fleig wird uns dazu als Psychotherapeutin noch ausführen.
Eine Möglichkeit bietet der Weg, den dieses Projekt uns zeigt: Kinder der Welt zeichnen für Toleranz und Frieden inmitten kriegerischer Zeiten. Zeichnen und Malen sind Wege, das Unsagbare zu sagen und zugleich Hoffnung sichtbar zu machen. Hoffnung: in Gestalt eines blauen Himmels und blühender Bäume, im Aufgang einer strahlenden Sonne, durch die Darstellung eines bunten Schmetterlings. Der Schrecken kann ebenso abgebildet werden, wie die Hoffnung. So kann das Miteinander Beider die Wirklichkeit dieser Welt darstellen – verbunden mit der Frage: wie kann das Gute siegen? Wie kann das Böse überwunden werden? Wie lässt sich der Frieden gewinnen? Kinder haben ein gutes Gespür dafür, dass der Friede der Weg und das ziel sein muss, In ihrer Ohnmacht, in ihrer Verletzlichkeit sind sie uns Erwachsenen in Wahrheit ein Stück voraus und sollten uns in mancher Hinsicht Vorbild sein.
Nicht zufällig hat Jesus seinen Jüngern und Anhängern empfohlen, zu werden, wie die Kinder: dann werde ihnen das Himmelreich gehören. Man muss kein Christ sei, um zu erahnen, dass Jesus damit eine tiefe Wahrheit ausgesprochen hat! Als Jugendministerin, zu deren Aufgabengebiet die frühkindliche Bildung in den Kindertageseinrichtungen gehört, freue ich mich darüber, dass dieses Projekt Kinderträume und Kinderwünsche zeigt, die von Toleranz und Frieden handeln. Toleranz ist ein wichtiger Baustein für den Frieden, denn Toleranz bedeutet: Vielfalt und Fremdheit aushalten und auch produktiv umsetzen können in unserem Leben. Toleranz heißt im Geist von Martin Heidegger: Mit den Anderen sein und für sie da sein!
Kinder brauchen Bildung von Anfang an. Das ist der Grund dafür, dass die Hessische Landesregierung in die frühkindliche Bildung investiert. Deshalb setzen wir auf den Dreiklang von Bildung, Betreuung und Bauen. Wir wollen, dass alle Kinder die deutsche Sprach lernen können, damit sie einen guten weiteren Bildungsweg gehen können. Frühkindliche Bildung heißt auch: Demokratie lernen von Anfang an. Toleranz einüben von Anfang an. Gewalt überwinden und Gewaltlosigkeit leben von Anfang an. Kurz gesagt: den Frieden lernen!
Die in diesem Saal gezeigten/ausgestellten Bilder erzählen uns von dem, was Kinder erleben, was sie befürchten und was sie aus tiefstem Herzen erhoffen. Unsere Aufgabe ist es – ob wir aus Politik oder Zivilgesellschaft kommen mögen, das Thema aus medizinischer, philosophischer oder theologischer Perspektive beleuchten – zur Wahrung, Förderung und Erneuerung des Friedens beizutragen. Im Interesse unserer Kinder, für sie und mit ihnen, wie im Interesse aller Kinder und Menschen dieser Welt, denn wo Frieden ist, da ist Segen!

Schülerinnen der Liebigschule lockerten mit ihren Beiträgen auf, gaben den Preisträgern und Preisträgerinnen zusätzlich Gesicht. Erine begeisterte mit frenetisch bejubeltem A Cappella Gesang, Shirin, Ipek und Dilara trugen diesen berührenden Poetry Slam vor:
Wie wunderschön, wie unfassbar reich ist diese Welt. So viele Farben. So viele Stimmen. So viele Wege zu Gott. Islam. Judentum. Christentum. Drei Namen. Drei Geschichten. Drei Melodien. Und doch – ein Herzschlag. Alle sprechen von Liebe. Alle sprechen von Gerechtigkeit. Alle sprechen davon, das Richtige zu tun. Und trotzdem … trotzdem brennt die Welt! Kriege. Hass. Spaltung. Alles im Namen von Religion. Wie kann das sein: Wie können Worte, die von Liebe sprechen, zu Schwertern werden? Wie können Gebete. Die Frieden suchen, zu Schlachtrufen werden? Vielleicht, weil wir Mauern sehen, wo längst Brücken stehen könnten. Vielleicht, weil wir Unterschiede fürchten, statt das Gemeinsame zu feiern. Ich erinnere mich … an meinen muslimischen Freund. Er sprach von den fünf Säulen – und ich sah, wie sie ihn tragen. Nicht zum Kampf. Sondern ins Licht. Ich erinnere mich … an meine jüdische Bekannte. Sie sprach vom Sabbat – und plötzlich war da Stille. Eine Stille, die heilt. Eine Stille, die Frieden schenkt. Und ich erinnere mich … an meine eigene Kindheit. Kerzen. Gesang. Geborgenheit. Und ich spürte sie wieder: diese Wärme. Dieses Zuhause. Religionen sind kein Kriegsschauplatz. Sie sind ein Mosaik. Bunt. Glänzend. Voller Leben. Und jedes Stück – jede Religion – macht das Ganze erst vollkommen. Toleranz? Nein. Es geht um mehr. Es geht um Wertschätzung. Um Staunen. Um das Erkennen, dass da Du immer auch ein Teil von mir ist. Vielleicht ist die größte Wahrheit nicht, wer von uns recht hat. Sondern dass die Liebe uns längst trägt. Liebe zu Gott. Liebe zum Menschen. Liebe zum Leben. Und wenn wir das begreifen – wird aus Angst Vertrauen. Aus Fremde Nähe. Aus Vielfalt Harmonie. Und dann … sind wir eins. Eins in der Liebe. Eins im Menschsein. Eins im Herzen.

Redebeitrag Dr. med. Andrea Menges-Fleig, Ärztliche Direktorin ACURA-Klinik Baden-Baden und Ehefrau Hans Robert Hiegel: Wir stehen hier vor Bildern, gemalt vor Kindern. Wenn wir sie betrachten, sehen wir nicht nur Farben und Formen – wir sehen die Sprache der Seelen. Wir begegnen in diesen Kinderbildern nicht nur Farben auf Papier, wir begegnen einer Welt, in der Unterschiedlichkeit selbstverständlich nebeneinander bestehen darf: Sterne neben Sonne, Kreise neben Linien, Menschen und Dinge in verschiedenen Gestalten und doch in einem gemeinsamen Raum. Ein Kinderbild ist mehr, als eine Zeichnung. Es ist ein Fester in die innere Welt. Psychologisch betrachtet sind Kinderbilder Spiegel der Entwicklung – Ausdruck von Fantasie, von Gefühlen, on dem Wunsch nach Geborgenheit. Kinder suchen Resonanz. Das Kind zeichnet nicht, um eine Ideologie zu verteidigen. Es malt nicht, um Grenzen zu ziehen oder Macht zu beanspruchen. Es malt, um die Welt zu verstehen – und um verstanden zu werden! Kinder malen, weil sie gesehen werden wollen. Und wenn Bilder aus verschiedenen Religionen hier nebeneinander hängen, einsteht ein unsichtbares Band: Das christliche Kind, das eine Kerze malt – das muslimische Kind, das den Halbmond zeichnet – das jüdische Kind, das Sterne malt: sie Alle greifen nach Symbolen, die letztlich auf das Gleiche hinweisen: Hoffnung, Geborgenheit, Frieden. Einen offenen Himmel über allen Grenzen! Wenn wir also diese Bilder betrachten, sollten wir uns nicht fragen: Welche Religion hat das Kind gezeichnet? Sondern: Welche Sehnsucht nach Frieden, Geborgenhit, nach einem guten Leben spricht aus diesen Farben? Die Vielfalt der Bilder zeigt uns – in einer Welt, in der Unterschiede oft zur Quelle von Spaltung und Gewalt werden – dass Toleranz nicht ein Zugeständnis ist, das wir dem Anderen machen. Sie ist eine Einladung, gemeinsam größer zu werden, als wir es alleine sind. Vielfalt zeigt uns, dass Frieden nicht aus Gleichmacherei erwächst, sondern aus dem respektvollen Nebeneinander von Verschiedenem. Die Kinderbilder erinnern uns auch daran, dass die Welt immer wider neu gesehen werden kann – mit staunenden Augen, mit Offenheit, mit einem unvoreingenommenen Blick. Vielleicht ist das die tiefste Botschaft dieser Kinderkunst, dass Frieden dort beginnt, wo wir im Unterschied nicht die Grenze, sondern die Möglichkeit erkennen. Und dass Toleranz nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein muss, wenn wir gemeinsam Zukunft gestalten wollen. Toleranz entsteht nicht durch Beehrung, sondern durch Begegnung. Und vielleicht beginnt der wahre Frieden nicht in den großen Palästen der Macht, sondern in den Farben auf einem Kinderblatt!

Und nun war er gekommen: der große Moment der Verleihung des erstmals ausgelobten Abrahams-Pokal nebst einer Geldprämie. Petra Kunik vom Egalitären Minjan der Jüdischen Gemeinde und mit ihren stolzen 80 Jahren wie seit Jahrzehnten unermüdlich bemüht Interesse von Kindern und Jugendlichen zu wecken, um ihnen Wissen zu Shoah und die Situationen der Gegenwart zu vermitteln, berichtete von der Qual der Wahl, der man sich am Liebsten entzogen hätte und die lt. Pfarrerin Susanna Faust Kallenberg – beide Damen teilen sich den Vorsitz der GCJZ – letztlich mit denkbar geringem Vorsprung Platz 1 für die Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums Nord, Platz 2 für die Hostatoschule, eine Grund- und Hauptschule, die auch zum Realschulabschluss führen kann und Platz 3 für die Liebigschule, ein weiteres Gymnasium.
Ein großer Gemeinschaftsraum war lt. Tabea vom Gymnasium Nord besonders wichtig: er wurde im Erdgeschoss eingeplant, während die erste Modell-Etage separate Räume für die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Islam und Christentum beinhalten. Papier, Pappe, Textil und kleinste Legosteinversion waren die Materialien. Klassenlehrer Martin Krieger berichtete von bemerkenswerter Diskrepanz zwischen Interesse der Schülervertretung an der Idee, einen interreligiösen Raum der Stille zu schaffen zu Skepsis dazu im Kollegium, trotz der er dran bleiben werde.

Mit viel Geduld hatte der über Zoom zugeschaltete Präsident der Martin-Heidegger-Gesellschaft, Harald Seubert, die gesamte Veranstaltung verfolgt und auf seinen Redebeitrag gewartet. Die technischen Mängel, wie vor Allem eine nicht von den Jugendlichen, sondern unverständlicherweise Roberto Fabian ausgehende Respektlosigkeit, währenddessen das Buffet mit entsprechender Lautstärke zu eröffnen, verhinderten sein Verstehen: Die Kreativität von Kindern ist bewundernswert Sie sind noch nicht in Fesseln des sog. “realen Lebens“ eingebunden. Sie sind alle Künstlerinnen und Künstler. Sie stellen offene Fragen: Wann, wenn nicht mit Kindern können Gespräche zwischen den Monotheistischen Religionen, überhaupt zwischen Religionen einsetzen? Kinder fragen die tiefsten Fragen: Wo kommen die Sterne her, was geht über diese Welt hinaus und sonst noch Vieles. Der schweifende Geist muss sicher gebändigt werden und Methodologien lernen. Doch Schweifen sollte er sich erhalten. Philosophie, nicht nur die Heideggers, setzt mit dem Staunen an. Thaumazein und jeder Philosoph muss sich diesen Kindlichkeitscharakter bewahren. Die großartige ostdeutsche Liedermacherin Bettina Wegner, deren Lieder mich seit mehr vierzig Jahren begleiten, schrieb ein Lied “Sind so kleine Hände… I Heidegger setzte neben das Thaumazein ein anderes Wort: Erschrecken. Es ist für mich ein Glück, dass sich die Klasse, in die ich gegangen bin in Nürnberg noch ein- bis zweimal im Jahr trifft. So weit die Wege auseinanderdrifteten, das ist uns Allen sehr wichtig. Je älter ich werde sehe ich das auch in seiner Drastik: “Ist son kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht. Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht. Grade, klare Menschen wärn ein schönes Ziel. Leute ohne Rückgrat hab'n wir schon zu viel!“ Alles Sprechen und Miteinander auch Gegeneinander Reden kommt aus den Anfängen. Heidegger wollte vom verstellenden Anfang in einen anderen Anfang zurück, in dem Alles unvertraut und wach ist. Toleranz ist nicht gleichgültige Indolenz. Gerade in Zeiten der Kriege fordert sie Alten und Jungen, Kindern und Erwachsenen Etwas ab. Frieden kommt nicht aus der Natur. Er muss gestiftet werden, so Kant in der Schrift zum ewigen Frieden. Noch eine meiner philosophisch ersten Lieben: Ernst Bloch. Bei ihm begegnet der Satz: “Ich bin, aber ich habe mich nicht, darum werden wir erst.“ Der Übergang vom aporieverstrickten Ich zum Wir ist mehr als ein Quantensprung, von der isolierten in die gemeinschaftliche Existenzform. Vom statischen Ich zum offenen Geschehen des sich selbst Suchens und auf sich Treffen in Anderen.

Initiator Hans Robert Hiegel dankte abschließend und ehe es in gemeinsamen Austausch überging für archEtrans e.V. allen Anwesenden wie Förderern und Mitwirkenden: Abrahamisches Forum Deutschland, Bethe-Stiftung, GCJZ Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit, Abraham Dzialowski und Initiative 09. November 1938, Stadtdekanat und
Verein Unter einem Zelt, ohne die eine Realisierung nicht möglich geworden wäre.

Wenn Ihr nicht werdet, wie die Kinder, ist eines der ganz großen Jesu-Worte und 1986 forderte Herbert Grönemeyer gebt den Kindern das Kommando in seinem legendären Song Kinder an die Macht. Zweifelsohne bestätigte das präsentiert und ausgezeichnete Engagement der Kinder und Jugendlichen, dass dies weit mehr, als nur ein Ansatz gegen die Wirrnisse unsere Tage ist, zu denen kein Kind in der Lage wäre.

Dass Mike Josef als Schirmherr und Frankfurts Oberbürgermeister – mit seinem Migrationshintergrund absolut prädestiniert! – dieser Veranstaltung mehr, als nur gut getan hätte, wie angesichts der Tagesgeschehen wünschenswerter, als im Eintracht-Stadion! – liegt auf der Hand und seine Abwesenheit hoffentlich nicht nur im Ausweichen vor Hans Robert Hiegel begründet.
Wir machen es uns viel zu leicht, mit dem Totschlagargument Antisemitismus den tatsächlichen Geschehnissen aus dem Weg zu gehen, befeuern diesen im Gegenteil vielmehr dadurch.
So wie der Gaza-Genozid als solcher benannt werden können muss, ist es auch bzgl. der Historie von Hans Robert Hiegel, des unermüdlichen Kämpfers für deutsch-jüdische Verständigung. Obwohl durch einen jüdischen Bau-Mogul in Frankfurt seine Existenz vernichtet wurde und die Stadt selbst bis heute ihrer Verantwortung der Wiedergutmachung nicht gerecht wird, führt er sein Engagement unbeirrt fort. Der 21. September bot sich geradezu an, zum Wendepunkt zu werden – bleibt auch in dessen Nachwirkungen bestehen!

Aus Anlass von Ausstellung und Prämierungen ist eine Buchdokumentation Kinder der Welt zeichnen für Frieden und Toleranz inmitten kriegerischer Zeiten – Station Frankfurt 2025, ISBN 978-3- 923222-19-3 beim mens architecturae Verlag und bei den Autoren um Preis von € 14,00 erhältlich, mit Beiträgen aller vorgenannten Personen und weitere, u. A. vom Deutschen Botschafter in Moskau. ©2025

Erich Neumann, freier investigativer Journalist www.cmp-medien.de
über MVFP Medienverband der freien Presse www.mvfp.de
Medienunternehmer im Justiz- und Gesundheitsbereich
Ambassador world peace day Berlin der Vereinten Nationen www.worldpeace-berlin.com
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© Bild: www.cmp-medien.de CC – Kinderzeichnungen von Gotteshäusern in den Römerhallen, Frankfurt am Main
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Modell 1. Preis Gymnasium Nord
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Modell 2. Preis Hostatoschule (links) 3. Preis Liebigschule (rechts)
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Pfarrerin Susanna Faust Kallenberg, Veranstaltungsmoderation
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Begrüßung Hausherr und Kämmerer Dr. Bastian Bergerhoff
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Rede Initiator Hans Robert Hiegel vor Gästen, Preisträgern und Buffet
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Rede Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Erine, Liebigschule mit begeisterndem A Cappella Gesang …
© Bild: www.cmp-medien.de CC – … und berührendem Poetry Slam von Shirin, Ipek und Dilara
© Bild: www.acura-kliniken.com CC – Dr. med. Andrea Menges-Fleig
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Übergabe 1. Preis an Gymnasium Nord durch Ministerin Heike Hofmann
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Übergabe 2. Preis an Hostatoschule
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Übergabe 3. Preis durch Roberto Fabian …
© Bild: www.cmp-medien.de CC – … an Liebigschule durch Rolf W. Sirsch
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Förderer und Ausrichter von Projekt und Veranstaltung (v. l. n. r.) Pfarrerin Susanna Faust Kallenberg 1. Vorsitzende GCJZ, Roberto Fabian, Vorstandsmitglied GCJZ | Leiter Jüdische VHS, Pfarrer Rolf Glaser Dekan Frankfurt Höchst, Rolf W. Sirsch, Generalsekretär i. R Deutscher Koordinationsrat GCJZ, Petra Kunik Egalitären Minjan der Jüdischen Gemeinde | 1. Vorsitzende GCJZ, Hans Robert Hiegel, Ministerin Heike Hofmann, Matthias Kaiser Gründungsmitglied Verein Die drei Ringe e. V.
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Projektbeschreibung Neustart
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Präsentations-Display …
© Bild: www.cmp-medien.de CC – … GCJZ Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
© Bild: www.archetrans.de CC – Veranstaltungs-Poster

Bürgerreporter:in:

Erich Neumann aus Kempten

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