Russland führt den größten Krieg in Europa seit 1945. Gleichzeitig greift die radikale Rechte nach der Macht, und ihr wirksamstes Mittel ist die Angst vor unkontrollierter Migration. Aus Ängsten wird ein Hebel gegen die Demokratie: gegen Gerichte, die Regierungen kontrollieren, gegen die Menschenrechtskonvention, gegen die Vorstellung, dass Rechte für alle gelten. Gerald Knaus erklärt, wie das europäische Wunder entstand, wer es angreift und warum humane Kontrolle und Rechtsstaatlichkeit zusammengehören.
Im Anschluss an den Vortrag wird Herr Knaus mit Prof. Dr. Günther Kronenbitter von der Uni Augsburg ein Streitgespräch führen.
Der Eintritt ist frei-Spenden sind erwünscht.
Zum Referenten Gerald Knaus:
Gerald Knaus ist Gründungsdirektor der Denkfabrik European Stability Initiative (ESI).
Er ist ein international bekannter Experte und berät Regierungen und Institutionen in Europa bei den Themen Flucht, Migration und Menschenrechte. Er studierte Philosophie, Politik und Internationale Beziehungen in Oxford, Brüssel und Bologna, ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations und war für fünf Jahre Associate Fellow am Carr Center for Human Rights Policy der Harvard Kennedy School – John F. Kennedy School of Governance in den USA. Gerald Knaus lebt in Berlin, ist verheiratet und hat drei Töchter.
Gerald Knaus vermittelte den Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei 2016 und war auch jüngst bei Lösung der Ceuta-Krise massgeblich beteiligt. Knaus ist auch ein gefragter Gesprächspartner von Zeitungen und im Fernsehen.
Der Deutschlandfunk nannte Gerald Knaus den Vorzeige-Europäer und Ideengeber.
Die richtigen Fragen stellen:
"Man braucht zwei Dinge: Man braucht den Mut, Fragen zu stellen, die noch nicht schon gestellt werden. Und man braucht dann die Disziplin, den Dingen auf den Grund zu gehen und dann zu versuchen, zu erkunden, wie eine politische Antwort aussehen könnte, die auf besserer Analyse beruht. Der Anspruch für einen guten Think Tank kann nicht sein: ‚Wir sind schon die Experten‘. Sondern im Gegenteil: Expertise ist etwas, was man sich ununterbrochen durch harte Arbeit neu im Feld, durch Forschung und durch Interviews erwerben muss." (Gerald Knaus)
Seine Mahnung nach vielen Besuchen auch vor Ort in der Ägäis:
„Die Diskussion, wie man das kontrollieren kann, kann nicht über mehr Grenzschutz erfolgen, sondern muss ansetzen bei der Frage von Asyl, schneller Behandlung von Anträgen und Zusammenarbeit mit den Nachbarn – in dem Fall mit der Türkei.“
Veröffentlichungen:
Gerald Knaus, Wir und die Flüchtlinge: Wie wir unsere Verantwortung bewältigen und die Grenzen schützen können; München 2020
Gerald Knaus, Welche Grenzen brauchen wir? Zwischen Empathie und Angst – Flucht, Migration und die Zukunft von Asyl; München 2020)
Gerald Knaus, Rory Stewart, Can Intervention Work?, London 2011
Gerald Knaus, Francesca Knaus, Welches Europa brauchen wir? Ein politisches Wunder und wie wir es vor seinen Feinden schützen; München, 2025
Gerald Knaus hat sich auch bereit erklärt, einen Vortrag im Diedorfer Begegnungszentrum am Dienstag, den 20. Oktober um 19 Uhr und einen Vortrag mit anschließendem Gespräch mit den Schülern des Peutingergymnasiums am Vormittag des Mittwoch, den 21. Oktober zu führen.
Bürgerreporter:in:Dr. Bernhard Lehmann aus Gersthofen |