Gedankenspiel
Der lustige Hausschatz
- hochgeladen von Silke Dokter
Einst war ich zu Gast im Hause Goethe, na gut der Meister war nicht da, war in Jena, wie so oft, um dort an einem neuen Werk zu arbeiten und sein liebes Eheweib Christiane, die hatte wie immer viel zu tun.
Goethe hatte ihr einen Brief geschrieben: „Das Essen bringt beinahe zur Verzweiflung. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass vier, fünf Tage bloß von Cervelatwurst, Brot und rothem Wein gelebt….“
Goethe war ein Feinschmecker und sein liebes Eheweib sorgte so gut es ging für ihn und schickte ihm mit einer Botenfrau nach Jena getrüffelte Gänseleberpastete, selbstgemachte Knackwürste, natürlich Schokolade, bestimmte Weinsorten und ein paar Flaschen Oberweimarisches Bier, damit er nicht verdrießlich wurde.
Dienstboten, Gärtner und Kutscher standen Christiane immer zur Verfügung, jedoch die Tätigkeit als Hausfrau erstreckte sich neben den zahlreichen Räume im Haus zusätzlich auch über zwei Gärten, und da gab es viel zu ernten.
Doch Christiane war es ein Bedürfnis Hausfrau zu sein, das war es, was sie konnte und Goethe liebte es, wenn er zum Frauenplan heimkehrte und sein Haus in erwünschter Ordnung und Sauberkeit vorfand und seine Tafel wohlbestellt war.
Der Garten war ganz Christianes Reich, den liebte sie und besonders ihren Kräutergarten und es blühte auch bei meinem Besuch alles so herrlich, sogar die Weinreben rankten noch am Haus empor.
Ich konnte Christiane verstehen, dass sie besonders den Garten liebte und fast hatte ich das Gefühl ihr Lachen zu hören, ihre Fröhlichkeit zu spüren; denn bei all den Sorgen, die sie natürlich auch hatte, wollte sie trotzdem immer der lustige Hausschatz für Goethe sein.
So war es wohl schon immer, dass hinter einem erfolgreichen Mann oft eine starke Frau steht.
Bürgerreporter:in:Silke Dokter aus Erfurt |
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