Beleuchteter Neumühler Vereins- und Bürgerbaum
Signale in die Zukunft senden
- Der neue, frisch geschlagene Baum wird nach dem schweißtreibenden Heranschleppen mit späterer Hilfe durch Kran und Hubwagen unter den Klängen des Tambourcorps Rheinklänge über Häuser und Bäume hinweg in den Neumühler Himmel ragen.
Foto: Kurt Niedermeier - hochgeladen von Reiner Terhorst
Der 1. Mai ist in Neumühl seit vielen Jahren ein Tag des Miteinander und Füreinander, ein Tag des Zusammenhalts, des Rückblicks und des Aufbruchs in eine gemeinsame tolerante und respektvolle Zukunft.
Das wird auch in diesem Jahr so sein. Und im Mittelpunkt steht wiederum der imposante Vereins- und Bürgerbaum. Der 1. Mai war und ist im Veranstaltungskalender des bewegten und bewegenden Neumühl halt seit langem ein bemerkenswerter Tag.
Zum einen wird am Neumühler Markt, dem Hohenzollernplatz, der über 15 Meter hohe Neumühler Vereins- und Bürgerbaum mit Muskelkraft von jeweils etwa 40 Vereinsvertretern unter lauten Tambourklängen „herangeschleppt“ und dann mittels Kran in seine Stahl-Halterung platziert. Zum anderen gibt es immer ein buntes Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie und vor allem die große Präsentation fast aller Neumühler Vereine und Institutionen.
„Was für Paris der Eiffelturm bedeutet, ist für Neumühl der Vereins- und Bürgerbaum, nämlich ein Wahrzeichen“, hatte der frühere Hamborner Bezirksbürgermeister Uwe Heider einmal gesagt. Er, sein Vorgänger Winfried Besold sowie seine Nachfolger Marcus Jungbauer und Martina Herrmann waren in und auch ohne Amt und Würden oft Gäste bei vielen Baumaufstellungen. Das gilt ebenso für die jeweiligen Oberbürgermeister Bärbel Zieling, Adolf Sauerland und Sören Link. Bis das Wahrzeichen des neuen Neumühl allerdings in trockenen Tüchern war, mussten einigen Klippen umschifft werden.
Symbol für das
Miteinander
Im Frühjahr 2003 feierte Neumühl seinen 650. Geburtstag, denn im Jahr 1353 wurde erstmals urkundlich eine „neye mulle“, eine neue Mühle, erwähnt. Das war die Keimzelle Neumühls. Bei dem Festakt zum Stadtteil-Jubiläum trafen sich viele alte und neue Neumühler, Kumpels der ehemaligen Zeche und Neubürger gleichermaßen.
Das nach der Zechenschließung größte Flächensanierungsgebiet der gesamten damaligen Bundesrepublik Deutschland hatte den Strukturwandel bestens gemeistert. So präsentieren sich Historie und Zukunft als nahtlose Einheit. Und das müsse doch auch irgendwie herausgestellt werden, meinten damals beim Neumühler Aktivposten. Schnell kamen sie auf einen solchen Vereins- und Bürgerbaum als Symbol für das große Miteinander im Stadtteil.
Die ideelle „Urheberschaft“ dieses Projektes haben die KG Blau-Weiß Neumühl „Die Pils-Sucher“ und die Aktionsgemeinschaft Neumühler Kaufleute (AGNK). Der „allererste“ Vereins- und Bürgerbaum in der Geschichte Neumühls wurde nach einer Idee von damaligen Pils-Sucher-Präsident Reiner Terhorst und Hoppeditz Christoph Schultz nach dem Vorbild des Bürgerbaums in Mülheim-Saarn mit tatkräftiger Hilfe von dem damaligen AGNK-Vorsitzenden Hans-Peter Kierdorf und seiner Stellvertreterin Gabriele Schwarzkamp-Kabanow am 1. Mai 2004 feierlich aufgestellt.
"Das Projekt
wird genehmigt"
Bis der Baum erstmals stand, kam es zu etlichen Ortsbegehungen durch die Politik, Verwaltung, Statikern und Feuerwehr. „Wir dachten, wir bauen ein Mehrfamilienhaus, so viele wollten damals ihren Senf dazugeben“, erinnern sich die Wegbereiter. Weil zwei Bäume für die Stahlhalterung versetzt werden mussten, ging das Grünflächenamt auf die Barrikaden. Ein Planungsamtsmitarbeiter forderte statische Gutachten. Schließlich ordnete der damalige Bauderzernent der Stadt, Jürgen Dressler, an: „Das Projekt wird genehmigt.“
Jahr für Jahr lockt die Baumaufstellung seitdem immer mehr Menschen nach Neumühl. Die Vereine bieten Leckereien und Infos an, machten Spiele mit den Besuchern. Es gibt die Neumühler Vereinsmeisterschaften und auch die Schulen und die Kirchen beteiligen sich. Der ökumenische Gottesdienst als Auftakt zur Baumaufstellung ist auch Tradition. Die Embleme und Schriftzüge der Neumühler Vereine und Organisationen am Vereins- und Bürgerbaum verdeutlichen intakte Vereinsleben im Stadtteil.
Stahlarme in
neuem Glanz
Der elfköpfige AGNK-Vorstand mit ihrem Vorsitzenden Tobias Kierdorf, seinen Stellvertretern Markus Pieper und Karl-Heinz Kolodziejski und Vereinssprecher Matthias Palapys haben im Vorfeld alle organisatorischen Register gezogen. Und Kolodziejski hat mit seinem Team dafür gesorgt, dass die Stahlarme in neuem Glanz erstrahlen und das große Neumühler Herz an der Baumspitze bei Einbruch der Dunkelheit jetzt sogar erleuchtet ist.
Bürgerreporter:in:Reiner Terhorst aus Duisburg |
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