Minijobs nur noch für Schüler?
Bitte denkt noch einmal nach!

Die Minijobs sollen abgeschafft werden, damit - so die Begründung - Frauen mehr in die Rentenkasse einzahlen.
Hierbei sollte jedoch bedacht werden, dass viele Studenten und Rentner auf Minijobs angewiesen sind, weil sie das Geld brauchen, aber nicht mehr Stunden arbeiten können, die einen, weil sie sonst keine Zeit für ihr Studium haben, die anderen, weil sie den Streß nicht mehr aushalten. Und was die Einzahlung in die Rentenkasse angeht: Die einen werden das noch machen, wenn sie mit dem Studium fertig sind und eine Arbeitsstelle antreten, die anderen haben bereits 35, 40 oder 45 Jahre oder sogar noch länger eingezahlt.
Auch bringt eine Abschaffung der Minijobs, zumindest wenn sie zeitnah erfolgen soll, die Planung so ziemlich vieler Betriebe durcheinander. Die müssen sich von guten Mitarbeitern trennen, nur weil sie nicht jedem einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag anbieten können. Und viele davon vielleicht auch gar nicht mehr arbeiten können oder wollen als sie es derzeit tun. Es ist auch nicht immer und überall austauschbar. Nicht überall, wo Minijobber arbeiten, ist es so, dass die Arbeiten, die 4 Minijobber erledigen, auch von einer Vollzeit- oder zwei Teilzeitkräften erledigt werden könnten. Manchmal hilft auch jemand für ein paar Stunden in der Woche aus und entlastet so die regulären fest angestellten Arbeitskräfte. Sollte dessen Stelle nun wegfallen, gibt es 2 Szenarien: Das erste ( wahrscheinlichere ): Seine Arbeit wird auf die anderen Arbeitskräfte verteilt, wodurch diese fast unzumutbar stark belastet werden. Oder man stellt eine fest angestellte Teilzeitkraft ein, und die dreht dann die Hälfte der Zeit Däumchen.
Bitte lasst die Minijobs zumindest für Studenten und Rentner bestehen.
Wenn man will, dass Frauen mehr in die Rentenkasse einzahlen, gibt es noch andere Möglichkeiten: Eine Abschaffung des Ehegattensplittings in Einheit mit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, mehr Homeoffice, bessere Betreuungsmöglichkeiten...

Bürgerreporter:in:

Astrid Günther aus Duisburg

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