Neues Haus der Kulturen:
Ein Zentrum für Düsseldorfs Vielfalt

Gewerbekomplex „Yorcks“ (Yorckstraße 19-23) an das Haus der Kulturen
  • Haus der Kulturen Düsseldorf e.V. auf der Yorckstraße 19-23 in Derendorf.
  • Foto: Haus der Kulturen
  • hochgeladen von Peter Ries

In Düsseldorf haben mittlerweile mehr als 46 Prozent der Bürgerinnen und Bürger eine internationale Biografie, bei den Kindern und Jugendlichen liegt die Quote noch deutlich höher. Migration, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenzen sind in der Landeshauptstadt längst keine Randerscheinungen mehr, sondern prägen den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Alltag. Bisher fehlte es jedoch an einer zentralen, professionell geführten Anlaufstelle, die diese Realität auch im Stadtbild sichtbar macht und die Ressourcen der verschiedenen Communities bündelt. 

Am 22. Juni 2026 schließt das Haus der Kulturen Düsseldorf e.V. diese Lücke und bezieht offiziell seine neuen Räume in der Yorckstraße 23 im Stadtteil Derendorf ¹). Gemeinsam mit dem Schirmherrn des Projekts, Oberbürgermeister Stephan Keller, feiert der Dachverband diesen Schritt zusammen mit Vertretern aus Politik, Kultur, Wirtschaft und der Stadtgesellschaft.

Vom Provisorium zum Reallabor: Einzug ohne Anlaufzeit

​Hinter dem Projekt steht ein breites Netzwerk aus mittlerweile über fünfzig Mitgliedsvereinen, die sich unter dem Dach des Hauses zusammengeschlossen haben. Dass der Bedarf an festem Raum für Logistik, Vernetzung und Projektarbeit groß ist, zeigte sich bereits vor der offiziellen Eröffnung. Seit dem tatsächlichen Einzug Ende April 2026 lief der Betrieb in Derendorf ohne Verzögerung an. 

Statt symbolische Vorlaufzeiten abzuwarten, nutzten die Communities die Flächen sofort als aktiven Treffpunkt. In den vergangenen Wochen fanden hier bereits erste Workshops, Tagungen und Kulturveranstaltungen statt, unter anderem organisiert vom Centro Cultural Brasileiro und der Bahá’í-Gemeinde ²). Ein fester Bestandteil des Programms ist der „Open Space“, der nun an jedem Dienstag von 10 bis 19 Uhr stattfindet. Dieses Format bietet Mitgliedern sowie interessierten Bürgern ohne bürokratische Hürden Raum, um an gemeinsamen Projekten zu arbeiten oder neue Kontakte zu knüpfen.

Kooperationen mit etablierten Institutionen auf Augenhöhe

​Das Konzept des Hauses unterscheidet sich bewusst von herkömmlicher, isolierter Vereinsarbeit. Ziel ist keine folkloristische Nische, sondern die aktive Mitgestaltung des Düsseldorfer Hauptprogramms. Wie diese Vernetzung in der Praxis aussieht, zeigten erste Kooperationen mit großen Kulturträgern der Stadt. Bereits im Mai beteiligte sich der Verein gemeinsam mit der Deutschen Oper am Rhein an einem spatenübergreifenden Format. 

Das nächste große Projekt im öffentlichen Raum steht ebenfalls fest: Am 12. September 2026 lädt das Haus der Kulturen zu einem Sommerfest im Hofgarten ein. Bei dieser Veranstaltung präsentieren sich die Mitgliedsvereine der breiten Öffentlichkeit, um Schwellenängste abzubauen und den direkten Austausch mit der Düsseldorfer Bevölkerung zu suchen.

Feste Strukturen für die Stadt der Zukunft

​Aus Sicht der Stadtpolitik und der Initiatoren ist das neue Zentrum eine notwendige Investition in die Zukunftsfähigkeit der städtischen Infrastruktur. Internationale Biografien und unternehmerische Perspektiven gelten als Treiber für wirtschaftliche Dynamik und Innovationskraft in modernen Städten. Um dieser Aufgabe langfristig und verlässlich gerecht zu werden, arbeitet das Haus der Kulturen parallel zum laufenden Betrieb an seiner Professionalisierung. 

Der Vorstand baut derzeit gemeinsam mit der Geschäftsführung und dem Beirat feste Governance-Strukturen und einen zukünftigen Aufsichtsrat auf. Als überparteiliche und überkonfessionelle Plattform versteht sich das Haus als Brückenbauer: Es soll nicht nur die eigenen Netzwerke stärken, sondern ganz gezielt auch jene Teile der Stadtgesellschaft ansprechen und einbinden, die der zunehmenden Vielfalt im Alltag bisher skeptisch, distanziert oder unsicher gegenüberstehen.

Info/Quelle 
1( Das Immobilienberatungsunternehmen Avison Young hat die Vermietung einer rund 800 Quadratmeter großen Fläche im Gewerbekomplex „Yorcks“ (Yorckstraße 19-23) an das Haus der Kulturen vermittelt. Der Mietvertrag ist langfristig auf 30 Jahre ausgelegt.
​Bei der Immobilie handelt es sich um ein Projekt der ABG Real Estate Group, das insgesamt rund 28.300 Quadratmeter Mietfläche mit Campus-Charakter, modernen Büros und flexiblen Raumkonzepten bietet. Neben dem Haus der Kulturen gehören die Volkshochschule sowie die Fitnesskette FitX zu den langfristigen Mietern des verkehrstechnisch gut angebundenen Komplexes, der zusätzlich über Einzelhandels-, Gastronomie- und Sondernutzungsflächen verfügt. (Siehe Bild)

2) Bahá’í (auch Bahaismus oder Bahai-Religion) Wikipedia

Bürgerreporter:in:

Peter Ries aus Düsseldorf

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.