Warum die LAGA in Kleve mehr braucht als schöne Fassaden
- Foto: GvMeegen
- hochgeladen von Günter van Meegen
Reaktion auf den Zeitungsartikel vom Mittwoch den 3. Juni 2026 “Buswartehäuschen im Wald wird Treff für Drogenszene” (RP) von Frau Charlotte Giesbers-Reijngoudt.
(Siehe dazu auch "Klever Drogenszene wurde „entsorgt“)
Warum die LAGA in Kleve mehr braucht als schöne Fassaden
Die Pläne für die Landesgartenschau (LAGA) in Kleve klingen erst einmal toll. Aber mal ehrlich: Was bringt uns eine hübsch dekorierte Stadt, wenn wir die echten Probleme einfach nur hinter Blumenkübeln verstecken?
2029 wird die Landesgartenschau in Kleve stattfinden! Dies ist eine riesige Chance, Kleve und Umgebung positiv zu präsentieren. Die Ankündigung der LAGA Kleve als investitionsreiches Vorhaben ist von enormer Bedeutung für eine Kleinstadt wie Kleve und weckt hohe Erwartungen. Wolfgang Gebing beschrieb es in April 2024 wie folgt: „Durch die Ausrichtung der Landesgartenschau werden wir in Kleve schaffen, was bleibt und unsere Heimat an die Herausforderungen der Zukunft anpassen." Damit Stadt und Umgebung aber einen nachhaltigen Nutzen aus der Situation ziehen können, ist es meines Erachtens wünschenswert im Vorfeld zentrale soziale Fragen zu klären.
In Kleve gibt es ein Drogen- und Alkoholproblem, das nicht gelöst, sondern verdrängt wird. Es wird als eine Krankheit betrachtet, bei der man zwar die Symptome bekämpft, aber nicht die eigentliche Ursache. Zurzeit werden suchtkranke Menschen an den Rand der Stadt gedrängt. Sie werden allein gelassen und in nicht einsehbaren Waldgebieten kurz vor der Stadtgrenze an der Kalkarer Straße “untergebracht”. Ohne sanitäre Einrichtungen, ohne einen festen, beheizbaren Raum und vor allem ohne professionelle Hilfe. Wenn die Stadt die LAGA ernst nehmen möchte, ist es meines Erachtens wichtig, erst einmal die eigenen Probleme anzugehen. Wäre es nicht sinnvoll, eine Strategie zu entwickeln und zugängliche Hilfsangebote sowie eine bessere Vernetzung von Beratung, Behandlung und Gesundheitsdiensten bereitzustellen?
Außerdem ist es wichtig, dass die Stadt Kleve gegen die alltäglichen Belästigungen vorgeht. Es ist notwendig, Maßnahmen wie die Einrichtung von drogen-, alkohol- und rauchfreien Zonen rund um zum Beispiel Kitas und Schulen zu ergreifen.
Es gilt aber auch, in lokale Betreuung und Streetwork zu investieren. Zuschüsse und Unterstützung für Streetworker (wie Streetcoaches oder Betreuungsprojekte) könnten helfen, mit den Konsumenten in Kontakt zu treten und sie an die richtige Versorgung zu vermitteln.
Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Prävention und Aufklärung in Schulen und Stadtteilen. Gerade weil in der Stadt Kleve der Drogen- und Alkoholkonsum so präsent ist, ist der Einsatz von Präventionsprogrammen zur Sensibilisierung von Jugendlichen für die Risiken des Drogen- und Alkoholkonsums lebenswichtig. Auf diese Weise kann die Stadt Kleve auch Risikogruppen ermitteln, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.
In Stadtvierteln mit sozialen Problemen sind im Laufe der Jahre dank großartiger sozialer Initiativen Projekte entstanden, die Jugendliche vor Ort unterstützen und sie von der Straße sowie von Drogen und Kriminalität fernhalten sollen. Umso unverständlicher ist es daher, dass eine Initiative wie „Theater im Fluss“ um ihre Existenz bangen muss. Gerade hier sollten Stadt und Gesellschaft gemeinsam stark machen, damit junge Menschen eine bleibende Perspektive haben und schulden- und krisenbedingte Probleme frühzeitig aufgefangen werden.
Bevor Großprojekte wie die LAGA starten, braucht Kleve deshalb ein Gesamtkonzept: Schutz der Schwächsten, stabile Gesundheits- und Sozialangebote und Unterstützung von Kultur- und Jugendarbeit. Erst dann können die Chancen der LAGA sinnvoll genutzt werden, ohne dass Menschen zurückgelassen werden.
Charlotte Giesbers-Reijngoudt
Bedburg-Hau
Bürgerreporter:in:Günter van Meegen aus Bedburg-Hau |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.