B. C. Koekkoek - Haus
Das Museum Kurhaus Kleve war gestern. Heute ist das Museum Koekkoek-Haus einen Besuch wert.
„Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Niederrhein-Tour“ zeigt der als „Bananensprayer“ in den 1980er Jahren bekannt gewordene Thomas Baumgärtel (Köln) im B.C. Koekkoek-Haus seine Werke.
Unter dem Titel „Freiheit für Kunst“ werden in den Monaten Mai, Juni und Juli 2026 insgesamt 40 Kunstorte am Niederrhein parallel Werkgruppen aus vier Jahrzehnten seines Schaffens präsentieren. Thomas Baumgärtel (1960) ist aufgewachsen in Rheinberg/ westliches Ruhrgebiet, lebt und arbeitet in Köln.
Der als „Bananensprayer“ und Street Art Künstler bekannt gewordene vielseitige Kölner Thomas Baumgärtel hat als Künstler einen frühen und kontinuierlichen Bezug zur Landschaft, als Kind bereits vermittelt durch seinen Vater. Die Ausstellung im B.C. Koekkoek-Haus, Museum der Romantik und für Landschaftsmalerei am Niederrhein, zeigt 20 Arbeiten zu dem Thema aus den Jahren 2007-2022.
Im B.C. Koekkoek-Haus zeigt sich der Künstler mit bunt schillernden Werken im der Pop Art aber auch mit stillen poetischen Landschaften in Grau. Eine spannende Begegnung mit den Landschaften der Klever Romantik im Museum,“ stellt es eine aktuelle Sonderausstellung vor.
Soweit zur Theorie. Machen wir uns auf den Weg an den Niederrhein. Das Museum liegt ganz in der Nähe des örtlichen Bahnhofs und ist sowohl mit Bus & Bahn wie auch mit dem Automobil bequem zu erreichen.
Kritikwürdig sind die Öffnungszeiten: Dienstags bis samstags ab 14 Uhr (!), nur sonn- und feiertags ab 11 Uhr.
Die Kasse befindet sich im Erdgeschoß. Der integrierte Museumsladen ist gut sortiert und bietet Informationsmaterial zu den Dauer- und Sonderausstellungen, Ausstellungskataloge sowie einen gedruckten Museumsführer an. An der Haustüre gibnt es einen Quellcode für eine akustische Beschreibung des Museums; dieses Angebot richtet sich wohl an Personen, die während eines Stadtrundgangs hier Station machen.
Das Museum war längere Zeit geschlossen. Was nicht nur an Corona lag. Die Zeit wurde zum Einbau eines Personenaufzugs genutzt. Blöd dabei: Der Aufzug öffnet seine Eingangstür von Geisterhand, ist aber so langsam, daß selbst schleimige Schnecken schneller in den oberen Etagen sind.
Mobilitätseingeschränkte und gehbehinderte Besucher müssen bei den Zugängen zu den Ausstellungsräumen vorsichtig sein. Auf dem Fu0boden der Eingangstüren gibt es leicht hölzerne Türschwellen, die leicht zur Stolperfallen werden. „Tja, wird sind leider in einem Altbau,“ betont das Museumspersonal.
Doch nun zu den Ausstellungen.
Barend Cornelis Koekkoeck (sowie Maler aus seinem Umfeld) sind auf allen 3 Etagen zu sehen. Es gibt hauptsächlich Landschaftsmalerei und Porträts, die durch ein kleines grafisches Kabinett ergänzt werden.
Insbesondere die Landschaftsmalerei wird nur eingeschränkt Szenen zeigen, die tatsächlich vom Niederrhein stammen. Voll ausgebildete Kunsthistoriker werden schnell erkennen, wo es sich um konstruierte Abbildungen, die der Phantasie des Malers entspringt, handelt.
Und nichtsdestotrotz: Wer handwerklich gute, klassische Malerei zu schätzen weiß, wird diesen Teil der Kusntpräsentation mögen.
Baumgärtel ist in den beiden oberen Stockwerken zu sehen. Er beteiligt sich mit Acyl bzw. Spraytechnik auf großformatiger Leinwand. Passend zur Dauerausstellung zeigt der Sprayer Landschaftsmalerei.
Ungewohnt dabei: die Banane fehlt! Im ersten Augenblick möchte der kunstwissenschaftlich – kunsthistorische Laie meinen, hier würde ein anderer, zur Abstraktion neigender zeitgenössischer Künstler ausstellen.
Trotz der oben angesprochenen Defizite lohnt sich – alles in allem – ein Besuch auf jeden Fall.
Bürgerreporter:in:Andreas Rüdig aus Duisburg |
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