“Büro ist Krieg”
Kennen Sie Stromberg ?
Ich liebe diese Serie.
In meiner eigenen Großraumbüro-Vergangenheit gab es eine Kollegin, die fachlich unangreifbar war, in ihrer Freizeit spielte sie Eishockey in gemischten Teams, dort hatte sie einen burschikosen Humor und einen deftigen Umgangston erlernt.
Investmentbanker treten in chicken Anzügen und Maßschuhen auf. Sie speisen in teuren Restaurants. So weit so gut.
Aber wenn sie fluchen, sucht man lieber das Weite.
Diese Mentalität erkannte ich auch bei unserer fachliche einwandfreien Kollegin.
Bei “Stromberg” gibt es nur sehr, sehr wenige Charaktere, mit denen man im wirklichen Leben zusammenarbeiten wollen würde.
Der Chef Stromberg mag in Wahrheit sich selbst nicht. Das Büro als Arbeitsort ist ein Kampf, ja, aber Krieg ist a-b-s-o-l-u-t grausam, man nimmt fast keinerlei Rücksicht mehr.
Ich selbst kam mit der Eishockey-Lady nicht gut zurecht. Nach einigen Jahren hatte sie Erfolg bei ihrer Bewerbung in einem Büro in Leipzig.
Eine Art Poesie-Album ging rum, jeder Kollege schrieb ein paar Zeilen rein.
“Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Viel Erfolg bei Ihrem beruflichen Neuanfang”, schrieb ich.
Die Kollegin machte ihre Runde durchs Büro, um sich von allen zu verabschieden. “Vielen Dank für den netten Spruch”, sagte sie zu mir.
Passen wir gut auf unseren Rechtsstaat auf.
Jeder Mensch hat den göttlichen Funken in sich. Nur weil Jemand flucht, bedeutet es nicht, dass er nicht auch Gefühle hat, auf die man besser Rücksicht nimmt.
Investmentbanker können sich zwar kaufen, was sie wollen, aber sie brauchen ganz dringend Freunde.
Menschen, die es nicht auf ihr Geld abgesehen haben. Die Kollegin mit dem ruppigen Humor war dann eben doch empfänglich für “nette Worte”.
Sorgen um dieses Land sind angebracht, noch leben wir hier im Frieden.
So sehe ich es.
Bürgerreporter:in:Lorenz George aus Berlin |
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