Die DDR war nicht das bessere Deutschland
Da Lob ich mir “die Prinzen”
Ich habe mich heute mit einem Künstler unterhalten. Er lebt jetzt in West-Berlin, stammt aber ursprünglich aus Thüringen.
Auch in der DDR gab es Gewalttaten, es wurde nur nicht darüber berichtet.
Die Band “die Prinzen”, die in der DDR im Chor saubere Intonation gelernt haben, sie singen unter Anderem “Du musst ein Schwein sein in dieser Welt”.
Sie meinen es glasklar “um die Ecke” gedacht. Sie beklagen es, dass unsere Gesellschaft egoistisches, raffgieriges Verhalten belohnt.
Ich selbst saß einmal einem Mann mit DDR-Vergangenheit in einem Job-Interview gegenüber.
Ich bin gelernter Bankkaufmann und hatte mich bei ihm im Finanz-Vertrieb beworben.
Wortwörtlich sagte er mir, “ich suche richtige Dreckschweine”. Den Hardcore-Kapitalismus, der alles dem Geld unterordnet, hat er wirklich angenommen.
Ich bin mir sicher, er bejaht den oben genannten Song der Prinzen, ohne zu verstehen, dass die Band genau das Gegenteil meint.
Um es ganz, ganz deutlich zu sagen. In Großraum-Büros waren die nettesten Kollegen und Kolleginnen welche mit Ost-Biographie.
Charmante Frauen und wirklich kollegiale Herren. Aber es gab auch grobe, dumme Männer, die ihre Homophobie in groben Worten ausdrückten.
Traditionell ist der Berliner tolerant.
Wer mit wem glücklich wird, geht Niemanden anderen etwas an.
Wer mit der Stasi groß wurde, der musste lernen, vorsichtig zu sein. Dem eignen Freunde konnte man nicht gänzlich trauen.
Beobachtung ist die Grundlage jedweder Kunst. Wer in der DDR aufwuchs mußte lernen zu beobachten, und auf Zwischentöne zu achten.
Kein Wunder, dass sie so hervorragende Künstler hervorbrachte.
So sehe ich es.
Bürgerreporter:in:Lorenz George aus Berlin |
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