Megalithen, Druiden und der Zauberwald Brocéliande
Druiden gibt’s nicht mehr – oh doch!
- 1 - Ein Druide? Im Zauberwald auf den Spuren von Merlin.
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- hochgeladen von Günter van Meegen
Wer schon einmal in der Bretagne Urlaub gemacht hat, insbesondere in den Hotspots der Megalithkultur und der Sagenwelt, dem ist vielleicht so mancher begegnet, der durch sein Aussehen und seine Handlungen an einen Druiden erinnert.
So ist es mir vielfach ergangen, insbesondere im Forêt de Brocéliande, Locmariaquer und Carnac im Département Morbihan.
Druiden bildeten die kultische und geistige Elite der Kelten. Zu den bekanntesten Druidenfiguren zählen einerseits der fiktive Miraculix aus den Asterix-Comics und andererseits Merlin, der aus der Artussage als Seher, Ratgeber und Zauberer bekannt ist.
Im Zauberwald von Brocéliande
Eben dieser Merlin wird mit dem Zauberwald von Brocéliande, dem heutigen Forêt de Paimpont, im Herzen der Bretagne in Verbindung gebracht. Der legendäre Wald liegt westlich von Rennes und gehört zu den bekanntesten Waldgebieten der Region. Zahlreiche Erzählungen und Legenden rund um König Artus und seine Gefährten werden mit diesem Wald verknüpft. Auch einige der dortigen Megalithanlagen werden in der örtlichen Sagenwelt mit den Helden der Artussage in Verbindung gebracht.
Eine weitere Legende erzählt von Merlin und Viviane. Zahlreiche mystische Orte sind im Wald bekannt, darunter die Quelle von Barenton. Hier soll Merlin seine geliebte Viviane in die magischen Künste eingeweiht haben. Auch ein Ort, der als Merlins Grab bezeichnet wird, lässt sich im Zauberwald finden, oder auch das Tal ohne Wiederkehr.
Viviane, auch als „Herrin vom See“ bekannt, war in den verschiedenen Überlieferungen nicht nur mit Merlin verbunden, sondern spielte auch eine entscheidende Rolle in seinem Schicksal. In manchen Erzählungen wird sie zur Verführerin, die Merlin mit ihren eigenen magischen Künsten an sich bindet und schließlich dafür sorgt, dass er verschwindet oder für immer eingeschlossen bleibt.
Überall in der Bretagne findet man prähistorische Bauwerke: Megalithanlagen, Dolmen und Menhire. Besonders viele davon befinden sich in der Gegend um Carnac und Locmariaquer.
Dolmen sind steinzeitliche Grabstätten, die häufig aus Tragsteinen und großen Deckplatten bestehen. Menhire sind einzeln aufgerichtete Großsteine, während man bei mehreren in Reihen angeordneten Menhiren von Steinreihen oder Steinreihenanlagen spricht.
Die berühmten Steinreihen von Carnac, zu denen die Gruppen von Kerlescan, Le Ménec und Kermario gehören, umfassen heute noch rund 3.000 aufrecht stehende Steine. Die Anlagen erstrecken sich über eine Länge von insgesamt etwa vier Kilometern. Einige der Menhire erreichen eine Höhe von rund vier Metern. Ihre genaue Funktion ist bis heute nicht abschließend geklärt. hätte an diesem gewaltigen Hinkelsteinlager jedenfalls seine wahre Freude gehabt!
Südöstlich von Carnac, in der Gemeinde Locmariaquer, kann man den Grand Menhir brisé bestaunen. Dieser gewaltige Stein gilt als einer der größten jemals von Menschen der Jungsteinzeit bewegten und aufgerichteten Einzelblöcke. Ursprünglich war er etwa 20,6 Meter lang und wog rund 280 Tonnen. Vor ungefähr 6.500 Jahren wurde er aufgerichtet. Heute liegt er in vier große Teile zerbrochen am Boden. Wann und warum er umfiel, ist nicht abschließend geklärt.
Ganz in der Nähe befindet sich der jungsteinzeitliche Dolmen Table des Marchands – der „Tisch der Händler“. Die Anlage ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Grabarchitektur der damaligen Zeit. In der Umgebung zeugen weitere Großsteingräber und Hügelgräber von einer bedeutenden vorgeschichtlichen Kulturlandschaft.
Am südlichen Ende der Halbinsel von Locmariaquer, in den Dünen nahe dem Strand, liegt die seltene Knickdolmen-Anlage Les Pierres-Plates („Die flachen Steine“). Ihr Gang ist nicht gerade angelegt, sondern weist einen deutlichen Knick auf. Solche Anlagen sind in der Bretagne ausgesprochen selten, es soll nur sieben dieser Anlagen geben.
Doch die Bretagne hat nicht nur steinerne Zeugen aus der Vorzeit zu bieten. Wer sich auf die Spuren von Merlin, Viviane und König Artus begibt, gelangt in den sagenumwobenen Wald von Brocéliande, in dem sich vorgeschichtliche Denkmäler, mittelalterliche Überlieferungen und neuere Legenden miteinander verbinden.
Zu den Bildern:
1 – Ein Druide? Im Zauberwald, auf den Spuren von Merlin.
2 – Ein Druide? Am See „Feenspiegel“ im Tal ohne Wiederkehr (Val sans Retour), im Zauberwald Brocéliande.
3 – Viviane, die Herrin des Sees?
4 – Ein Druide? Ohne Sichel, dafür mit Pfeife – im Zauberwald.
5 – Ein Druide? Unser Campingplatzwirt in Locmariaquer. Früh am Morgen sammelte er Meeresfrüchte, die er seinen Gästen am Abend servierte.
6 – Das Grab von Merlin (Le Tombeau de Merlin) im Zauberwald.
7 – Das Haus der Viviane (L’Hôtié de Viviane), auch als „Grab der Druiden“ (Tombeau des Druides) bezeichnet, im Zauberwald.
8 – Die Gralskirche Sainte-Onenne in Tréhorenteuc.
9 – In der Gralskirche: eine Darstellung, in der den Rittern der Tafelrunde zu Pfingsten der Heilige Gral erscheint.
10 – Ein Fenster in der Gralskirche mit dem Heiligen Gral als Motiv.
11 – Der Jungbrunnen (Fontaine de Jouvence) im Zauberwald.
12 – Die Quelle von Barenton im Zauberwald, die eng mit den Artussagen verbunden ist.
13 – Der Garten der Mönche (Jardin aux Moines) im Zauberwald.
14 – Das Grab der Riesen (Tombeau des Géants) im Zauberwald.
15 – Figuren und Motive aus den Artussagen und der keltischen Mythologie in Tréhorenteuc, am Rande des Zauberwaldes.
16 – Das Lokal im Zentrum von Tréhorenteuc, direkt am Eingang zum sagenumwobenen Wald von Brocéliande.
17 – Eine Schutzbarriere um das Kunstwerk „Der goldene Baum“ (L’Arbre d’Or) im Tal ohne Wiederkehr.
18 – Das Wegekreuz Croix Lucas im Zauberwald.
19 – Die Menhire von Monteneuf (Les Pierres Droites), südlich des Zauberwaldes.
20 – Aufgeschichtete Steintürme (Cairns) in der Nähe des Jungbrunnens (Fontaine de Jouvence).
21 – Der Gangdolmen Les Pierres-Plates („Die flachen Steine“), eine seltene Knickdolmen-Anlage in Locmariaquer.
22 – Der große zerbrochene Menhir (Grand Menhir brisé) von Er Grah in Locmariaquer.
23 – Ein jungsteinzeitliches Ganggrab mit Rundhügel (Cairn) in Locmariaquer.
24–27 – Die Menhire von Carnac.
Bürgerreporter:in:Günter van Meegen aus Bedburg-Hau |
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