Deister-Freilicht-Bühne
Es war wie ein Rausch…..

136Bilder

Im Ohr noch die Melodie von „Dona nobis pazem“, im Kopf noch die prachtvollen Kostüme, in den Gedanken noch lebendige Szenen der vergangenen fast zwei Stunden. So gingen die Menschen den Berg hinunter und sie merkten gar nicht, dass es leicht regnete. Man war einfach noch im Flow dieses besonderen „Jedermann“ und eigentlich wollte man da nicht herausgeholt werden.

Das Stück ist vom Inhalt nicht zum auf die Schenkel klopfen, aber …! Diese Inszenierung von Renate Rochell ist ein Geschenk – ein Geschenk für alle Beteiligten Akteure, ein Geschenk für alle, die die Chance haben, sie zu sehen.

Die Deister-Freilicht-Bühne ist jedes Jahr mehr als „nur“ ein Freizeit-Theater. Auf die Idee, dass hier Theater von Menschen gespielt wird, die auch noch ein anderes Leben haben, würde man ohne das Wissen darum nie kommen. Und so spielen sie diesen Jedermann in sagenhafter Qualität.

„Nur eine Stunde“ holt der Jedermann im Gespräch mit dem Tod heraus. Und damit wird ihm sein egoistisches Leben vor Augen geführt. Man könnte meinen: Brauch ich nicht auch noch in dieser Nachrichtenwelt in meiner Freizeit. Wenn man diese Aufführung erlebt, bekommt man eine andere Meinung. „Geld ist nur Geld, wenn es sich vermehrt.“ sagt der Jedermann. Ob er das am Ende auch noch denken wird?
Jedermann – gespielt von Malte Großestrangmann. Es ist DIE Rolle für ihn. Er scheint diese Rolle zu leben. Man könnte glauben, am Ende wirklich fast zwei Stunden seines Lebens erlebt zu haben. Dabei ist es kein Unterschied, ob es am Anfang in der „Wollust“ des reichen, abgehobenen Egoisten (hier leuchtet ein wenig ein Gedanke zu den Tagesnachrichten auf) oder am Ende des Menschen, dem der Spiegel vorgehalten wird. Es ist eine Meisterleistung.

Nun wäre die Begeisterung über diese Inszenierung nicht so groß, wenn nicht alle, in kleinen oder großen Rollen so überzeugend spielen würden. Es ist wieder einmal so: Jede Rolle, jede Bewegung, jeder Satz aller Akteure ist durchdacht. Es ist ein Spiel aller. Das macht diese Bühne wieder einmal aus.

Es war erst die Premiere. Es waren fast die ganze Zeit drohende Wolken über dem Theater. Die Tropfen fielen aber erst, als der Schluss-Applaus, der lange, herzliche Applaus verklungen war. Es war ein wenig so, als hätte das Wetter nicht stören wollen. Als hätte es den Genuss nicht stören wollen.

Man kann noch Karten für die folgenden Aufführungen bekommen, so sagte Julia Nunez-Bartolomé am Schluss. Freue sich, wer noch eine Karte ergattern kann!

Bürgerreporter:in:

Evelyn Werner aus Seelze

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

35 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.