HARZ WANDERUNG
Neujahrswanderung um Wernigerode - Lustgarten - Kastanienwäldchen - Schloss

Barock - Schloss Wernigerode
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Zu einer Neujahrswanderung um Wernigerode hatte der Harzklub Zweigverein Quedlinburg eingeladen. Wernigerode wird ist als Bunte Stadt im Harz bekannt.

Wernigerode und sein Barockschloss

Die zum Landkreis Harz gehörende Stadt liegt am Nordrand des Harzgebirges. Schon von weitem ist das, auf dem Schlossberg unterhalb des Agnesberges befindliche, Barockschloss gut sichtbar. Ursprünglich befand sich auf dem Schlossberg eine zwischen 1110 und 1120 errichtete Höhenburg. Unter Kaiser Heinrich V.  verlegte der aus  Schwaben stammende Graf von Haymer seinen Wohnsitz auf diese Burg. Er wurde der Graf von Wernigerode, damals eine kleine Siedlung. Im Jahre 1429 starb die männliche Linie der Grafen von Wernigerode aus. Ein Verwandter der Graf von Stolberg im Harz übernahm die Grafschaft Wernigerode. Es entstand die Grafschaft Stolberg - Wernigerode. Von 1671 bis 1676 erfolgter der Ausbau der Burg zu einem barocken Wohnschloss. Ab der Jahre 1726 wurde aus der Grafschaft ein Fürstentum. Der Ausbau zu den heutigen repräsentativen Prunkschloss erfolgte unter dem Vizekanzler des Deutschen Reiches Graf Otto zu Stolberg - Wernigerode in den Jahren 1863 und 1885. Mit der Novemberrevolution 1918 erfolgte eine Entmachtung des Adels und Beschlagnahme des Eigentums. Eine Enteignung fand jedoch nach der gescheiterten Volksentscheidung vom 20. Juni 1926 jedoch nicht statt. Die Schlösser gingen größtenteils an den Staat, der Wald und die Ländereien blieben dem Adel erhalten. Mit der Bodenreform 1945 in der damaligen sowjetischen Besatzungszone wurden die Fürsten von Stolberg - Wernigerode entschädigungslos enteignet. Bereits im Jahre 1929 wurde das Schloss Wernigerode von der Adelsfamilie als Wohnsitz aufgegeben. Das Schloss wurde für Besichtigungen bereits  1930 freigegeben. Heute befindet sich dort das Schlossmuseum. Zu dem Schloss gehört auch ein als Lustgarten bezeichneter Schlosspark. Dieser bereits im 16/17 Jahrhundert angelegte Park befindet sich ca. 500 m (Luftlinie) unterhalb des Schlossberges. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde ein als Lustschloss bezeichnetes Gartenhaus in der Parkanlage errichtet. Dieses Gartenhaus wurde später aufgrund statischen Problemen  abgerissen. Die Steine wurden für die Umfassungsmauer des Lustgarten verwendet. 

Lustgarten - Kastanienwäldchen - Schloss

Der Parkplatz an der Südseite des Lustgarten war der 2. Treffpunkt zu dieser Wanderung. Nach der Begrüßung und einer kurzen Einstimmung auf die Neujahrswanderung durch den Wanderleiter und Wanderführer Manfred Böhm ging es durch  den Südeingang in den Lustgarten. In der Nacht zuvor hatte es etwas geschneit, sodass wir eine herrliche Winterlandschaft vorfanden. Es fehlte nur noch etwas Sonnenschein. Dafür gab es als "Ausgleich" einen unangenehmen frischen Wind.  Bereits nach ca. 250 m in östlicher Richtung verließen wir den Lustgarten. Über einen Wiesenweg erreichten wir nach weiteren 300 m in östlicher Richtung das Kastanienwäldchen. Dieses 1,7 ha großes Wäldchen wurde im Jahre 1790 mit 190 achtjährigen Esskastanien angelegt. Jahre später wurden sogar der königlicher Hof in Berlin mit den Esskastanien beliefert. Zur Kastanienernte ist das Kastanienwäldchen noch heute ein beliebtes Ausflugsziel. Nach der Durchquerung des Kastanienwäldchens wanderten wir in südlicher Richtung  bis zum Harzrand weiter. Hier trafen wir auf dem internationalen Radwanderweg R1. Auf dem R1 wanderten wir nun in östlicher Richtung. Von diesem Weg hatten wir einen schönen Ausblick auf den Horstberg mit seiner Warte. Die Horstbergwarte  gehörte zum Wernigeröder Wartesystem und wurde um 1250 auf Veranlassung der Regensburger Grafen auf dem Horstberg errichtet. Etwa nach 1,5 km erreichten wir das in südwestlicher Richtung verlaufende "Gebrannte Eichental". In dem Tal ging  es stetig bergauf, nach ca. 900 m  erreichten wir eine Wegkreuzung.  An der Wegkreuzung  wählten wir den in westlicher Richtung führenden Kammweg, den Annaweg aus.  Vom Annaweg hatten wir einen schönen Blick in das Christianental, auf Nöschenrode  und auf Wernigerode. Auch der  Armeleuteberg mit dem Kaiserturm war gut erkennbar. Dieser Annaweg wurde im Zusammenhang mit der Errichtung einer Schlosswasserleitung im Jahre 1730 angelegt. Um auf den oberhalb des Schlossberges  gelegenen Agnesberg zu gelangen, verließen wir den Annaweg und wanderten auf dem Agnesweg hinauf zum Agnesberg. Von dort hatten wir einen schönen Blick auf das Barockschloss und auch auf fast ganz  Wernigerode.  Da uns durch die Schneeglätte der direkte steile Weg zum Schloss zu gefährlich erschien, nahmen wir den in nördlicher Richtung verlaufenden Wanderweg, der uns nach einer Spitzkehre durch eine Senke hinauf zum Schloss führte. Auf die, vom Wanderleiter vorgesehene, Pause auf den Schlossterrassen mussten wir aufgrund des dort vorherrschenden kalten Windes leider verzichten. Über die Schlosschaussee erreichten wir nach etwa 750 m wieder unserem Parkplatz am Lustgarten. Für die rund 8 km lange und mit knapp 300 Höhenmetern versehene Neujahrswanderung möchte ich mich bei dem Wanderfreund Manfred Böhm recht herzlich bedanken. Zur Ergänzung meines Beitrags habe ich wieder ein paar Bilder aus meinem Archiv hinzugefügt.

Bürgerreporter:in:

Gerd Horenburg aus Aschersleben

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