Koch Stübchen
Renate Sültz - Münsterländer Küche - deftig & lecker

Essen und trinken
Ein Beitrag von Renate Sültz

Die Ess-und Trinkgewohnheiten der Menschen entwickelten sich aus natürlichen Gegebenheiten. Es wurde das genutzt, was die Felder der Bauern und die Wälder im Angebot hatten.
Die meisten Erträge wurden zu Nahrung verarbeitet. Bauern und einfache Landsleute, hatten ihre besonderen Essgewohnheiten. Hauptsächlich wurden diese durch das Brauchtum geprägt.
Da meine Großeltern aus dem Münsterland kamen, möchte ich von diesem Land, welches viele Wiesen, Weiden und weite Felder hat, etwas berichten.

Die Felder sind mit harter Arbeit aus Heiden und Mooren, urbar gemacht worden. In vielen Orten gibt es immer noch Baumwollspinnereien und Webereien. Nur leider schwindet ihre Bedeutung immer mehr. Neben Handwerk und Handel waren früher die Spinnereien, eine wichtige Einnahmequelle. Bevor die intensive Bewirtschaftung begann, war jeder Bauer noch Selbstversorger.
Auch viele Bürger aus den Ortschaften bewirtschafteten Gärten, um sich selbst versorgen zu können. Auf diese Weise konnten sie ihre Familien mit Gemüse, Kartoffeln und Obst sättigen. Es wurden auch Schweine, Gänse und Hühner für die leckeren Gerichte gehalten. Die Münsterländer waren einfache und bodenständige Menschen.
Wenn sich die Gelegenheit zu einer Tafelrunde ergab, bildete die gute, kräftige Brühe den Beginn eines ausgedehnten Mahles. Im Münsterland wird diese Brühe mit zweierlei Fleisch gekocht. Ich selbst koche sie auch oft so. Mit einem Suppenhuhn und Rindfleisch ein Genuss.

Nach dem kochen nimmt man beide Fleischsorten aus der Brühe. Nun richtet man es mit dem kleingeschnitten Fleisch auf einem warmen Teller an. Dazu wird eine Zwiebelsoße gereicht. Diesen Teller serviert man als Vorspeise mit der Brühe.
Die Brühe erhält eine Einlage aus Spargel, Blumenkohlröschen, Nudel und Markbällchen.

Wer sie auch so kochen möchte, der schaut hier:
750 g Rindfleisch zum kochen (z.B. hohe Rippe)
1 junges Suppenhuhn, 1 -2 Markknochen,
2 l Wasser, 1 Esslöffel Salz, 1 Stange Porree, 1 Möhre, 1 Stück Sellerie.

Das Wasser mit dem Salz aufkochen, dann erst das Fleisch hineingeben. Wenn alles kocht abschäumen. lassen Sie das Fleisch ca. 90 Minuten köcheln. Das feingeschnittene Gemüse jetzt erst dazugeben. Noch 15-20 Minuten kochen, bis das Fleisch weich ist. Die fertige Suppe kräftig abschmecken. Nun das Fleisch aus der Brühe nehmen und in Scheiben schneiden. Das Hühnerfleisch in Stückchen zerpflücken. Nun alles wieder in die Brühe geben und bis zum Verzehr warm stellen.

Liebe Freunde ich wünsche Euch beim Nachkochen noch viel Freude.
Renate Sültz.

Bürgerreporter:in:

R. G. Wardenga aus Königsborn

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