Der Vorwerk-Park in Wuppertal lädt ein
Vom Steinbruch zum Rhododendronpark

Stefanie Baron und Martin Röder haben im Adolf-Vorwerk-Park ihre Heimat gefunden
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  • hochgeladen von Andreas Vogt

Ganz besonders zur Rhododendron-Blüte im Mai/Juni ist ein Besuch des in 1907 von Adolf Vorwerk angelegten Parkes mit Felsengarten sehr gefragt.

Nach einer umfassenden Sanierung durch die „Adolf-Vorwerk- Park- Stiftung wurde der Park in 2003 erstmals für die Öffentlichkeit freigegeben.

Die Stiftung wird von einem Vorstand und einem Kuratorium geleitet.

Im Kuratorium hat Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff den Vorsitz.

Zweck der Stiftung ist die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes. Der Stiftungszweck wird durch die Unterhaltung und Pflege des im Eigentum der Stiftung befindlichen Adolf-Vorwerk-Parkes verwirklicht.

Martin Röder (54) kommt aus der Forstwirtschaft und hatte vor 10 Jahren eine Bewerbung für die Stadt Wuppertal eingereicht. Vom Personalamt erhielt er eine Absage mit der Bitte, er möge doch bitte bei der Ressortleiterin des Forstamtes vorstellig werden. Diese informierte Martin Röder über das Projekt Vorwerkpark und das dort ein Gärtner von der Stiftung gesucht wird, der sich um den geschichtsträchtigen, 6 Hektar großen Park kümmert.

Nach zwei Nächten mit wenig Schlaf entschied sich Martin für diese sehr vielfältige und verantwortungsvolle Aufgabe.

Und er machte diesen Job seit seinem ersten Arbeitstag zu seiner Lebensaufgabe.

Seitdem ist der Park kaum wiederzuerkennen.

Zu dieser Zeit war Martin noch in der heutigen Eisdiele am in der Nähe befindlichen Toelleturm untergebracht und hatte jeden Tag den Weg mit seiner Schubkarre und Gartengerät hin in den Park und zurück zu Fuß zu bewältigen.

Glücklicherweise entstand die Idee, dass man aus dem alten Wirtschaftsgebäude im Park eine Dienstwohnung mit einem Gewächshaus für Martin bauen wollte. Heute werden in dem Gewächshaus seltene Rhododendren veredelt.

Gemeinsam mit seiner Frau Stefanie Baron wohnt er jetzt seit 2,5 Jahren mit zwei Hunden in dieser Dienstwohnung, solange er für die Stiftung tätig ist.

Nach fast 10 Jahren für den Park kennt Martin alle Nachbarn, welche den Park oft besuchen und schätzen. Die Bürger in der Nachbarschaft sind froh, dass sich Martin mit Leidenschaft um den Park kümmert und vor Ort wohnt.

Martin organisiert gerade zur Rhododendronblüte öffentliche Führungen. Aber auch private Anfragen für Führungen rund um die Historie des Parkes nimmt Martin gern gegen eine Spende für die Stiftung entgegen.

Nach der Führung trifft sich die Gruppe im Gewächshaus bei Martin zum geselligen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Dieses Format verbindet die Menschen.

Für die Zukunft ist die Gründung eines Freundes und Förderkreises geplant.

Viele der Teilnehmer an der Führung interessieren sich für eine Mitgliedschaft im Freundeskreis und möchten gern dieses wunderbare Projekt unterstützen.

Stefanie erstellt Eulen aus Holz, welche sie zugunsten der Stiftung verkauft.

Zudem besteht die einzigartige Möglichkeit, eine sehr schöne Sitzbank für ca. 1990,- EUR zugunsten der Stiftung zu erwerben, welche vom Solinger Schmied Bauer Brandes von der Müngstener Brücke aus Eisen in Handwerksarbeit hergestellt, mit einem Schild persönlich gewidmet und fest im Boden verankert ist.

Der Park besteht zu 2 Dritteln aus Landschaftsschutzgebiet und zu einem Drittel aus Naturschutzgebiet.

Angeln , Radfahren, Grillen, Picknicken und Campen ist im Park verboten.

Zur großen Freude von Martin und Stefanie wurde der Vorwerk-Park in das Europäische Gartennetzwerk ( EGHN) aufgenommen. Als die Stiftung 2015 gegründet wurde, hatte diese den Antrag auf Aufnahme in das Europäische Gartennetz gestellt. Dieser Antrag wurde zunächst mit dem Argument abgelehnt, der „Garten /Park sei noch nicht so weit“.

Nachdem Martin einige Jahre für den Park zuständig war, wurde der Antrag erneut gestellt und erfolgreich angenommen. Diese Auszeichnung ist auf das große Engagement von Martin zurückzuführen.

Auch die Vorwerk Familie lässt sich ab und zu im Park blicken.

In der Adventszeit steht ein von Martin aus Holz gesägter, geschmückter Adventskranz auf der Parkwiese.

Mit dem Freundeskreis ist die gemeinsame Pflanzung von Obstbäumen auf den Obstwiesen geplant, sowie eine gemeinsame Apfelernte und die Produktion von Saft zugunsten der Stiftung.

Mit derlei Aktionen wird der Park erlebbar und verbindet die Menschen.

Der Park zieht natürlich auch viele Wildtiere an. Martin hatte schon den Waschbären zu Gast, der großes Interesse für den Inhalt der Mülltonnen zeigte. Auch ein Wolf zeigte sich in den letzten Wochen auf seiner Durchreise.

Ein einmaliges Erlebnis für Martin war die Rettung eines Weißkopfseeadlers, der sich in der Krone eines Baumes verfangen hatte. Eine Besucherin kontaktierte Martin Röder und beschrieb den Vogel als einen Habicht. Letztendlich stellte sich dieser als ein entflohener Weißkopfseeadler aus einer Falknerei dar. Der Ausreißer konnte dann später wieder eingefangen werden.

Der wunderschöne, zauberhafte Landschaftspark befindet sich im Süden von Wuppertal Barmen, Ortsteil Lichtenplatz. Über eine Sichtachse kann man den Blick ins Murmelbachtal mit Sicht nach Schwelm schweifen lassen. Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte über das Murmelbachtal, die Rhododendronschlucht und den Vorwerkteich.

Besonders zahlreich sind die vielen Rhododendronarten. Der Besuch des Parks lohnt sich zu allen Jahreszeiten.

Der Eintritt ist frei.

Der Park ist jeden Tag von 8:00 bis 21:00 Uhr geöffnet.

Das Gelände ist nicht barrierefrei.

Martin und Stefanie haben hier ihren Heimathafen gefunden und fühlen sich diesem besonderen Ort sehr verbunden.

Was für ein schöner Zufall, dass es vor zehn Jahren mit der Bewerbung von Martin bei der Stadt Wuppertal nicht funktioniert hatte.

Infos: https://www.vorwerk-park.de

Wer den Freundeskreis des Adolf-Vorwerk-Parkes unterstützen möchte, wendet sich bitte per E-Mail an: info@vorwerk-park.de

Bürgerreporter:in:

Andreas Vogt

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