HARZ WANDERUNG
STERNWANDERUNG 2026 WOLFSHAGEN - 140 JAHRE HARZKLUB - STEINWAY TRAIL

rekultivierter Steinbruch Wolfshagen
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Zu der diesjährigen Sternwanderung mit anschließenden Festveranstaltung in der Festhalle in Wolfshagen hatte der Harzklub e.V. eingeladen. Die Sternwanderung wurde gemeinsam von den Zweigvereinen Wolfshagen, Langelsheim und Seesen organisiert und durchgeführt. Der Harzklub e.V. wurde am 8. August 1896 von den Herren Alfred Schneider, Carl Reuß und Heinrich Conrad Huch in Seesen im Nordwestharz gegründet. Damals ging es hauptsächlich um die Erschließung des Harzes für Wanderer und den aufkommenden Fremdenverkehr.  In diesem Jahr konnte das  140 jährige Bestehen des Harzklubs gefeiert werden. Derzeit gibt es 76 Zweigvereine mit 11.000 Mitgliedern. Da der Quedlinburger Buchverleger H. C. Huch zu den Gründungsvätern des Harzklub e.V. gehört, hat mein Zweigverein Quedlinburg eine besondere Beziehung zum Harzklub. So wird z.B. die Grabstelle  des, am 26. Juni 1931 verstorbenen, ehemaligen Vorsitzenden des Zweigvereins Quedlinburg H. C. Huch noch heute von Mitgliedern des Zweigvereins gepflegt. Bei den Sterntreffen werden stets mehrere Wanderrouten, und als Besonderheit auch der Besuch von Museen, Bergwerken, Talsperren, Wasserwerken  usw. angeboten.

Die Spur der Steine

Der Treffpunkt für die Wanderroute "Spur der Steine" war der Parkplatz in der Steinbrechstraße in Wolfshagen. Da sich sehr viele Wanderfreunde*innen  dafür entschieden hatten, wurden 3 Wandergruppen gebildet, die zeitversetzt und richtungsversetzt diese Wanderungen durchführten. Der Zweigverein Quedlinburg wie auch die Zweigvereine Ballenstedt, Thale und Osterode und andere hatten sich für die Wanderroute "Spur der Steine" entschieden. Die Wanderführerin Ines Holbein vom Zweigverein Bad Harzburg hatte die Wanderleitung für diese knapp 5 km langen Wanderung übernommen.  Nach der Begrüßung und Vorstellung der Wanderroute ging es hinauf auf den Heimberg. Oben angekommen konnten wir an einer Aussichtstelle  einen Panoramablick über ganz Wolfshagen genießen. Unser Weg führte jetzt, fast eben, zu den beiden Aussichtstellen des ehemaligen Steinbruchs. Hier wurden über 100 Jahren in einem ca. 38 ha großen Steinbruch das Hartgestein Diabas abgebaut. Seit 1985 ist dieser Steinbruch geschlossen und für die Allgemeinheit gesperrt. In den Jahren 1986 -1989 wurde dieser Steinbruch rekultiviert. Dabei mussten 73.000 Tonnen Gestein bewegt werden. Hierbei entstanden u.a. 8 kleinere Teiche mit einer Gesamtfläche von 6 ha. Sie werden von 3 Quellen gespeist. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich dort ein Biotop entwickelt. Viele geschützte Arten aus der Tier- und Pflanzenwelt haben sich im ehemaligen Steinbruch angesiedelt. Es ist schön anzusehen wie die Natur den ehemaligen Steinbruch bereits verwandelt hat. Auch auf dem Wolfshagener Heimberg gab es, wie fast überall im Hochharz,  bis vor wenigen Jahren einen monotonen Fichtenwaldbestand. Durch die Klimaveränderung, Trockenheitsperioden, Stürmen und den davon profitierenden Borkenkäfer wurde auch hier fast der ganze Fichtenwaldbestand vernichtet. Es entstand ein naturnaher Wald. Unter dem Motto "Der Wald kehrt zurück" ist dies ausführlich auf den Infotafeln am Wanderweg "Spur der Steine" dargestellt. Bereits in den 70 -er wurde den Tieren des Waldes eine größere Freifläche, am Rande dieses Wanderweges, zur notwendigen Äsung zur Verfügung gestellt. Im Jahre 2015 entstand daraus eine Streuobstwiese. Auf dem Rundweg "Spur der Steine" gelangten wir wieder hinunter zum Parkplatz. Für die, durch die Wanderführerin Ines Holbein gestaltete, sehr interessante Wanderung möchte ich mich an dieser Stelle recht herzlich bei ihr bedanken. Als "Schlusslicht" sorgte ihr Mann dafür, dass keiner auf dieser Wanderung verloren ging.

Festprogramm in der Festhalle

Vom Parkplatz ging es durch den kleinen Harzort Wolfshagen  zur Festhalle. Aber auch die Möglichkeit mit einen Shuttle Bus zur Festhalle zu kommen bestand. Als wir die Festhalle erreichten, hatte bereits der Festgottesdienst mit dem Pastor a.D. Karl Leyer begonnen. Unterstützt wurde er dabei von dem Gospelchor Happy Voices aus Goslar. Mit einem gemeinsamen Vaterunser endete der Festgottesdienst. Im Anschluss marschierte der Fanfaren- und Musikzug Wolfshagen in die Festhalle ein. Der Hingucker des Fanfarenzug war ein Sousaphon. Der hell lackierte Korpus mit dem Schalltrichter war aus Fiberglas, während das Maschinenteil aus Messing bestand. Neben den Fanfaren waren auch Trommeln und Pauken im Einsatz. Nach rund 30 Minuten guter Unterhaltung wurde uns der, am 13.02.1797 in Wolfshagen geborene, Heinrich Engelhard Steinberg näher gebracht. Nach der Tischlerlehre im etwa 15 km entfernten Seesen, arbeite er in Goslar als Organist. Nebenbei machte er eine Ausbildung als Instrumentenbauer in Goslar. Ab dem Jahre 1820 arbeite er als Orgelbauer in Seesen. Nebenbei in Heimarbeit stellte er Flügel her. Mit seinen Flügeln erzielte er große Erfolge. Im Jahre 1850 emigrierte er in die USA. Aus Heinrich E. Steinberg wurde nun Henry E. Steinway. Unter diesen Namen wurden seine Flügel weltberühmt. Ihm zu Ehren wurde von seiner Heimatgemeinde der Steinway Trail geschaffen. Der kulturgeschichtlicher Wanderweg führt von Wolfhagen nach Seesen. Auf dieser fast 15 km langen Strecke soll der junge Steinberg von Wolfshagen, während seiner  Ausbildung, nach Seesen gelaufen sein. Nach diesen Informationen  waren "Die fröhlichen Harzgebirgler Seesen" zu Gast in der Festhalle. Als eine besondere Attraktion zeigten zwei Peitschenknaller ihr Können. Mit ihren gezeigten Brauchtumspflege erfreuten sie die Besucher. Die Jagdhornbläser Seesen war die nächste Gruppe die uns mit teils bekannten und auch unbekannten Jagdhornsignalen erfreute. Die Hauptattraktion des Musik - Wander - Kultur- Festivals 2026 war die Wolfhäger Hexenbrut. Mit Musik- und Tanzbeiträgen eroberten sich die, mit kleinen und großen Hexen versehene, Hexenbrut die Herzen aller Anwesenden. Die "Oberhexe" Antje Wedde verstand es, die beiden anwesenden Bürgermeister von Langelsheim und Seesen, zum Mittanzen im Hexenkreis zu bewegen.
Nun war es an der Zeit die Gäste und Ehrengäste zu begrüßen. Die Bürgermeister von Langelsheim Ingo Henze und der Bürgermeister von Seesen Erik Homann überbrachten ihre Grußworte. Im Focus der Festrede des Vorsitzenden des Harzklub e.V. Dr. Oliver Junk stand das Ehrenamt. Er zeigte auf, wie sich die Gründe für die Übernahme eines Ehrenamtes in den 140 Jahren des Bestehens des Harzklubs  geändert haben. Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter kann kein Zweigverein bestehen. Leider ist es so, dass sich in letzter Zeit einige Zweigvereine in Sachsen - Anhalt  auflösen mussten, da sie nicht mehr in der Lage waren, die personellen Mindestanforderungen an einem Zweigverein e.V. zu erfüllen. Durch die Harzer Wandernadelbewegung sind viele Jugendliche im Harz unterwegs. Es muss gelingen diese jungen Menschen für die Teilnahme am Vereinsleben der Zweigvereine zu gewinnen. Nach seiner Festrede überreichte Dr. Oliver Junk, gemeinsam mit dem Hauptwanderwart Karl Leyer, die Wimpelbänder an die Ehrengäste und an den teilnehmenden Zweigvereinen. Die diesjährige Sternwanderung wurde ein voller Erfolg. Diese Sternwanderung wurde von den Zweigvereinen Wolfshagen, Langelsheim und Seesen gemeinsam monatelang vorbereitet. Dafür gebührt allen Mitwirkenden und Helfern ein großes Dankeschön.

Bürgerreporter:in:

Gerd Horenburg aus Aschersleben

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