"Du machst mich noch verrückt!"
Vortrag mit Kurs über den Umgang mit Demenzkranken
- Foto: Die beiden Sozialpädagoginnen Natalie Hensel (links) und Bettina Schramm führten durch einen kurzweiligen Nachmittag im Pfarrheim Westendorf zum Thema Demenz. (Foto: Julia Pietsch, LRA/Augsburg)
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„Du machst mich noch verrückt“
Im Pfarrheim Westendorf fand ein Vortrag mit Kurs über Kommunikation und Umgang mit dementiell Betroffenen großen Anklang
Von Rosmarie Gumpp
Westendorf: Roland Reiner, der Vorsitzende des Vereins für ambulante Krankenpflege Holzen und Umgebung begrüßte zum Vortrag mit Kurs über den Umgang mit Demenzkranken im Westendorfer Pfarrheim. Durch den kurzweiligen Nachmittag begleiteten Natalie Hensel und Bettina Schramm von der Seniorenberatung – Fachstelle für pflegende Angehörige des Landratsamtes Augsburg. Beide verfügen über eine reiche Erfahrung im Umgang mit dementiell betroffenen Menschen. Dass das Leben mit einem demenzkranken Menschen alles andere als einfach ist, war der Grundtenor dieser Veranstaltung. „Halten Sie vor jeder Reaktion kurz inne, atmen Sie, schauen Sie die Person an und sprechen Sie sie dann an“, rät die Sozialpädagogin Natalie Hensel. Jedes Verhalten hat einen Sinn, hinter jedem Verhalten stecken Gefühle und unerfüllte Bedürfnisse. Dass Demenzerkrankte Schutzstrategien entwickeln und dabei andere beschuldigen oder eine Sache bagatellisieren, war für die Anwesenden nicht neu. „Als Angehöriger müssen Sie sich in die Welt, auf die Insel der Demenzerkrankten begeben, möglichst ruhig bleiben und sich Zeit lassen“, so Bettina Schramm. Beide Referentinnen verwiesen auf die persönliche „Schatzkiste“ der Betroffenen. Als pflegender Angehöriger sollte man wissen, was der erkrankten Person wichtig war – das gibt Anlass zu guten Gesprächen. Wichtig, so die beiden Sozialpädagoginnen, die in der Fachstelle für pflegende Angehörige in der Seniorenberatung des Augsburger Landratsamtes mit Außenstelle in Stadtbergen beschäftigt sind, ist für einen pflegenden Angehörigen aber auch die Selbstfürsorge. „Sie müssen lernen, Hilfe von außen anzunehmen, um auftanken zu können, um Zeit für schöne Dinge zu haben. Immer wieder ergaben sich während des Vortrages mit Kurs für die Praxis Fragen aus dem Publikum, auf die Natalie Hensel und Bettina Schramm eingegangen sind. Zudem verwiesen sie auf die Möglichkeit zu einem kurzen Gespräch nach der Veranstaltung oder in der Beratungsstelle, um auf die Fragen individueller und persönlicher eingehen zu können. Die Seniorenberatung – Fachstelle für pflegende Angehörige beim Landratsamt Augsburg - bietet Gesprächsmöglichkeiten in persönlichen und familiären Konfliktsituationen und schwierigen Lebenslagen insbesondere für pflegende Angehörige und Angehörige von Demenzerkrankten. Die Beratung kann telefonisch, per E-Mail oder online, persönlich in der Beratungsstelle oder im Rahmen eines Hausbesuchs in Einzelgesprächen oder gemeinsam mit den Angehörigen erfolgen. Darüber hinaus bietet die Seniorenberatung einmal monatlich an verschiedenen Standorten sowie in einem Onlineformat Gesprächskreise für pflegende Angehörige zum Austausch mit anderen Angehörigen an. Wichtig zu wissen ist auch, dass alle Angebote kostenfrei und vertraulich sind. Der Schutz anvertrauter Daten ist gewährleistet.
Bürgerreporter:in:Rosmarie Gumpp aus Ellgau |
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