Ein Werbeslogan den jeder kannte
"Aus Erfahrung Gut" – Geschichte der Firma

Eine Werbung aus den Anfängen der Großen Elektrofirma AEG. Repro: Willi Kempter | Foto: Otto Killensberger
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Die AEG (Allgemeine Elektricitäts Gesellschaft) begann 1883 als Hersteller von Glühlampen, zählte später mit rund 180.000 Mitarbeitern zu den zwölf größten Elektrokonzernen der Welt und endete 1996 spektakulär nach der Verschmelzung der Daimler-Benz AG.
Am Sonntag, 21. Juni um 15 Uhr wird Elektroingenieur Willi Kempter aus Herbertshofen im Radio- und Telefonmuseum Wertingen in seinem Vortrag diese bewegende Firmengeschichte der AEG genauer beleuchten, - Eintritt frei.
Der Gründer Emil Rathenau und günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen machten die AEG gegen Ende des 19. Jahrhunderts vorübergehend zum größten deutschen Elektrounternehmen – noch vor Siemens.
Beide Unternehmen waren zugleich Konkurrenten und Partner: So gründeten sie 1903 auf Geheiß des deutschen Kaisers gemeinsam die Firma Telefunken. Telefunken gehörte ab 1941 vollständig zur AEG und war bis in die 1970er-Jahre hinein der Technologietreiber im Bereich der Nachrichtentechnik. Große Namen wie Adolf Slaby und Georg Graf von Arco entwickelte bei der AEG für die Kaiserliche Marine, die andere unter Karl Ferdinand Braun bei Siemens & Halske.
Bereits 1907 engagierte die AEG den Architekten Peter Behrens als künstlerischen Berater. Er war für die Gestaltung sämtlicher Produkte, der Werbemittel sowie der Architektur zuständig und gilt als weltweit erster „Corporate Designer“.
Hervorzuheben ist auch die Entwicklung des ersten Magnettonbandgeräts im Jahr 1935; das dafür erforderliche Kunststoffband entstand in den Laboren der BASF (Badische Anilin- & Soda-Fabrik).
In beiden Weltkriegen war die AEG ein bedeutendes Rüstungsunternehmen. Zudem wurden Autos, Lastkraftwagen, Dampflokomotiven und Flugzeuge hergestellt.
Am Ende des Ersten Weltkriegs hatte die AEG nahezu ihr gesamtes Auslandsgeschäft verloren, am Ende des Zweiten Weltkriegs auch die meisten Werke und Fabriken in Berlin und im Osten. Trotz weiterer widriger Umstände gelang es dem Konzern jedes Mal, an frühere Erfolge anzuknüpfen.
Besonders stark war das Unternehmen in den Bereichen elektrische Energietechnik, Eisen- und Straßenbahnen, Hausgeräte sowie Elektrowerkzeuge.
Die Verluste nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Firma durch Zukäufe und groß angelegte Expansion auszugleichen. Dadurch wirkte die Konzernstruktur jedoch zunehmend unstimmig und glich eher einem gigantischen Konglomerat.
Managementfehler und falsche Marktprognosen führten den Konzern zu Beginn der 1970er-Jahre in finanzielle Schwierigkeiten. Insbesondere die Verluste aus dem Kernkraftwerksgeschäft trugen wesentlich dazu bei. 1982 drohte die Zahlungsunfähigkeit, die nur durch einen Vergleich abgewendet werden konnte.
Auch der Einstieg der Daimler-Benz AG im Jahr 1985 konnte den angeschlagenen Konzern nicht nachhaltig sanieren. Gegen Ende des Jahrzehnts geriet er erneut tief in die Verlustzone. Schließlich wurde einer der bedeutendsten deutschen Konzerne nach 113 Jahren Geschichte aufgelöst. Standorte der AEG waren: Berlin, Frankfurt am Main, Nürnberg, Kassel, Rothenburg ob der Tauber.
Der Historiker Peter Strunk schreibt in seinem Buch „Die AEG“: „Wenn man einen Konzern mit noch 45.000 Mitarbeitern nach 113 Jahren zusammenkrachen sieht, das geht unter die Haut. Da endet ein Stück Kulturgeschichte.“
Das Wertinger Technikmuseum ist jeden 3. Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet und kann kostenlos besichtigt werden. Führungen für Schulklassen, Gruppen, Vereinen oder auch privat jederzeit nach telefonischer Voranmeldung möglich: Tel.Nr. 08272-84196.
In 7 Räumen werden dort ca. 600 Grammolas, Grammophone, Radiodetektoren, Röhrenradios, Musik–Fernsehtruhen, Tonbänder, 3 Musikboxen ausgestellt und vorgeführt. Im Telefonmuseum sind Telefone von 1898 bis 1980, Drehwähler, Morseapparate Fernschreiber uvm. zum Ausprobieren ausgestellt.
Eintritt frei – Info: www.radiomuseum-wertingen.de
Lust aufs Museum? Dann mach doch bei uns mit!

Bürgerreporter:in:

Otto Killensberger aus Wertingen

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