Der Stolz eines jeden "Halbstarken"
Kultgegenstand - Kofferradio

Das ist der Star des Vortrags von Willi Kempter - der "Bajazzo" aus der Produktion von Telefunken.
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  • Das ist der Star des Vortrags von Willi Kempter - der "Bajazzo" aus der Produktion von Telefunken.
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Bereits in den 1930er-Jahren gab es erste Radioempfänger, die in einem Koffer ähnlichen Gehäuse untergebracht waren - daher der Name Kofferradio. Es waren schwere, unhandliche und teure Luxusgüter. In den USA auch schon Ende 1920 als eigene Gattung verfügbar, wurden in Deutschland 1936 zwei Geräte als "Olympiakoffer" bekannt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden Kofferradios auch für die Truppenbetreuung eingesetzt, speziell für diesen Zweck wurden sogar eigene Geräte gebaut.
Nach dem 2. Weltkrieg setzte ausgehend von den USA in Europa ein Aufschwung der tragbaren Radios ein. Diese Geräte waren allesamt mit Röhren ausgestattet und benötigten nach wie vor teure Batterien. Form und Aussehen orientierten sich an amerikanischen Vorbildern.
Die Firma Akkord brachte erste leichte Geräte schon 1948 heraus, danach folgten 1950 auch andere, z.B. Grundig (Boy Junior) und Telefunken (Bajazzo 50). Aber erst mit der Verfügbarkeit der Transistoren Ende der 50er wurden die nun so genannten “Transistorradios” in den 60ern zum Renner, besonders bei Jugendlichen. Für diese war zu der Zeit ein "Transistor" ein Statussymbol. Kulturell avancierten Kofferradios damals zum Symbol des Nachkriegsaufbruchs und prägten die Freizeit- und Reisekultur. Mit dem Wirtschaftswunder stieg auch die Nachfrage nach Kofferradios, vor allem bei den Jüngeren.
Einen regelrechten Boom der Verkäufe verursachten auch die Radiorekorder ab etwa 1972, die ein Kassettenlaufwerk eingebaut hatten. Es gab auch Modelle mit eingebautem Plattenspieler; ab Ende 1970 sogar in Stereoausführung.
Große Geräte mit leistungsstarken Verstärkern wurden umgangssprachlich als Boombox oder Ghettoblaster bezeichnet.
Später hatten manche sogar einen CD-Spieler an Bord. Die Entwicklungen des Digitalen Zeitalters beschleunigten den Niedergang des Kofferradios. Internetradio und Mobiltelefon verdrängten viele klassische Geräte.
In seinem Vortrag zeichnet Willi Kempter anhand der Baureihe "Bajazzo" der Firma Telefunken diese Entwicklung nach.
Beginn ist am Sonntag, 21. September um 15 Uhr im Radio- und Telefonmuseum in Wertingen, Fére-Straße 2. Eintritt frei.
Das Radio- und Telefonmuseum Wertingen in der Feré-Straße 1 ist jeden 3. Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet. In 7 Räumen ca. 600 Grammolas, Grammophone, Radiodetektoren, Röhrenradios, Kofferradios, Musik–Fernsehtruhen, Tonbänder, 3 Musikboxen, uvm. präsentiert und vorgeführt.
Im Telefonmuseum sind Telefone von 1898 bis 1980, Drehwähler, Fernschreiber, Morseapparate uvm. zu sehen.
Eintritt frei – Info: www.radiomuseum-wertingen.de
Führungen für Gruppen, Vereine, Schulklassen jederzeit möglich auch kurzfristig. - Anmeldung unter Telefon 08272-84196.

Bürgerreporter:in:

Otto Killensberger aus Wertingen

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