Carolina Trautner im Gespräch
Großer Einsatz für Gesundheit, Pflege und Bürokratieabbau
- Foto: (c) Wolfgang Weiss Bild (c) Frau Trautner
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Untermeitingen, 30.06.2026 – Beim Interview des Business Netzwerks Lechfeld sprach ich heute mit Frau Trauter über Sie und Ihre politischen Ansätze.
Der Landkreis Augsburg und das Lechfeld stehen vor großen Herausforderungen, sei es in der medizinischen Versorgung oder bei der Unterstützung pflegender Angehöriger. Als erfahrene Politikerin und Landesvorsitzende der Lebenshilfe in Bayern setzt sich Carolina Trautner (CSU) an vorderster Front für tragfähige Lösungen ein. Ein Gespräch über Reformen, Herzensangelegenheiten und den direkten Draht zu den Bürgern.
Ein Leben für die Region und das Soziale
Carolina Trautner, verheiratete Mutter von zwei Kindern und zweifache Großmutter, lebt im Landkreis Augsburg in Stadtbergen. Beruflich ist sie Apothekerin, doch schon seit 2002 schlägt ihr Herz für die Kommunalpolitik. Nach 18 Jahren im Gemeinde- und Stadtrat in Stadtbergen ist sie weiterhin im Kreistag des Landkreises Augsburg aktiv und vertritt die Region seit 2013 im Bayerischen Landtag. Nach Stationen als Staatssekretärin und zweijähriger Amtszeit als Sozialministerin während der Corona-Pandemie leitet sie heute den Landesgesundheitsrat und engagiert sich ehrenamtlich als Landesvorsitzende der Lebenshilfe in Bayern.
Apothekenreform und Klinikzukunft im Fokus
Als Apothekerin begleitete Trautner die jüngst verabschiedete Apothekenreform auf Bundesebene sehr intensiv. Ihr Ziel: Die Stärkung der Apotheken vor Ort, die wirtschaftlich oft mit dem Rücken zur Wand stehen.
„Wir brauchen die Apotheken als niederschwellige Anlaufpartner im Gesundheitssystem unbedingt vor Ort und müssen verhindern, dass mehr Apotheken Insolvenz gehen.“
Ein weiteres drängendes Thema sind die Krankenhäuser. Während die Universitätsklinik Augsburg der gesamten Region zugutekommt, stehen die beiden Kreiskrankenhäuser der Wertach-Kliniken vor strukturellen Veränderungen. Trautner befürwortet nach einem vorliegenden Gutachten die Zusammenführung der zwei Standorte zu einem gemeinsamen Haus, um eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung zu sichern.
Durch die Krankenhausreform des Bundes und die anstehenden Zuteilungen der Leistungsgruppen durch das bayerische Gesundheitsministerium bis Ende Juli wird sich zeigen, wie sich das neue System auswirkt. Wichtig sei hierbei ein sektorenübergreifender Blick, der auch die Stadt Augsburg sowie die Nachbarlandkreise Aichach-Friedberg und Landsberg mit einbezieht.
Pflege und Bürokratieabbau: „Die Praxis mit einbeziehen“
Ein zentrales Anliegen ist Trautner die Entlastung pflegender Angehöriger. Da über 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause betreut werden, kritisiert sie Pläne aus Berlin, Rentenbeiträge für pflegende Angehörige zu kürzen, scharf:
Unterstützung statt Kürzung: Anstatt Gelder zu streichen, fordert sie den Ausbau von Reha-, Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätzen.
Bürokratie-Irrsinn stoppen: Bei dauerhaften Behinderungen fordert sie ein Ende der jährlichen Neubeantragungen. „Eine Behinderung verschwindet leider nicht. Da könnten wir uns viel Aufwand sparen, wenn wir pragmatischer wären und den Leistungserbringern vertrauen würden.“
Vertrauen zurückgewinnen und demokratische Kräfte stärken
Mit Blick auf die vergangenen Kommunalwahlen, bei denen die CSU in Schwaben einige Landratsämter verlor, betont Trautner, dass man sich auf Erfolgen nicht ausruhen dürfe. Im Landkreis Augsburg konnte man mit Landrat Martin Sailer und einer stabilen Anzahl an Kreisräten – auch dank einer Liste der Jungen Union – zwar ein gutes Ergebnis erzielen, dennoch spüre sie eine allgemeine Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Ihr Rezept gegen das Erstarken der politischen Ränder: Gute Argumente, verständliche Erklärungen und die Bürger aktiv in Entscheidungen mitnehmen.
Als Wunsch für die Bundes- und Landespolitik formuliert Carolina Trautner abschließend ein klares Prinzip:
„Wir müssen bei allen Entscheidungen, die wir treffen, immer zunächst die Praxis mit einbeziehen. Immer die Personen, die jeden Tag im Alltag in diesen Bereichen tätig sind, anhören, ihre Vorschläge ernst nehmen und dann gemeinsam zu guten Lösungen kommen. Das fördert die Akzeptanz.“
Das Video zum Bericht
https://youtu.be/8kfZ-KDNEQs
Bürgerreporter:in:Wolfgang Weiss aus Untermeitingen |
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