Auf ein Wort mit Stephan Stracke
Das Radar kommt nach Kaufbeuren – Ungewissheit auf dem Lechfeld bleibt
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02. April 2026 UNTERMEITINGEN / KAUFBEUREN. Lange wurde spekuliert, nun bringen Antworten aus Berlin Licht ins Dunkel der schwäbischen Luftverteidigungs-Pläne. Der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) konkretisiert in einer Stellungnahme die Pläne für das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3 (AWS-G) in unserer Region.
Während der Standort für das leistungsstarke Radar nun feststeht, bleibt eine wichtige Frage für das Lechfeld vorerst unbeantwortet.
Die Zeitenwende in der deutschen Verteidigungspolitik wird in unserer Heimat konkret greifbar. Nachdem ich bereits über den „High-Tech-Schutzschirm über Schwaben“ berichtet wurde, liegen nun Details zur Stationierung des Systems Arrow 3 vor. Die wichtigste Bestätigung vorab: Das Herzstück der Überwachung – das Radar – wird nicht auf dem Lechfeld, sondern im Raum Kaufbeuren installiert.
Radar-Standort in Kaufbeuren fixiert
Wie Stephan Stracke auf Anfrage bestätigte, ist die Suche nach einem geeigneten Areal für das Radargerät des Typs „Green Pine C“ abgeschlossen. „Mittlerweile konnte ein Gelände in der Nähe von Kaufbeuren identifiziert werden“, so der Abgeordnete. Es handelt sich dabei um ein staatseigenes Grundstück des Freistaats Bayern.
Das Landbeschaffungsverfahren läuft bereits auf Hochtouren. Die Luftwaffe plant, die Infrastruktur ab dem Jahr 2028 zu übernehmen, um das System ohne Verzögerung in das nationale Verteidigungsnetz zu integrieren. Damit wird Kaufbeuren zu einem zentralen Knotenpunkt der europäischen Raketenabwehr.
Was wird aus dem Lechfeld?
Während die Radar-Frage geklärt ist, herrscht bezüglich der Stationierung der eigentlichen Flugkörper noch Funkstille. Hier rückt wieder das Lechfeld in den Fokus. Als ehemaliger Standort für Patriot-Abwehrsysteme und Pershing Flugkörper verfügt das Lechfeld über die nötige Historie und strategische Bedeutung.
Stracke hält sich hier jedoch bedeckt: „Eine Entscheidung zur Verortung der Lenkflugkörper wurde durch die Luftwaffe bislang nicht veröffentlicht.“ Ob also bald wieder Raketenwerfer in der Nachbarschaft der Untermeitinger stehen und was dies für die Dienstposten und die Infrastruktur vor Ort bedeutet, bleibt abzuwarten. Der Abgeordnete betonte, er könne und werde der Entscheidung des Verteidigungsministeriums nicht vorgreifen.
Verteidigung, „um sich nicht verteidigen zu müssen“
Hintergrund der massiven Aufrüstung ist die veränderte globale Bedrohungslage. Das Arrow-3-System, eine israelisch-amerikanische Kooperation, ist darauf ausgelegt, ballistische Raketen bereits außerhalb der Erdatmosphäre abzufangen. „Bislang stand die Bundesrepublik der Bedrohung durch ballistische Waffensysteme schutzlos gegenüber. Dies ändert sich nun“, erklärt Stracke die Dringlichkeit des Projekts.
Die politische Stoßrichtung der aktuellen Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz ist klar: Abschreckung durch Stärke. Das Ziel sei es, so verteidigungsfähig zu sein, dass man erst gar nicht angegriffen werde.
Einordnung: Ein Sicherheitsgewinn mit vielen Fragen
Für uns Bürger hier in der Region bedeutet diese Nachricht zweierlei: Zum einen rückt unsere Heimat als „Schutzschild“ in das Zentrum der nationalen Sicherheit. Zum anderen bringt eine solche Stationierung immer auch Fragen nach Lärmschutz, Sicherheit und Bauvorhaben mit sich.
Ich bleiben für Sie am Ball: Sobald die Luftwaffe die Entscheidung über die Stationierung der Lenkflugkörper – und damit das Schicksal des Lechfelds in diesem Projekt – verkündet, werde ich berichten.
Bürgerreporter:in:Wolfgang Weiss aus Untermeitingen |
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