Kommunalwahl 2026
Briefkasten oder Wahlurne?

Transparenzhinweis: Ich schreibe hier rein privat und aus persönlichem Interesse. Meine Berichte erfolgen ohne jegliche Beauftragung durch Dritte. Ich erhalte für meine Beiträge weder Bezahlungen noch sonstige Vergünstigungen oder Vorteile. | Foto: Symbolbild by KI
  • Transparenzhinweis: Ich schreibe hier rein privat und aus persönlichem Interesse. Meine Berichte erfolgen ohne jegliche Beauftragung durch Dritte. Ich erhalte für meine Beiträge weder Bezahlungen noch sonstige Vergünstigungen oder Vorteile.
  • Foto: Symbolbild by KI
  • hochgeladen von Wolfgang Weiss

Der Frühling 2026 steht vor der Tür, und in Bayern heißt es wieder: „Gehen wir wählen!“ Am 8. März 2026 entscheiden wir darüber, wer in den kommenden sechs Jahren die Geschicke unserer Heimat lenkt. Doch während die einen den Gang ins Wahllokal als festes Sonntagsritual zelebrieren, nutzen immer mehr Bürger den heimischen Küchentisch.

Was wird eigentlich genau gewählt, wie funktioniert das bayerische „Listen-Puzzle“ und wie gehen wir mit der Flut an Flyern um? Ein Überblick für alle Wählerinnen und Wähler.

Wer und was wird eigentlich gewählt?
In Bayern ist die Kommunalwahl eine echte Persönlichkeitswahl. Je nachdem, wo Sie wohnen, erhalten Sie bis zu vier verschiedene Stimmzettel:

Der Bürgermeister / Die Bürgermeisterin: Die Spitze der Verwaltung. Hier haben Sie eine Stimme. (Gelber Stimmzettel)

Der Gemeinderat / Stadtrat: Das Parlament Ihres Ortes. Hier entscheiden Sie über die direkte Nachbarschaft. (Grüner Stimmzettel)

Der Landrat / Die Landrätin: Die Leitung des Landkreises. (Blauer Stimmzettel)

Der Kreisrat: Die Vertretung auf Landkreisebene (z. B. für Krankenhäuser und Schulen). (Weißer Stimmzettel)

Das bayerische Wahlsystem: Kumulieren und Panaschieren
Das bayerische Wahlrecht gilt als eines der demokratischsten, aber auch komplexesten. Bei den Räten haben Sie so viele Stimmen, wie es Sitze im Gremium gibt. Dabei gibt es zwei Zauberwörter:

Kumulieren (Häufeln): Sie können einem einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen geben, wenn Sie dessen Arbeit besonders schätzen.

Panaschieren (Mischen): Sie müssen sich nicht für eine Liste entscheiden. Sie können Ihre Stimmen quer über alle Parteien und Gruppierungen verteilen.

Tipp: Wer es einfach mag, macht ein Listenkreuz ganz oben. Dann bekommt jeder Kandidat auf dieser Liste von oben nach unten eine Stimme, bis Ihr Kontingent erschöpft ist.

Briefkasten oder Wahlurne: Wo liegt der Vorteil?
Die klassische Urnenwahl am Sonntag (8 bis 18 Uhr) hat Atmosphäre. Man trifft Nachbarn, tauscht sich kurz aus und setzt das Kreuzchen in der Kabine – ein echtes Stück gelebte Demokratie.

Die Briefwahl ab 14.02.2026 bietet jedoch einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Die Stimmzettel für den Gemeinde- oder Kreisrat können riesig sein (oft so groß wie eine Tischdecke!). Zu Hause kann man in Ruhe recherchieren, wer sich hinter den Namen verbirgt, ohne dass im Wahllokal die Schlange hinter einem ungeduldig wird. Ihre Wahl treffen Sie dann aber geheim.

Ganz allgemein setzen Sie Ihre Kreuze eindeutig und leserlich, damit diese nicht als ungültig gelten.

Flyer-Flut und Hausbesuche: Fluch oder Segen?
In diesen Wochen füllen sich die Briefkästen mit bunten Hochglanzflyern. Mancher mag stöhnen: „Schon wieder Wahlwerbung!“ Und wenn es dann noch an der Haustüre klingelt, fühlen sich einige in ihrer Privatsphäre gestört.

Doch halten wir kurz inne: Hinter jedem Flyer und jedem Hausbesuch steckt die Menschen aus unserer Mitte. Die meisten Kandidaten auf den Listen für den Gemeinderat oder Kreisrat sind Ehrenamtliche. Sie opfern ihre Freizeit, um für ihre Vision eines besseren Ortes zu werben. Ein kurzer Plausch an der Tür ist die beste Chance, kritische Fragen direkt loszuwerden – fernab von anonymen Social-Media-Kommentaren.

Ehrenamt vor und nach der Wahl: Ein unterschätzter Einsatz?
Oft vergessen wir: Ein Gemeinderat bekommt kein Gehalt wie ein Profi-Politiker in Berlin. Es ist ein Ehrenamt, das viel Zeit für Sitzungen, Aktenstudium und Ortstermine raubt – oft bis spät in die Nacht und neben dem normalen Beruf.

Schätzen wir diesen Einsatz richtig ein? Vor der Wahl werden sie oft als „Stimmenfänger“ kritisch beäugt, nach der Wahl müssen sie oft unpopuläre Entscheidungen (wie Straßensanierungen oder Baugebiete) rechtfertigen. Ein respektvoller Umgang mit den Kandidaten/innen – egal welcher Parteirichtung – sollte daher Ehrensache sein. Sie sind es, die unseren Ort am Laufen halten.

Was bevorzugen Sie? Den gemütlichen Wahl-Sonntag im Wahllokal oder die entspannte Briefwahl am Vorabend? Schreiben Sie es mir in die Kommentare!

Bürgerreporter:in:

Wolfgang Weiss aus Untermeitingen

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.