Zukunft des Lechpark-Areals Untermeitingen
Starten wir einen Ideenwettbewerb
- hochgeladen von Wolfgang Weiss
Alternative Lösungsansätze nach dem Scheitern bisheriger Konzepte gesucht.
Nach Jahren des Leerstands, wechselnder Pächter und gescheiterter Versuche, das Lechpark-Areal als Einkaufs- und Party-Zentrum zu beleben, ist Ernüchterung eingekehrt. Es klar: Konzepte, die auf massiven Konsum- und Partyverkehr oder die reine Durchgangsfrequenz der B17 setzen, funktionieren hier nicht mehr. Das Areal sollte jedoch kein dauerhafter Schandfleck oder eine Investitionsruine bleiben.
Wenn kommerzielle Großprojekte scheitern, sollte man das Objekt neu denken – weg von der Profitmaximierung durch Großinvestoren, hin zu einem Mehrwert für die Gemeinschaft, die lokale Wirtschaft und die öffentliche Infrastruktur. Nachfolgend werden vier alternative Ansätze vorgestellt, die das Areal unabhängig von externen Besucherströmen zukunftsfähig machen könnten.
1. Der „Regio-Hub Lechfeld“ (Kommunales Handwerker- & Gründerzentrum)
Die Idee:
Die leerstehenden Hallen und Großflächen werden in flexible, kleinteilige Werkstätten, Lagerräume und Co-Working-Plätze für das lokale Handwerk, Dienstleister und Start-ups aus der Region umgewandelt. Statt eines Großmieters entsteht ein buntes Nest aus lokalen Kleinbetrieben.
Die Vorteile:
Stärkung der lokalen Wirtschaft: Junge Handwerker und Gründer aus Untermeitingen und Umgebung finden bezahlbare Flächen, die es auf dem überhitzten Immobilienmarkt kaum noch gibt.
Kurze Wege: Bürger haben Dienstleister, Schreiner, Elektriker oder Kfz-Spezialisten gebündelt an einem Ort im Gemeindegebiet.
Geringe Belastung: Kein lauter Diskothekenbetrieb am Wochenende, kein massiver Einkaufsverkehr. Es herrscht normaler, planbarer Werktagsbetrieb.
Die Grundlagen:
Teilung der Flächen: Die Großflächen müssen baulich in Parzellen (z. B. 50–150 m²) mit separaten Zugängen, Toren und Stromzählern unterteilt werden.
Kommunale Unterstützung/Genossenschaft: Einbindung der Gemeinde oder Gründung einer lokalen Betreibergenossenschaft, um die Mieten für regionale Betriebe bezahlbar zu halten.
2. Idee: Das „Generationen- & Bildungs-Quartier“
Die Idee:
Umnutzung des gesamten Komplexes in eine soziale und bildungsorientierte Infrastruktur. Dazu gehören die Ansiedlung von Volkshochschulkurzen (VHS), Musikschulen, einer erweiterten Kinderbetreuung (z. B. Großtagespflege), Vereinsräumen sowie barrierefreien Treffpunkten für Senioren.
Die Vorteile:
Behebung von Platzmangel: Die Gemeinde leidet, wie viele wachsende Orte, unter chronischem Platzmangel für Vereine, Kitas und soziale Angebote. Das Areal bietet hierfür sofort verfügbaren Raum.
Sozialer Zusammenhalt: Es entsteht ein echter Mittelpunkt für die Bürger von Jung bis Alt – komplett abseits von reinem Konsumzwang.
Ruhe im Quartier: Die Nutzung erfolgt primär tagsüber und abends in geregelten Bahnen.
Die Grundlagen:
Nutzungsänderung & Sanierung: Der Bebauungsplan muss für soziale/gemeinnützige Zwecke angepasst werden. Die ehemaligen Eventflächen müssen umfassend energetisch saniert, schallentkoppelt und barrierefrei umgebaut werden (inklusive der Sanierung des Brandschutzes).
Öffentliche Hand/Fördergelder: Da dieses Konzept kaum direkte Rendite abwirft, ist eine Übernahme, Teilbauträgerschaft oder langfristige Anmietung durch die Gemeinde (ggf. über Städtebauförderungsmittel) zwingend erforderlich.
3. Idee: Autarkes Energie- & Hightech-Zentrum
Die Idee:
Das Gebäude verabschiedet sich komplett von der Idee, ein Ort für Menschen zu sein, und wird zu einem rein technischen Infrastrukturknotenpunkt. Die Dach- und Fassadenflächen werden maximiert für Photovoltaik genutzt. Im Inneren entstehen ein grünes Rechenzentrum (Data Center), ein regionaler Batteriespeicher oder Anlagen für Indoor-Landwirtschaft (Vertical Farming).
Die Vorteile:
Absolute Verkehrs- und Lärmberuhigung: Es gibt praktisch null Publikumsverkehr, keine Parkplatzprobleme und keinen Lärm.
Nachhaltigkeit für die Gemeinde: Ein lokales Rechenzentrum oder ein Großspeicher stärkt die digitale und energetische Infrastruktur der Region. Die Abwärme eines Rechenzentrums könnte zudem in ein kommunales Nahwärmenetz für umliegende Wohngebiete eingespeist werden.
Die Grundlagen:
Infrastruktureller Anschluss: Es muss geprüft werden, ob die bestehenden Strom- und Glasfaserleitungen vor Ort die für ein Rechenzentrum oder Großspeicher benötigten Kapazitäten aufweisen oder wirtschaftlich aufgerüstet werden können.
Zusammenarbeit mit Energieversorgern: Partnerschaften mit regionalen Stadtwerken oder Tech-Unternehmen, die die Spezialbauten im Inneren finanzieren.
4. Idee: Das „Blaulicht- & Katastrophenschutz-Zentrum“
Die Idee:
Aufgrund der enormen Hallenkapazitäten, der großen Stellflächen und der Tiefgarage wird das Areal zu einem zentralen Stützpunkt für den Katastrophenschutz, das Rote Kreuz, die Wasserwacht oder als Ausweich-/Übungsquartier für Rettungskräfte und Feuerwehren im Landkreis ausgebaut. Auch zentrale Materiallager für den Krisenfall finden hier Platz.
Die Vorteile:
Sicherheit für die Region: Das Lechfeld erhält einen hochmodernen, zentralen Knotenpunkt für den Ernstfall, der strategisch perfekt an der B17 liegt.
Keine Konflikte mit Anwohnern: Es gibt keinen regelmäßigen Publikums- oder Partyverkehr. Die Nutzung ist rein zweckgebunden.
Sinnvolle Gebäudenutzung: Die robusten Betonstrukturen und großen Zufahrten der ehemaligen Diskotheken/Gewerbeflächen sind für Logistik und Lagerung von Einsatzmaterial ideal.
Die Grundlagen:
Interkommunale Zusammenarbeit: Da ein solches Zentrum die Kapazitäten einer einzelnen Gemeinde übersteigt, müsste das Projekt vom Landkreis Augsburg in Kooperation mit den Nachbargeleitschaften getragen werden.
Bauliche Ertüchtigung: Anpassung der Einfahrtshöhen (z. B. für größere Einsatzfahrzeuge) und Klärung der rechtlichen Zulässigkeit für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS).
Als Bürger wünschen ich mir eine pragmatische Lösung. Wenn der Handel und die Gastronomie an diesem Standort keine Zukunft haben, liegt die Chance in der Gemeinwohl- oder Infrastrukturnutzung. Jede der oben genannten Ideen könnte den ewigen Kreislauf aus Eröffnung, Insolvenz und Leerstand durchbrechen und dem Areal eine stabile, unaufgeregte und langfristige Existenzberechtigung geben.
Nun kommen Ihre Ideen dazu, immer her damit - und vieleicht liest ein Entscheider mit und sagt uns im Kommentar warum es nicht geht oder ob eine brauchbare Idee dabei ist.
Bürgerreporter:in:Wolfgang Weiss aus Untermeitingen |
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