Fakten & Daten
Ein über 110 Jahre altes High-Tech-Wunder aus Beton
- Foto: (c) Wolfgang Weiss
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Das Wahrzeichen von Schwabmünchen
Ein über 110 Jahre altes High-Tech-Wunder aus Beton, das den Schwabmünchnern heute noch jeden Tag das Wasser bis in den obersten Stock liefert.“
Der Wasserturm ist das weithin sichtbare Herzstück der Stadt und architektonisch sogar ein echtes europäisches Pionierwerk.
Baujahr: Errichtet wurde der Turm im Jahr 1910 (die Planungen begannen um 1907) zur Modernisierung der städtischen Wasserversorgung.
Architektonische Besonderheit: Er gilt als einer der ersten Stahlbetonbauten in Skelettbauweise in ganz Europa. Gebaut wurde er von der Augsburger Firma Thormann & Stiefel nach dem berühmten Patent des belgischen Ingenieurs François Hennebique.
Größe: Das Bauwerk ragt beeindruckende 45 Meter in den Himmel und prägt das Stadtzentrum.
Wasserkapazität: Im obersten Stockwerk des Turms befindet sich ein riesiger Speicher, der bis zu 400.000 Liter (400 Tonnen) bestes Trinkwasser fasst.
Aktuelle Nutzung: Ist er noch in Betrieb?
Kurz gesagt: Ja, absolut! Der Wasserturm ist kein totes Denkmal, sondern hochgradig aktiv.
Er ist fest in das moderne Leitungsnetz der Stadt Schwabmünchen eingebunden. Das Wasserwerk nutzt ihn täglich für drei essenzielle Aufgaben:
Speicher & Notreserve: Er sichert die Versorgung, falls die Brunnen kurzzeitig ausfallen.
Druckwächter: Durch die enorme Höhe sorgt er für den nötigen, gleichmäßigen Wasserdruck in den umliegenden Haushalten.
Löschwasser: Er garantiert, dass im Brandfall sofort genug Druck auf den über 650 Hydranten der Stadt liegt.
Zwischen 1959 und 1984 beherbergte der Wasserturm sogar das örtliche Heimatmuseum, bevor dieses in ein größeres Schulgebäude umzog. Heute ist er vor allem nachts ein Hingucker, da er oft farbig von innen beleuchtet wird..
Sagen, Mythen und Anekdoten
Klassische, jahrhundertealte Geister- oder Rittersagen gibt es um den Turm nicht, da er dafür mit knapp über 110 Jahren zu jung ist. Aber er hat seine ganz eigenen „modernen Mythen“ und Geschichten.
Das „Ufo“ von Schwabmünchen: Wegen seiner futuristischen Skelettbauweise und der modernen, farbwechselnden LED-Innenbeleuchtung bei Dunkelheit scherzen Einheimische und Besucher manchmal, dass im Zentrum der Stadt eine fliegende Untertasse gelandet sei.
Der Hüter der Kindheitserinnerungen: In Schwabmünchen gibt es kaum jemanden, der nicht mit dem Blick auf den Turm aufgewachsen ist. Direkt daneben wurde 1959 die St.-Ulrich-Schule gebaut – für Generationen von Schulkindern ist der weiße Riese der feste Bezugspunkt ihres Alltags und der Inbegriff von „Heimat“.
Bürgerreporter:in:Wolfgang Weiss aus Untermeitingen |
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