Erlebnisse mit einem Onlineshop
Automatik vs. Mensch

Foto: JH

In einem Onlineshop für Wanderausrüstung bestellte ich ein paar Trekking Schuhe. Postwendend dankte mir Wanderfreund Markus freundlich per Mail mit Foto für meine Bestellung.

Die Schuhe sollten wasserdicht sein - versehentlich hatte ich aber die falsche Version bestellt. Meinen Fehler bemerkte ich nach einer knappen Stunde, fand  zum Stornieren aber keinen Button auf der Internetseite. Kurzentschlossen rief ich direkt beim Onlineshop an und "beichtete" der dortigen Mitarbeiterin mein Mißgeschick.

Die Bestellung könne man jetzt leider nicht mehr aufhalten. Am einfachsten sei, kurzerhand die Annahme der Sendung zu verweigern, sobald DHL das Päckchen erstmals elektronisch ankündigen würde.

Gesagt getan und nach zwei Tagen die Annahme per Knopfdruck verweigert. Das Päckchen reiste danach auf dem Postweg zwar zuerst noch ein Stückchen in meine Richtung, änderte dann aber seine Absicht und fuhr postwendend zum Absender zurück. DHL informierte mich auch prompt, als es wieder zum Onlineshop zurückgekehrt war.

Zu meiner großen Überraschung erhielt ich aber zeitgleich eine persönliche Nachricht von Wanderfreund Michael,  der mich freudig zum Erhalt der Trekking Schuhe beglückwünschte und mir damit viel Vergnügen wünschte. Hä???

Dieses Missverständnis wollte ich unbedingt aufklären, setzte mich hin und schrieb einen freundlichen Entschuldigungsbrief und schilderte meine Erfahrungen. Eine Antwort erhielt ich nicht, der Kaufpreis wurde dagegen anstandslos erstattet. 

Das war aber noch nicht das Ende der Geschichte: Einige Tage später bat mich Wanderfreund Thomas mit Foto und freundlichen Worten, den Onlineshop zu bewerten. Dafür hatte ich Sterne von eins bis fünf  zur Verfügung, aber für eine persönliche Mitteilung gab es leider kein Freifeld. Frustriert schwieg ich still. Wanderfreund Thomas wiederholte seine Bitte nochmal.

Gut, sage ich mal, so funktioniert eben ein kostengünstig durch organisierter Ablauf, der vermutlich 95 % aller Käufe erfolgreich abwickelt.

Aber die verbleibenden 5 % der Kunden kommen sich mit dieser Automatik doch etwas allein gelassen vor. Da helfen keine pseudo persönlichen Mitteilungen, besonders, wenn sie offensichtlich noch falsch programmiert sind. Aber der Verlust von menschlichem Kontakt ist 'part of the deal'.

Bürgerreporter:in:

Johannpeter Halbach aus Moers

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