Strumpfweg abschnittsweise mit dem e-Bike "erfahren".

Wanderwegsmarkierung (Nähe Tannenberg). Foto: Wolfgang Döhler
Bei stahlendem Frühlingswetter befuhr eine Radwandergruppe unter der Leitung von Wanderführer Wolfgang Döhler den ehemaligen Originalverlauf des "Strumpfweges". Teilbereiche des Streckenverlaufes sind völlig zugewachsen oder durch umgestürzte Bäume blockiert. Ein Bewandern oder das Befahren mit dem Rad wird zu einer fast unmöglichen Tortur. Bis noch vor wenigen Jahren war auf dem in den 1960er Jahren angelegten Wanderweg "Strumpfweg", welcher vom "originalen Strumpfweg" bereichsweise erheblich abweicht, noch ein problemloses Wandern möglich. Offensichtlich ist die notwendige Betreuung und die Pflege des Wanderweges inzwischen völlig ausgesetzt. Und das trotz allgemein steigendem Interesse am Wandern.
Auf dem Fussweg "Strumpfweg" gingen bis in die 1930er Jahre Bauersfrauen mit ihren in der Landwirtschaft erzeugten, selbst nicht benötigten Produkten aus dem Gladenbacher Umland nach Marburg, um diese auf dem Wochenmarkt zu verkaufen. Die meisten Bewohner dieses Gebietes waren Kleinbauern und arm. Man hatte so die Möglichkeit, um zu etwas Geld zu kommen. So konnten benötigte Dinge wiederum direkt eingekauft werden. Auch Strümpfe, welche in fast allen Hinterländer Dörfern aus überschüssiger Schafwolle gestrickt wurden, kamen über Zwischenhändler (Strompmenner) zum Weiterverkauf u.a. über den Strumpfweg nach Marburg, in den Raum Frankfurt und nach Norddeutschland.
Der ursprüngliche "Strumpfweg" begann in Ammenhausen (heute OT von Gladenbach) und führte fast gradlinig, auf entfernungsmäßig kürzester Strecke, mit nur wenigen Anstiegen, nach Marburg: Zunächst über Rüchenbach bis zur ehemaligen Landesgrenze (Landgrafschaften Hessen-Kassel/ Hessen-Darmstadt (1604/1866), danach bis nach Allna. Am Grenzübergang waren für Handelswaren Zollabgaben fällig. Über Allna verlief der Strumpfweg weiter über einen Höhensattel zwischen dem Schneid und dem Roßberg fast gradlinig über Haddamshausen bis nach Cyriaxweimar. Seitlich am Waldesrand durch ein Wiesental führte der Weg hinauf zur Höhe des Tannenberges. Danach steil bergab durch den "Heiligen Grund" nach Ockershausen, wo der Strumpfweg an der Ockershäuser Allee in Marburg endete.
Blühende Wiesen mit blühenden Obstbäumen am Hasenkopf und im oberen Heiligen Grund, zartes Blattgrün der jung begrünten Bäume am Wegesrand ließen dies Radtour zum Vergnügen werden. Eindrucksvolle Aussichten auf die Hinterländer Berge und das strahlende Blau eines fast wolkenlosen Himmels rundeten die Eindrücke dieser Tour ab. Einen zünftigen Abschluss mit ausgiebiger Wanderungs-Besprechung erlebten die "Mitradler/innen" in einem Biergarten bei Marburg. 
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