Museum KulturLand Ries
Römer in Maihingen und Waffen im Kartäusertal
- Urbicus-Inschrift auf einem Gedenkstein bei Maihingen
- Foto: Viktoria Färber
- hochgeladen von Sandra Kost
Zwei spannende Vorträge locken im Rahmen der Rieser Kulturtage nach Maihingen. Am Donnerstag, dem 7. Mai um 19.00 Uhr referiert PD Dr. Roland Färber über das Rätsel der Urbicus-Inschrift von Maihingen, das zu einem wahren Abendteuer wird. Er nimmt das Publikum mit auf eine Spurensuche, die über das Kloster Neresheim bis in die Katakomben von Rom führt. Er erzählt von heiligen Gebeinen, wie sie in der Barockzeit reich geschmückt in zahlreichen süddeutschen Kirchen zur Schau gestellt wurden, und von Maihingen in der Römerzeit.
Am Ortsausgang von Maihingen in Richtung Birkhausen steht ein Denkmal mit der Replik einer römischen Grabinschrift. Ein gewisser Euporos ließ die Inschrift dereinst für seinen verstorbenen Sohn Urbicus anfertigen. Auffällig ist, dass der lateinische Text in griechischen Lettern geschrieben wurde. Auch der griechische Personenname des Vaters Euporos wirft Fragen auf. Hatten er und sein Sohn wirklich als Soldaten am Limes gedient, wie man auf der Informationstafel daneben liest? Aufschlüsse darüber könnte das Original der Inschrift geben. Aber wo befindet sich dieses? Die Antworten gibt der Historiker Dr. Roland Färber in seinem spannenden Vortrag. Der gebürtige Rieser lebt in Munzingen. Er forscht und lehrt an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Am Dienstag, den 12. Mai um 19.00 Uhr steht dann der südliche Riesrand im Fokus. Dr. Konstantin Kárpáty aus München berichtet in seinem Vortrag „Das Kartäusertal bei Christgarten – ein Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen“ über einen besonderen Ort. Das Kartäusertal sticht durch seine Dichte an Befestigungsanlagen auf kleinem Raum hervor. Im Bereich der noch heute sichtbaren Überreste entdeckten Forschende in den vergangenen Jahren zahlreiche Waffen. Im Fokus des Vortrages stehen die Auswertung und Quellenkritik dieser Einzelfunde sowie die Interpretation im Kontext der Befestigungsanlagen.
Konstantin Kárpáty absolvierte das Studium der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie an der LMU München und der ELTE Universität in Budapest. Anfang 2024 promovierte Kárpáty zu den Ungarneinfällen im 10. Jahrhundert in Bayern. Aktuell ist er am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege tätig.
Beide Vorträge finden im Großen Saal des Klosters Maihingen (Klosterhof 5) statt. Der Eintritt ist frei und ohne Voranmeldung möglich.
Text: Museum KulturLand Ries
myheimat-Team:Sandra Kost aus Augsburg |
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