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Mobilfunk - "heiß" wie die Míkrowelle

Mobilfunk Fuchstal
 
Handzettel \"Funktal\"

An vielen Orten im Landkreis Landsberg sollen neue Mobilfunk-Sendemasten errichtet werden, so in Asch, Eresing, Leeder, Prittriching, Unterdießen u.a. Die Fuchstaler Bürger haben sich nun in einer bis auf den letzten Platz gefüllten Info-Veranstaltung dagegen verwahrt, dass "Fuchstal" zu "Funktal" werden solle. Dabei ziehen Bürgermeister, Gemeinderäte und Initiative an einem Strang ...

Mobilfunk – „heiß“ wie die Mikrowelle!

Wie sehr das Thema „Mobilfunk“ und alles, was damit zusammenhängt, den Menschen inzwischen auf den Nägeln brennt, zeigte sich am vergangenen Montag in Fuchstal. Fast 200 Leute folgten der Einladung der „Fuchstaler Initiative gegen den weiteren Ausbau des Mobilfunks“ in den Luitpoldsaal in Leeder. „Fuchstal“ dürfe nicht zu „Funktal“ werden, so hatten es die Plakate auffällig verkündet.

Anlass für die Gründung der Initiative waren die Pläne von T-Mobile, im Gemeindebereich von Asch und Leeder weitere Mobilfunkmasten zu errichten. Die klare Gegenposition von Bürgermeister und Gemeinderäten sowie der Initiative selbst ermöglichte eine sehr effektive Zusammenarbeit für die Planung und Gestaltung des Abends.
Bereits das Grußwort von Bürgermeister Erwin Karg ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er dem Mobilfunk skeptisch gegenübersteht und auch selbst kein Handy besitzt. In klaren Worten fasste er das Ziel des Abends zusammen: „Wenn keiner der Bürger ein Grundstück für Sendemasten zur Verfügung stellt, ist die Angelegenheit beendet.“ Für diese eindeutige Position erhielt er tosenden Beifall von allen Anwesenden.
Zweiter Bürgermeister und Moderator des Abends, Norbert Kees, hatte bereits die Vorbereitungen für die Veranstaltung großzügig unterstützt und bezog ebenso klar Stellung gegen einen weiteren Ausbau von Sendeanlagen. Neben möglichen gesundheitlichen Gefahren sei die Notwendigkeit dieser Anlagen nicht erkennbar.
Der Architekt und Sprecher der Initiative, Wolfram Ruoff, ging zu Beginn auf die Wert- und Mietminderung von Gebäuden und Wohnungen ein. Diese sei ein Fakt, das in zahllosen Prozessen und vom „Ring deutscher Makler“ bestätigt werde. Dabei spiele neben der Lage des Ortes auch die Distanz zu einem Mobilfunksender eine wichtige Rolle.
Der Funktechniker und „Unternehmensberater für Telekommunikation“, Ulrich Weiner, legte zunächst ausführlich den Weg dar, wie er selbst zu einem Strahlenopfer wurde. Bekleidet mit einem Strahlenschutzanzug, der für ihn außerhalb von Funklöchern unerlässlich ist, zeigte er anschließend die mögliche Gefährlichkeit hochfrequenter Strahlung für die Menschen, vor allem für Kinder, auf. Dass in zahllosen Ländern Handys für Kinder verboten sind und Grenzwerte für Mobilfunk gelten, die millionenfach unter den deutschen Grenzwerten liegen, ließ ihn zu der klaren Erkenntnis kommen, dass Deutschland auf dem Gebiet des Mobilfunks allenfalls auf dem Stand eines Entwicklungslandes sei. Zahllose Statistiken, Fotos und Filmbeiträge mit fundierten Informationen versetzten das Publikum in deutliche Aufregung.
Diese steigerte sich, als die praktische Ärztin Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam aus Bamberg von ihren Erfahrungen und Studien als Ärztin berichtete. Seit zwei Jahren sei ihre Praxis ein Zentrum für teilweise schwer mobilfunkgeschädigte Patienten. Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, Hektik und Nervosität seien die harmloseren, Gehirntumor und andere Krebsarten die schwerwiegenden Folgen, über die Patienten im Bereich von Sendemasten in auffälliger Häufung klagen würden. Sie forderte, dass endlich verlässliche Untersuchungen an den betroffenen Orten mit realen Voraussetzungen stattfinden müssten.
Der Leidensweg der Medizintechnikerin Suzanne Sohmer, wie Uli Weiner eine Geschädigte im Schutzanzug, begann durch die intensive Strahlung, der sie auf dem Hohenpeißenberg ausgesetzt war. Erst nach langer Zeit war es ihr mit Hilfe des Münchner Arztes Dr. H.C. Scheiner gelungen, ihre drastisch gesunkene Leistungsfähigkeit mit den hochfrequenten Strahlen in Verbindung zu bringen. Seit drei Jahren ist sie nun ohne Beschäftigung, lebt mit ihrem Wohnmobil überwiegend in Funklöchern und wartet, bis sie in einem teuren Schutzanzug, der auch gegen UKW-Strahlung abschirmt, ihre Arbeit wieder aufnehmen kann. Neben der Gefährlichkeit des "Strahlenmixes" durch Mobilfunk, Fernseh- und Radiowellen ging sie auch auf die Bedrohung durch W-LAN und DECT-Telefone in den Haushalten ein. Wer diese zu Hause habe, könne sich gleich einen eigenen Sendemasten ins Haus stellen, weil diese 24 Stunden am Tag massiv strahlen. Konkrete Messungen bstätigten dies dem Publikum anschaulich.
Auch aus dem Publikum meldeten sich zahllose Betroffene, denen es ein brennendes Anliegen war, die Bevölkerung vor den Risiken der hochfrequenten Mikrowellen-Strahlung zu warnen. Der Satz des Rolling-Stones-Gitarristen Keith Richard, zitiert von Uli Weiner: „Ich telefoniere nie mit dem Handy. Ebenso gut könnte ich meinen Kopf in die Mikrowelle stecken“, brachte wohl die Meinung der Betroffenen auf den Punkt.
Die Referenten bestätigten nach der Veranstaltung, noch nie ein derart interessiertes und konzentriertes Publikum erlebt zu haben. Fast 200 Fuchstaler Bürger stehen nun der Errichtung weiterer Sendemasten wohl noch deutlich kritischer gegenüber als zuvor.
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3 Kommentare
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Norbert König aus Günzburg | 27.07.2006 | 13:09  
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Roland Greißl aus Fuchstal | 02.08.2006 | 10:22  
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Roland Greißl aus Fuchstal | 19.05.2008 | 18:30  
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