100 Kilometer für die, die nicht laufen können
Resi läuft den Mammutmarsch München für Menschen mit Guillain-Barré-Syndrom
- hochgeladen von Alisa Messner
Wenn plötzlich nichts mehr geht
Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine seltene, aber schwere neurologische Erkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Nerven angreift. Innerhalb kurzer Zeit können Betroffene ihre Beweglichkeit verlieren – manche werden sogar vollständig gelähmt. Doch es gibt auch Hoffnung: Mit rechtzeitiger Behandlung können sich viele Patientinnen und Patienten Stück für Stück zurück ins Leben kämpfen. Forschung, Therapien und vor allem Aufklärung sind jedoch dringend auf Unterstützung angewiesen. Genau hier setzt die Arbeit der Deutschen GBS Stiftung und verschiedener Selbsthilfegruppen in Deutschland an. Sie machen die Krankheit sichtbar, unterstützen Betroffene und ihre Familien – und setzen sich für mehr Forschung und bessere Therapiemöglichkeiten ein.
Resis Herzensprojekt: 100 Kilometer in 24 Stunden
Eine, die diese Mission persönlich bewegt, ist Resi, 28 Jahre alt aus Reisch im Landkreis Landsberg am Lech. Im September stellt sie sich einer unglaublichen Herausforderung: Sie will den Mammutmarsch in München am 13. September 2025 laufen – 100 Kilometer in nur 24 Stunden. Und dabei hat sie eine Mission:
Resi widmet ihren Lauf all den Menschen, die durch Krankheit oder Schicksalsschläge ihre Beweglichkeit verloren haben. Ganz besonders denkt sie dabei an Menschen mit GBS und allen voran an ihren eigenen Freund. Denn er erkrankte Anfang des Jahres selbst an dieser seltenen Krankheit und konnte schon bald nicht mehr laufen. Seitdem kämpft er sich bis heute Tag für Tag und Schritt für Schritt zurück in ein selbstständiges Leben und ist immer noch dabei, neu laufen zu lernen.
„Ich sag mal so, wenn schon so viele Menschen es geschafft haben, von einem komplett gelähmten Körper sich wieder in den normalen Alltag zu kämpfen, kann ich auch 100 km laufen.“
Der Mammutmarsch ist also ist eine stille Widmung an ihren Partner und an alle, die Tag für Tag kämpfen müssen. Mit jedem Kilometer will sie zeigen: Auch wenn der Weg schwer ist – es lohnt sich, nicht aufzugeben. Resi läuft für alle, die es nicht mehr können und so gerne wieder möchten. Sie läuft, damit das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) keine unbekannte Krankheit bleibt, damit Menschen darüber aufgeklärt werden und die Betroffenen sichtbar werden.
Gemeinsam stark – jede Unterstützung zählt
Resi geht an ihre Grenzen, um anderen Menschen Mut zu machen. Und sie wünscht sich, dass ihre Botschaft Kreise zieht. Jeder Zuspruch, jedes Teilen ihrer Geschichte und jeder gespendete Euro gibt Hoffnung und trägt dazu bei, dass Betroffene die Unterstützung erhalten, die sie so dringend brauchen.
Am 13. September 2025 ist es soweit – dann startet Resi in München auf die 100 Kilometer. Eine Woche vorher wird sie über ihren Instagram-Kanal (resi_868) das Spendenkonto bekannt geben. Die gesammelten Spenden übergibt sie dann der Vereinigung Deutsche GBS Hilfe.
Unterstützen kann jeder Mensch: Ob mit einer Spende, einer Nachricht oder einfach mit einem Gedanken an alle, die gerade ihren eigenen Kampf kämpfen müssen.
Starke Partner für Betroffene – die GBS-Verbände in Deutschland
Damit Menschen mit Guillain-Barré-Syndrom nicht allein durch ihre Krankheit gehen müssen, engagieren sich in Deutschland mehrere Vereine und Stiftungen:
- Deutsche GBS Stiftung: Sie wurde gegründet, um Forschung zu fördern, mehr Aufmerksamkeit auf das Krankheitsbild zu lenken und Betroffenen wie Angehörigen eine Stimme zu geben. Ein Schwerpunkt ist die Unterstützung von Projekten, die langfristig zu besseren Therapie- und Heilungschancen beitragen.
- Deutsche GBS-Vereinigung e.V. / GBS Hilfe Deutschland: Hier finden Betroffene direkte Beratung, Begleitung und eine große Gemeinschaft, die ihre Erfahrungen teilt. Vom ersten Schock nach der Diagnose bis zur Rückkehr in den Alltag – die Vereinigung bietet Halt und Orientierung.
- GBS-Selbsthilfe Deutschland: Im Mittelpunkt stehen hier Austausch und gegenseitige Unterstützung. In regionalen Gruppen können Betroffene und Angehörige über Sorgen, Fortschritte und Lösungen sprechen – das Gefühl, verstanden zu werden, spielt eine große Rolle.
Alle diese Organisationen haben ein gemeinsames Ziel: Menschen mit GBS Hoffnung geben, Forschung vorantreiben und das Leben der Betroffenen ein Stück leichter machen.
myheimat-Team:Alisa Messner aus Augsburg |
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