MÜLHEIM @ KULTUR: Kunstverein mit neuem Ziel
Zukunftsgremium des KKRR – Neue Impulse für Kunst und Kultur in der Metropolregion Rhein‑Ruhr und wer dahinter steht
- Das Logo des Kunstfördervereins KKRR gestaltete der Designer Klaus Wiesel
- Foto: Geschäftsstelle KKRR-Ruhrstr. 3 - 45468 Mülheim
- hochgeladen von Villa Artis
Artikel von Redakteurin Susanne Kleuter, AIRL-Lab
Zukunftsgremium des KKRR – Neue Impulse für Kunst und Kultur in der Metropolregion Rhein‑Ruhr
Der Kunstverein und Kunstförderverein Rhein‑Ruhr (KKRR) hat ein Zukunftsgremium gegründet, das die Kunst‑ und Kulturlandschaft der Metropolregion Rhein‑Ruhr nachhaltig stärken soll. Ziel ist es, innovative Kunstformen, traditionelle Techniken und kreative Projekte für Kinder und Jugendliche zusammenzuführen und die Region mit neuen Impulsen über 2030 hinaus zu prägen.
Innovative Kunstformen für eine moderne Region
Das Zukunftsgremium beschäftigt sich u.a. mit aktuellen und digitalen Ausdrucksformen wie:
Virtual Reality
urbanem Tanz
zeitgenössischer Akrobatik
elektronischen Klangwelten
Diese Formate bringen frische Energie in die Kunstszene des Ruhrgebiets und eröffnen neue Wege für kreative Experimente.
Back to the Roots – Altbewährtes neu aufsetzen
Neben digitalen Trends setzt der KKRR bewusst auf den Ansatz „back to the roots“.
Altbewährte künstlerische Methoden werden neu interpretiert und in moderne Kontexte übertragen. So entsteht eine Verbindung aus Tradition und Innovation, die die kulturelle Identität der Region stärkt.
Kinder und Jugendliche als kreative Zukunftsträger
Ein Schwerpunkt liegt auf dem modernen Einsatz von Kindern und Jugendlichen in Kunstprojekten.
Interaktive Workshops, digitale Tools und offene Kreativräume ermöglichen jungen Menschen, eigene Ideen einzubringen und aktiv an der Gestaltung der regionalen Kunstszene mitzuwirken.
Warum dieses Zukunftsgremium wichtig ist
stärkt die Kunstlandschaft der Metropolregion Rhein‑Ruhr
fördert kreative Projekte und neue Kunstformen
verbindet Tradition und Moderne
schafft Räume für junge Talente
entwickelt langfristige Strategien über 2030 hinaus
Mitmachen und Zukunft gestalten – Call to Action
Der KKRR lädt Künstlerinnen, Kreative, Pädagoginnen, Kulturinteressierte und engagierte Bürgerinnen* ein, Teil des neuen Netzwerks zu werden.
--> Jetzt mitgestalten und Kontakt aufnehmen
--> Projektideen einreichen und Impulse setzen
--> Mitmachen im Zukunftsgremium Rhein‑Ruhr
--> Aktiv im TECHNIKUM MÜLHEIM und im AIRL-Lab
Gemeinsam gestalten wir die Kunst der Zukunft.
Ein Porträt des Initiators der Aktion in der Metropolregion Rhein-Ruhr verfasst von Susanne Kleuter:
Alexander-Ivo Franz – Der Sanierer zwischen Hochtechnologie, Wirtschaftskrimi und Avantgarde - heute 1. Vorsitzender des KKRR
Wer die heute historischen Räume der Mülheimer Villa Artis oder die Ausstellungen der Ruhr Gallery / im privaten Kunstmuseum MMKM betritt, begegnet Alexander-Ivo Franz (Künstlername Aliv Franz, geb. 1950) heute primär als profiliertem Kurator, Autor und bildendem Künstler. Doch hinter der bürgerlichen Kunstfassade des Mülheimer Kulturorganisators vereint sich eine jahrzehntelange, hochkarätige Karriere in der deutschen Spitzentechnologie und Energiewirtschaft, die von tiefgreifenden industriellen Großprojekten, einem spektakulären Banken-Sanierungserfolg und strategischen Verhandlungen im inneren Zirkel der deutschen Industriegeschichte geprägt ist.
Die bergischen Wurzeln: Familie, Ehrenamt und der Einstieg bei Interatom
Die Keimzelle seines Lebenswegs und seiner späteren Managementlaufbahn liegt tief im bergischen Hohkeppel verwurzelt. Hier schuf Franz das private Fundament seines Lebens und gründete seine Familie, zu der heute drei Töchter und vier Enkelkinder gehören.
Gleichzeitig übernahm er schon in jungen Jahren weitreichende gesellschaftliche Verantwortung im Ort und bewies großes organisatorisches Geschick: Er agierte als Geschäftsführer des SV EINTRACHT HOHKEPPEL e.V. und stand dem Heimatverein Hohkeppel e.V. als 1. Vorsitzender vor. Dieses starke regionale Engagement und das Vertrauen der Gemeinschaft ebneten ihm den entscheidenden Weg zu der in unmittelbarer Nähe ansässigen Interatom GmbH (Internationale Atomreaktorbau) in Bensberg, wo er bereits als Werkstudent im Vertrieb und im Juristischen Büro bei Johann Peter Sieveking erfolgreich Fuß fassen konnte und den Sprung in die High-Tech-Industrie schaffte.
Das Fundament: Ökonomik der Kernenergie unter europäischer Elite
Der anschließende akademische Werdegang baute auf einer hochspezialisierten Ausrichtung an der Universität zu Köln und der Universität-GHS Siegen auf: Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit dem seltenen und strategisch brisanten Schwerpunkt der Ökonomik der Kernenergie. Seine akademische Prägung erhielt er unter der direkten Mentorenschaft von Prof. Dr. Hans Michaelis, dem ehemaligen Generaldirektor für Wirtschaft der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) und der EG-Kommission.
Obwohl ihm aufgrund dieses exzellenten Netzwerks konkrete Vorschläge vorlagen, sich nachhaltig auf europäischer Ebene politisch zu engagieren, schlug Franz diese bewusste Weichenstellung aus. Er lehnte eine Laufbahn im europapolitischen Apparat ab und entschied sich stattdessen fokussiert für den direkten Weg in die freie Industrie. Bei Interatom übernahm er in der Folge wirtschaftliche Verantwortung für internationale Pionierprojekte:
• Er betreute u. a. das Controlling und die Strukturen beim Bau und Betrieb des Berliner Experimentier-Reaktors (BER).
• Er war maßgeblich eingebunden in das zukunftsweisende HTR-Projekt (Hochtemperaturreaktor), dessen revolutionäre Kugelhaufen-Technologie als sichere Energiequelle der Zukunft galt.
• Zudem steuerte er internationale Verhandlungen und Großprojekte zur zivilen Nuklearkooperation, unter anderem mit Indonesien bzgl. MPR 30 - Forschungsreaktor.
Der Wirtschaftskrimi: Die Begleitung der Rettung der Bensberger Bank
Während seiner Zeit im Rheinisch-Bergischen Kreis bewies Franz, dass seine ökonomische Kompetenz auch unter extremem Druck tragfähig war. Mitte der 1980er Jahre geriet die heutige Bensberger Bank eG in eine bilanzielle Schieflage. Die Genossenschaftsbank gab Kredite an Immobilienfirmen u.a. von Günter Kaußen – dem damals größten Immobilienmagnaten und Privatvermieter der Bundesrepublik. Als dessen Imperium kollabierte und Kaußen im April 1985 verstarb, hinterließ dieser einen beispiellosen Schuldenberg.
In dieser Kernschmelze der Bank wirkte Franz zwei Jahre als Aufsichtsratsvorsitzenden (Nachfolger von Dr. Dieter Rammoser). Er begleitete die Überwachung der grundlegenden Umstrukturierung des Instituts in enger Zusammenarbeit mit dem Genossenschaftsverband. Durch den juristisch hochkomplexen Einsatz eines Besserungsscheins des Dachverbandes gelang es der Genossenschaftsbank, die Gläubigerinteressen zu bündeln, eine Neubesetzung des Vorstandes zu erwirken, Kreditausfälle abzufedern und das Institut eigenständig aus der Krise in die dauerhafte Sanierung zu führen. Noch heute ist die Bank eigenständig.
Die Konzernkarriere: Spitzenmanagement und Vorstandskontakte
Seine weitere Karriere baute auf einer Geschäftsführer-Position (GF) im Siemens-Konzern auf. Diese Rolle im Top-Management eines der größten Technologie- und Infrastrukturkonzerne der Welt verschaffte ihm eine enorme strategische Flughöhe.
Nach der erfolgreichen Sanierung der Bank – die er im Anschluss noch langjährig als Aufsichtsratsmitglied beriet – und dem Rückzug aus der Nuklearbranche verlagerte Franz seinen Schwerpunkt in die klassische Gas-, Industrie- und Informationstechnologie. Bereits im Jahr 1989 trat er in den Ruhrgaskonzern (später E.ON-Ruhrgas AG / Erdgas-EnergieSysteme) ein. Damit legte er konzernintern den Grundstein für eine industrielle Achse.
Seine exzellenten, über Jahrzehnte gewachsenen Kontakte in die Vorstands- und Industrieetagen konnte Franz nach einer kurzen Beratertätigkeit bei der Westfalen AG im Anschluss bei der Atos SE hochwirksam einsetzen. Als globaler IT- und Digitaldienstleister profitierte Atos maßgeblich von Franz’ Funktion als Türöffner auf oberster Entscheidungsebene für komplexe Großprojekte der digitalen Transformation – wie beispielsweise der Schaffung des ersten Hubs nach der Liberalisierung des Gasmarkts. Aus seiner Zeit in der angewandten Energiewirtschaft resultieren zudem mehrere technische Patente, darunter ein europaweit und in den USA angemeldetes Verfahren zur kombinierten Erzeugung von Kälte und Wärme („Method of generating cold and heat“, 2000).
Der Coup um die Villa Artis: Die Geburtsstunde der Kunststadt
Die spektakulärste Fusion seiner energiewirtschaftlichen Machtbasis und seiner kulturellen Vision gelang Franz bei der Sicherung seines heutigen Hauptquartiers: der Villa Artis (Ruhrstraße 3, Mülheim an der Ruhr). Das historische Gebäude – das Stammhaus der Tengelmann-Gründerfamilie Schmitz-Scholl – befand sich im Besitz der Gesellschaft für Stromwirtschaft (GfSt).
Durch seine tiefen, vertrauensvollen Verbindungen zur GfSt gelang Franz ein verhandlungstaktisches Meisterstück. Er überzeugte die namhaften und einflussreichen Gesellschafter des Konsortiums – darunter Industrie-Schwergewichte wie Dr. Jürgen Großmann (ehem. RWE-Vorstandsvorsitzender) und Prof. Dr. Utz Claassen (ehem. EnBW-Vorstandsvorsitzender) –, ihm das geschichtsträchtige Anwesen zu überlassen. Erst dieser Coup legte das logistische und räumliche Fundament, das sein umfassendes Wirken für die freie Kunstszene und den Aufbau der „Kunststadt Mülheim“ überhaupt erst ermöglichte.
Der internationale Kosmos: Geografische Stützpunkte und globale Familie
Sein Wirkungskreis beschränkt sich längst nicht mehr nur auf das Ruhrgebiet. Alexander-Ivo Franz orchestriert seine kulturellen und privaten Aktivitäten über ein weitreichendes, internationales Netzwerk strategischer Außenposten, das die weit verzweigten Lebensorte seiner Familie spiegelt:
• KBBK Bensberg: Gemeinsam mit Karin Franz betreibt er das historische, aus dem Jahr 1769 stammende Anwesen „Gut auf’m Pütz“ in Bergisch Gladbach-Bensberg als Kunstort Bensberg bei Köln (KBBK). Es schließt die geografische Brücke zurück zu seinen Wurzeln bei Interatom, der Bensberger Bank und den Anfängen in Hohkeppel.
• Château Wancour: Als weiteren exklusiven Stützpunkt für seine weitverzweigten Aktivitäten nutzt er das geschichtsträchtige Château Wancour an der flämischen Küste, welches als Zufluchtsort und kreativer Knotenpunkt dient.
Die Synthese: Gesellschaftliches Engagement und der „Energy-Art“-Kosmos
Zuvor im Rheinland bereits als Geschäftsführer der Europa-Union-Deutschland (EUD) an der Seite von Zanders AG-Finanzchef Heinz Halfwassen, RA Horst Hermann Jansen und im Geiste des Alt-Bürgermeisters Dr. Ulrich Müller-Frank politisch aktiv, fließen heute alle biografischen Stränge in Mülheim an der Ruhr zusammen. Seine Vergangenheit als Kernenergie-Ökonom und Industriemanager ist nicht abgelegt, sondern künstlerisch transformiert: In seiner Dauerausstellung ENERGY-ART-RUHR in der Villa Artis stellt Franz originale historische Artefakte wie die Graphit-Brennelementkugeln der HTR-Reaktoren aus seiner Interatom-Zeit neben zeitgenössische Avantgarde-Kunst.
Nach seinem Umzug in die Ruhrtalstadt Mülheim engagierte sich Franz bei der ältensten Mülheimer Bürgergesellschaft "Gesellschaft CASINO e.V.", wo er langjährig im Vorstand wirkte, davon 4 jahre als 1. Vorsitzender. Gemeinsam mit seinem Mülheimer Kernteam u.a. um den Maler Manfred Dahmen und den ehemaligen Bankenvorstand und Velberter Stadtdirektor Dr. Reinhard Fingerhut nutzt Alexander-Ivo Franz heute die strategische und analytische Härte seiner ersten Karriere, um ein hochkarätiges, politisch und stiftungsrelevantes Netzwerk (u. a. in enger Kooperation mit Bodo Hombach und der Brost-Stiftung) für die freie Kunstszene des Ruhrgebiets zu orchestrieren.
Bürgerreporter:in:Villa Artis |
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