Laves-Kulturpfad in Derneburg
In Niedersachsen steht mitten im Wald eine Pyramide

Die Grabpyramide in Derneburg
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  • Die Grabpyramide in Derneburg
  • hochgeladen von Jens Schade

Die altägyptischen Pharaonen wurden in mächtigen Pyramiden zur letzten Ruhe gebettet. Doch um eine Grabpyramide zu sehen, muss man nicht unbedingt an den Nil reisen. Auch ein hannoverscher Graf ließ für sich und seine Familie ein Mausoleum in Form eines Pyramide errichten. „Ewig ist die Fortschreitung zur Vollkommenheit, wenngleich am Grabe die Spur vor dem Auge verschwindet“, war einst am Eingang zu lesen.

Im kleinen Ortsteil Derneburg der eher ländlichen Gemeinde Holle im Hildesheimischen können historisch Interessierte eine unerwartete Entdeckung machen. Wer den rund zweieinhalb Kilometer langen Laves-Kulturpfad rund um das Schloss Derneburg entlang pilgert, stößt plötzlich auf ein geheimnisvolles Bauwerk. Eine fast elf Meter hohe Pyramide. Kein Pharao liegt hier, aber immerhin ein Graf. Genauer: Graf Ernst zu Münster.

Dieser Ernst zu Münster vertrat die Interessen des hannoverschen Kurfürsten und englischen Königs auf den Wiener Kongress. Bei der Neuordnung Deutschlands erreichte er, dass das Fürstentum zum Königreich erhoben wurde und sich das Gebiet des Stifts Hildesheim einverleiben konnte. Als Dank erhielt der Diplomat von seinem König das ehemalige Kloster Derneburg zum Geschenk. Er ließ nicht nur das alte Kloster zu einem Schloss umbauen, sondern wollte auch ein Mausoleum in Form eine Pyramide für sich und seine Familie.

Kein Geringerer als der damalige hannoversche Stararchitekt Georg Ludwig Friedrich Laves erhielt 1839 (Todesjahr des Grafen) den Auftrag zum Bau der Anlage. „Als Student hat Laves Zeichnungen ägyptischer Bauwerke und Plastiken auf aufs Genaueste kopieren müssen. Sicherlich waren ihm die Radierungen Piranesis vom alten Rom bekannt und damit auch die im Jahre 12. v. Chr. erbaute Cestius-Pyramide, die ihm als Vorbild gedient haben mag“, heißt es dazu auf der Webseite der Gemeinde Holle.

Laut dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege ist das Grabmal ein Denkmal von landesweiter Bedeutung.

(Anm. Die gezeigten Fotos sind Archivbilder und wurden noch analog aufgenommen).

Die Grabpyramide in Derneburg
Die Grabpyramide in Derneburg
Bürgerreporter:in:

Jens Schade aus Hannover-Döhren-Wülfel-Mittelfeld

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