Schlagabtausch mit Ex Politiker Oskar Lafontaine
DJ Dominik Wachta kritisiert Russen Propaganda & Israel Bashing
- Dominik Wachta, der Mann hinter DJ Dominik Wachta & friends, ist eigentlich Pazifist und Teil der politischen Mitte. Bei Oskar Lafontaine´s Russen-Propaganda und Israel Bashing geht dem Star Deejay aber das Geimpfte auf.
- Foto: privat
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Das dürfte eine der politischten Ansagen sein, die der bekannte Modelmanager und DJ Dominik Wachta je öffentlich gemacht hat. Der Frontmann von DJ Dominik Wachta & friends, mit immerhin zehn Nummer 1 Hits in europäischen Deejay und Hörercharts, nimmt sich auf Facebook Oskar Lafontaine vor und findet dabei ungewöhnlich deutliche Worte.
Auslöser ist ein Text Lafontaines mit dem Titel „Die Steigbügelhalter des Faschismus“. Darin kritisiert der ehemalige SPD Vorsitzende die deutsche Außen und Sicherheitspolitik, die Unterstützung der Ukraine und Israels sowie den Umgang mit der AfD. Besonders hart geht Lafontaine mit jenen Parteien ins Gericht, die an der sogenannten Brandmauer zur AfD festhalten.
Wachta will seine Kritik allerdings ausdrücklich nicht als klassischen Schlagabtausch zwischen links und rechts verstanden wissen. Er bezeichnet sich selbst als Mann der politischen Mitte und als Humanisten. Auch die Politik des Westens dürfe seiner Meinung nach kritisiert werden. Gleiches gelte für die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu. Für Wachta gibt es allerdings eine Grenze. Kritik dürfe nicht dazu führen, dass entscheidende Fakten ausgeblendet werden. Genau das wirft er Lafontaine vor.
„Unfassbar Herr Lafontaine“, beginnt Wachta seine Reaktion auf dessen Facebook Post. Er habe Lafontaine ebenso wie Sahra Wagenknecht früher für intelligente Menschen gehalten. Was Lafontaine mittlerweile über Russland und Israel verbreite, gehe für ihn jedoch „auf keine Kuhhaut mehr“.
Vor allem beim Ukraine Krieg liegen die beiden weit auseinander. Lafontaine kritisiert seit Jahren die westliche Politik gegenüber Russland und die zunehmende Aufrüstung. Wachta hält dagegen und erinnert daran, dass Russland den Krieg begonnen hat. Dass der Westen zuvor Fehler gemacht haben könne, bestreitet er dabei prinzipiell nicht. Für ihn ändert das aber nichts an den Tatsachen wie der Angriffskrieges begonnen hat und dass Putin für den Tod von 100.000 den Menschen verantwortlich ist.
Auch bei Israel wird Wachta deutlich. Er kritisiert Lafontaines Darstellung des Konflikts als zu einseitig und greift dabei zu einer besonders drastischen Formulierung. Sinngemäß wirft er Lafontaine vor, dessen Positionen zu Israel seien derart extrem, dass er sich „seiner Meinung nach gleich ein Hakenkreuz aufmalen“ könne. Eine Aussage, die bewusst provoziert und entsprechend schwer wiegt.
Wachta stellt gleichzeitig klar, dass diese Kritik keineswegs bedeutet, dass er die Politik Netanjahus gutheißt. Im Gegenteil. Auch Israels Regierung müsse kritisiert werden können. Für ihn ist aber der Ausgangspunkt des aktuellen Konflikts entscheidend: der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem zahlreiche Menschen getötet und Geiseln verschleppt wurden. Genau diese Trennung vermisst Wachta bei Lafontaine. Wer Israels Vorgehen kritisiere, dürfe den Hamas Terror nicht einfach aus der Geschichte des Konflikts herauslösen. „Wer dafür keine klaren Worte findet, sollte besser komplett schweigen“, schreibt Wachta.
Damit stehen sich zwei sehr unterschiedliche politische Sichtweisen gegenüber. Lafontaine warnt vor immer mehr Aufrüstung und sieht in der deutschen Politik eine Entwicklung, die aus seiner Sicht gefährliche historische Parallelen aufweist. Wachta wiederum hält Lafontaines Umgang mit Russland und Israel für grundlegend falsch und wirft ihm vor, wichtige Zusammenhänge auszublenden.
Bemerkenswert ist dabei, dass Wachta selbst keinen politischen Freibrief für die westliche oder israelische Politik ausstellt. Seine Position lautet vielmehr, dass Kritik an mehreren Dingen gleichzeitig möglich sein müsse. Man kann die Politik Netanjahus kritisieren und trotzdem den Hamas Terror eindeutig verurteilen. Man kann Fehler des Westens benennen und trotzdem klar feststellen, dass Russland den Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat. Genau diese Differenzierung scheint für Wachta der entscheidende Punkt zu sein.
Ob man seine Wortwahl nun für berechtigt oder etwas überzogen hält, eines steht fest: Besonders zurückhaltend fällt seine Abrechnung mit Lafontaine nicht aus. Vor allem der Vergleich mit dem Hakenkreuz dürfte für Diskussionen sorgen. Damit verlässt Wachta bewusst die Ebene einer normalen politischen Auseinandersetzung und greift zu einer Formulierung, die maximale Provokation beinhaltet. Und das obwohl er eigentlich den ehemaligen SPD Politiker früher durchaus geschätzt haben dürfte.
Auch Lafontaines Text ist alles andere als zurückhaltend. Mit dem Begriff „Steigbügelhalter des Faschismus“ richtet er sich ausgerechnet gegen Parteien, die sich selbst als demokratische Mitte verstehen. Gleichzeitig stellt er das Bündnis Sahra Wagenknecht als politische Kraft dar, die sich besonders konsequent gegen Krieg und Aufrüstung stelle, und macht CDU, SPD, Grüne und Linke für die Stärke der AfD mitverantwortlich.
Der Streit zeigt damit vor allem eines: Bei den Themen Russland, Ukraine, Israel, Aufrüstung und AfD verlaufen die politischen Gräben inzwischen tief. Und sie verlaufen längst nicht mehr ausschließlich zwischen den klassischen Lagern. Ausgerechnet beim Thema Krieg und Frieden, das Oskar Lafontaine seit Jahrzehnten politisch begleitet, kommt es nun zu einem offenen Schlagabtausch mit dem österreichischen Star DJ und Modelmanager, der sich selbst in der politischen Mitte verortet und für Frieden einsteht.
Leise ist Dominik Wachta dabei jedenfalls nicht geblieben. Und das dürfte bei dieser Wortwahl auch noch für einige Diskussionen sorgen.
Quelle: Wochenblatt Reporter
https://www.wochenblatt-reporter.de/wochenblatt-kaiserslautern/c-community/malen-sie-sich-doch-gleich-ein-hakenkreuz-auf_a858871
Bürgerreporter:in:Peter Hellbeck aus Hamburg |
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