Kirchliche Bräuche
Totenkronen
- ausgestellt im Schocken Museum, Chemnitz
- hochgeladen von Yvonne Rollert
Eine Totenkronen erhielten unverheiratete Jungen und Mädchen, aber auch Säuglingen und Kleinkindern mit ins Grab. Sie hielten diese in der Hand oder sie stand am Kopfende. Heirat war damals das wichtigste Tag im Leben, zu sterben ohne zu heiraten, war damals ein unvollkommens Leben. Die Hochzeit sollte nachgeholt werden, um das Seelenheil nicht zu gefährden, eine Hochzeit im Himmel. Dieser kirchliche Brauch hielt vom 16. Jh. bis Mitte des 19. Jh. Die Totenkronen legten die Verwandten bis ins 17. Jh mit in das Grab. In den späteren Jahrhunderten, aufbewahrt in der lokalen Kirche, hinter Glas oder auf einem Sims. Das war bei beiden Konfessionen Brauch und galt für beide Geschlechter. Die Mode und die finanzielle Situation bestimmte die Ausfertigung. Material waren Draht, Blätter aus Papier oder echte, Pflanzenteile, manchmal Perlen und Seidenbänder.
Fundort: Dresdner Frauenkirche, Datierung zwischen 1565-1715
Bürgerreporter:in:Yvonne Rollert aus Halle |
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