Am Mittwoch 19. März 2025, 18.00, zelebriert S. E. Diözesan- und Militärbischof emer. Dr. Walter Mixa in der Filialkirche St. Thomas, der katholischen Expositur in Gunzenheim vor dem Gnadenbild Maria im Strahlenkranz einen Festgottesdienst
zum Josefitag: bis 1968 in Bayern gesetzlicher und gewichtiger Feiertag.
Die Kesseltaler Weisenbläser und Organistin Erna Dirschinger gestalten den musikalischen Rahmen in der schmucken Wallfahrtskirche zum Höhepunkt im, dem Nährvater Jesu geweihten Monat März.
Wenns erst amoi Josefi is, so endet aa da Winter g'wiß! so lautet eine alte Bauernregel – oder auch Ist‘s am Josefstage schön, wird ein gutes Jahr man sehn. Bei den Bauern galt der Josefitag als wichtiger Lostag für das Wetter: es sollte der Hafer gebaut sein und von nun an ging man wieder ohne Licht in den Stall.
Viele Bauernregeln und so manche Bräuche, ja sogar eine Josefs Partei halten diesen Tag in fester Erinnerung und zeigen, dass auch außerhalb der Kirche größte Wertschätzung besteht.
Eine Josefstorte, aus der Überlieferung bekannt, gibt eine kulinarische Note, auf dem Hl. Berg in Andechs, erhalten alle Josefs, Beppis, Sepperl oder Josefas und Josefinen an seinem Gedenktag ein Freibier und auf den Wendelstein eine Freifahrt.
Der Überlieferung nach entstammte Josef dem königlichen Davisgeschlecht. Seit dem 10. Jahrhundert gilt der 19. März als sein Gedenktag, auch wenn seine Verehrung erst viel später begann. Der Feiertag selbst geht zurück auf die Habsburger. Nachdem Kaiser Ferdinand II. 1620 mit einem Josefs-Bild in die Schlacht gegen die pfälzisch-böhmische Armee gezogen war und am Weißen Berg den Sieg errang, erklärten die Habsburger den Hl. Josef zu ihrem Hauspatron und den 19. März zum Feiertag. Im Jahr 1676 wurde Josef zum Hauptpatron des römischen Reiches und Papst Pius IX. ernannte ihn 1870 zum Schutzheiligen der ganzen Kirche. Papst Pius XI. machte den Zimmermann aus Nazareth 1937 zum Patron Aller, die gegen den Kommunismus kämpfen und Pius der XII. führte schließlich 1955 das Fest Hl. Josef der Arbeiter am 1. Mai ein.
Während sich dieser Feiertag mit Maibaumaufstellen und Maitanz nie als Gedenktag durchsetzen konnte, stand der Josefitag, also der Namenstag am 19. März, bei der Landbevölkerung rot im Kalender. Sogar gegen die Nazis, die 1934 per Reichsgesetz zahlreiche christliche Feiertage abschaffen wollten, konnte sich der Heilige durchsetzen.
Josefi wurde weiterhin mit Arbeitsruhe, auch für Dienstboten, Polen und Kriegsgefangene gefeiert.
Lange Zeit hatte der Heilige einen wichtigen Platz im bayerischen Brauchtum. An Josefi wurden die Josefi-Kücherl verteilt, die jungen Mädchen bekamen Josefi-Kränze als Zeichen der Jungfräulichkeit und Ehepaare steckten sich die Josefiringe an, die sie vor Versuchungen bewahren sollten. Nicht zu vergessen die Josefi-Feiern und Josefi-Märkte, die allerorten abgehalten wurden.
In einem handgeschriebenen Kochbuch der Pfarrersköchin Karoline Biller aus Grafenau ist die Speisefnolge eines opulenten Menüs am Josefitag 1869 dokumentiert. Daran lässt sich erkennen, welche Bedeutung diesem Tag beigemessen wurde:
01. Schühsuppe mit Mauracherl
02. Spanfackl mit Senf und Oraschn
03. Eingemachte Zung mit Butterbögen
04. Rindfleisch mit gelben Rüben und Monatredig
05. Blaukraut mit greicherter Zung
06. Auerhahn mit Kapern und Hagebuttensouce und Glaskrapfen
07. Bießquittbuding mit Weinschott
08. Kapaunen mit Zelleren grünen Salat und gelbe Rüben
09. Rahmschnee mit Fingerhollippen
10. Aufgesetzte Torte und verschiedenes Konfekt
11. Wein und Kaffee
Wie die Aufstellung erkennen lässt, waren hier wohl wirklich ausdauernde Esser gefordert.
Heute ist der Josefitag zwar kein Feiertag mehr, doch in den vergangenen Jahren gewann er langsam, jedoch stetig wieder seinen Platz in den Herzen der Bevölkerung zurück. Zu verdanken ist das auch den zahlreichen Josefimärkten, die in den vergangenen Jahren in Altbayern wiederbelebt wurden. Lange war diese Zeit der Märkte vorbei. So auch in Wiesent, im Landkreis Regensburg. Doch vor 19 Jahren haben sich die Wiesenter entschlossen, den traditionellen Markt wieder aufleben zu lassen. Heute hat er sich zu einem der größten Josefimärkte der Oberpfalz entwickelt.
Tausende von Besuchern aus nah und fern genießen das Markttreiben rund um das imposante Schloss. Über 100 Aussteller und Fieranten bieten dort heute ihre Waren an, im Schloss zeigen Hobbykünstler ihre Werke, in lebenden Werkstätten kann man Korbflechter und Klöpplerinnen bei ihrer Arbeit beobachten oder beim Drechseln, Wasserschleifen, Skulpturen sägen, Schauschmieden und Stoffdrucken zuschauen. Am Dorfplatz sind Tische und Bänke aufgebaut, um verschiedensten Schmankerln zu probieren. Dazu gibt’s viel Musik und ein buntes Rahmenprogramm. Eröffnet wird der Markt um 10.30 Uhr mit der Begrüßung der Marktbeschicker und einem Musikalischen Frühschoppen mit Blasmusik.
Auch wenn 1968 der Josefitag als gesetzlicher Feiertag im Freistaat abgeschafft wurde, ist noch nicht Alles verloren. Einige Unentwegte kämpfen für die Wiedereinsetzung des Josefstages als anerkannten Feiertag. Es sind die Mitglieder der Königlich-Bayerischen-Josefspartei, die ihren Stammsitz im schwäbischen Aichach hat. Und für die weltweit mehr als 6000 Parteimitglieder gilt: In einer schweren Zeit, in der Gewalt und Unrecht immer mehr die Macht ergreifen, haben sich aufrechte, g’standene und verantwortungsbewusste bayerische Bürger zusammengefunden, um alte Sitten, alten Brauch und alte Feiertage zu pflegen. Jedes Parteimitglied darf seinen Vornamen um ein Josef erweitern. Ausgeschlossen wird nur, wer den Josefitag nicht feiert. Denn das Partei-Motto lautet: Ob Inder oder Friese – Josef ist jeder gern!
Aus dem Leben des Hl. Josef ist nur sehr wenig bekannt: nicht einmal sein Grab oder seine Reliquien. Dennoch wurde und wird der Heilige des schweigenden Gehorsams und der gewissenhaften Pflichterfüllung hoch verehrt, galt so für Viele als Vorbild. Der einfache Zimmermann aus Nazareth stand der jungen Maria, die ein Kind erwartete, zur Seite, wird damit auch als Nährvater von Jesus bezeichnet.
Der Name Josef (Joseph) stammt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie Gott möge Hinzufügen, weshalb er auch Josef der Vermehrer genannt wird. Ein Vergleich mit dem römischen Kalender zeigt die alte Feier des Festes der Minerva, der Göttin der Handwerker, am 19. März.
In der Ostkirche wurde Josef schon sehr früh als Heiliger verehrt, in der Westkirche dagegen erst ab etwa 850 und nur sehr zögernd, da das juristische Vaterschaftsverhältnis im Mittelalter als schwer verständlich galt. Eine theologische Profilierung seiner Persönlichkeit als Vater Christi sowie Ehemann der Maria und Verteidiger ihrer Jungfräulichkeit (Defensor virginitatis) setzte ab dem 15. Jahrhundert bei Gerson, d’Ailly und Bernhardin von Siena ein. Seit dem 17. Jahrhundert wurde der Hl. Josef, der Überlieferung zufolge im Schoß Mariens und im Beisein Jesu gestorben, zum Schutzpatron der Sterbenden; seine Verehrung als Zuflucht für Sterbende (Refugium agonizantum) wurde neben den Karmeliten besonders von den Jesuiten gefördert.
Papst Leo XIII. empfahl in seiner Enzyklika Quamquam pluries vom 15. August 1889 die Josefsverehrung nachdrücklich. An diese Enzyklika erinnerte Papst Johannes Paul II. zum 100. Jahrestag am 15. August 1989 mit dem apostolischen Schreiben Redemptoris custos. Im 20. Jahrhundert wurden dem Hl. Josef mehr katholische Kirchen gewidmet als irgendeinem anderen Heiligen (marianische Patrozinien ausgenommen). Bestimmte kirchliche Einrichtungen werden nach seinem Patronat als Josefinum bezeichnet. Seit 1679 war Josef Schutzpatron der Spanischen Niederlande, heute gilt er als Schutzpatron Belgiens und der Kroaten. Seit 1924 erfährt er auch eine besondere Verehrung in Ostasien, die auf seinen Titel als Schutzpatron der Missionen in China zurückgeht: Er steht für Demut, Einfachheit, Authentizität, Fleiß und Gehorsam, alles Tugenden, die in der chinesischen Kultur und Tradition als äußerst wichtig gelten. Insbesondere hat auch seine stille Hingabe an Maria und Jesus einen besonderen Wert für die chinesischen Katholiken und deren Spiritualität.
Josef war in der äußerst knappen biblischen Überlieferung als Bauhandwerker tätig und gilt so traditionell als Patron der Arbeiter, insbesondere der Zimmerleute und Holzfäller. Er gilt auch als Schutzpatron der Jungfrauen und der Eheleute. Die Einfügung des Gedenktags in den liturgischen Kalender war eine Reaktion der Kirche auf die soziale Bewegung.
Josef wurde von Papst Johannes XXIII. neben der Gottesmutter Maria zum besonderen Schutzpatron des Zweiten Vatikanischen Konzils bestimmt und seine Anrufung in das Hochgebet, den Canon Missae, eingefügt. Mit Dekret der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vom 1. Mai 2013 wurde die Erwähnung Josefs auch für die Hochgebete II bis IV verfügt.
150 Jahre nach der Erhebung zum Schutzpatron der Kirche rief Papst Franziskus am 8. Dezember 2020 ein Jahr des Hl. Josef aus und veröffentlichte das Apostolische Schreiben Patris corde. In die Litanei vom Hl. Josef ließ Papst Franziskus am 1. Mai 2021 sieben neue Invokationen einfügen: Custos Redemptoris (Behüter des Erlösers), Serve Christi (Diener Christi), Minister salutis (Diener des Heils), Fulcimen in difficultatibus (Helfer in Schwierigkeiten), Patrone exsulum (Patron der Exilierten), Patrone afflictorum (Patron der Bedrängten) und Patrone pauperum (Patron der Armen).
Erich Neumann, freier investigativer Journalist www.cmp-medien.de
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Bürgerreporter:in:Erich Neumann aus Kempten |