Verkehrspolitik in Elz
Wahlkamfgetöse statt Lösungsansätze
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(Zum Artikel vom18.09.2025 in der Nassauischen Neuen Presse)
Die Elzer CDU gräbt nicht nur das längst beerdigt geglaubte Thema "Umgehungsstraße" wieder aus. Sie möchte auch den Bürgermeister (ebenfalls CDU) per Dringlichkeitsantrag dazu bringen, mit seinen Amtskollegen in den Nachbargemeinden über das Thema zu sprechen. Selbst wenn man außer acht lässt, dass Matthias Schmidt natürlich jederzeit auch ohne Auftrag mit den anderen Bürgermeistern sprechen darf, drängen sich zwei Fragen auf:
1. Hat die Elzer CDU die Verkehrssituation in Elz zu lange verschlafen und muss jetzt in hektischen Aktionismus verfallen? Das wäre schlimm.
2. Oder hält sie die Elzer Wählerinnen und Wähler für so dumm, dass sie dieses Manöver nicht als bloßes Wahlkampf-Getöse durchschauen? Das wäre sogar noch schlimmer.
Die Idee einer Umgehungsstraße ist schon sehr alt. Und dass die Verkehrssituation in Elz mitunter unerträglich ist, ist ebenfalls keine Erkenntnis von Vorgestern. Heute weiß man aber auch, dass mehr Straßen immer auch mehr (Auto-) Verkehr bringen. Diese Erfahrung konnten zuletzt die Berliner machen, deren neue Stadtautobahn (Kosten: über 1,8 Milliarden Euro) bereits in den ersten Tagen wegen Überlastung wieder gesperrt werden musste.
Deshalb sollte auch das Thema Umgehungsstraße nochmal eindringlich diskutiert und nicht per Eilantrag durch die Gemeindevertretung geprügelt werden.
Für eine echte Entlastung bräuchte Elz eigentlich zwei Umgehungsstraßen (Ost- und Westtrasse). Beide entlasten zwar die Ortsmitte, führen aber auch mehr Verkehr näher an Wohngebiete heran, die bisher von Abgasen und Lärm verschont geblieben sind. Sie zerstören wertvolle Grünflächen und beschränken die weitere Ortsentwicklung massiv. Zudem ist völlig unklar, wer die enormen Investitionskosten stemmen soll.
Das Traurige an der jetzt wieder losgetreten Situation ist aber etwas anderes: Seit zwei Jahren liegt schon ein Nahmobilitätsplan für Elz vor, der zahlreiche Maßnahmen enthält, die die Verkehrssituation in Elz deutlich verbessern würden. Leider wird die Umsetzung seither durch den Bürgermeister verschleppt. Schließlich hat der Plan seinen Ursprung auch in einem Antrag der Bürgerliste. Vielleicht sollten wir den Nahmobilitätsplan per Dringlichkeitsantrag mal wieder in Erinnerung bringen?
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