Marschbahn
Gepäck vor Personen im Zug nach Westerland
- Foto: Beispielbild von Wikipedia
- hochgeladen von Olaf Kipp
Elmshorn. In einer stark ausgelasteten Bahnverbindung von Elmshorn in Richtung Westerland kam es am Mittwochvormittag zu Unmut unter mehreren Fahrgästen. Während zahlreiche Reisende angesichts des vollen Zuges ihr Gepäck rücksichtsvoll verstauten und dadurch Sitzplätze freimachten, weigerten sich einzelne Fahrgäste, ihre Koffer von den Sitzen zu nehmen.
Mehrere Personen wurden gebeten, ihre Gepäckstücke nach Möglichkeit unter den Sitzen oder an geeigneten Stellen zu verstauen, damit die belegten Sitzplätze für Mitreisende zur Verfügung stehen. Statt dieser Bitte nachzukommen, reagierten einzelne Reisende ablehnend. Unter anderem fiel die Aussage: „Sie können ja woanders einen Sitzplatz suchen.“
Auf den Hinweis, dass ein Gepäckstück weder eine Fahrkarte noch eine Sitzplatzreservierung habe und ein Sitzplatz deshalb nicht unnötig durch einen Koffer blockiert werden sollte, wurde entgegnet, unter dem Sitz befänden sich bereits andere Koffer und man werde das eigene Gepäck nicht herunterstellen.
Besonders problematisch war, dass zeitweise auch ein Koffer im Gang beziehungsweise Fluchtweg stand. Mehrere Fahrgäste wandten sich deshalb an den Zugbegleiter. Dieser stellte nach Angaben der Beteiligten klar, dass Gepäck weder den Gang blockieren noch auf Sitzplätzen abgestellt werden sollte. Dennoch wurde ein Gepäckstück anschließend lediglich aus dem Gang genommen und wieder auf einem Sitzplatz abgestellt.
Der Zugbegleiter zeigte Verständnis für die Beschwerden, hatte aufgrund der Situation im eingesetzten Zug jedoch nur begrenzte Möglichkeiten. Gleichzeitig wies er auf ein grundsätzliches Problem hin: Die derzeit eingesetzten Fahrzeuge seien aufgrund ihrer Bauweise für diese stark frequentierte Strecke nicht optimal geeignet. Sinngemäß erklärte er, man müsse derzeit mit den Fahrzeugen arbeiten, die zur Verfügung stünden.
Gerade auf einer stark ausgelasteten Verbindung in Richtung Westerland ist gegenseitige Rücksichtnahme wichtig. Wenn Menschen stehen müssen, während Gepäckstücke Sitzplätze belegen, sorgt das verständlicherweise für Ärger. Gepäck sollte nicht wichtiger sein als ein Sitzplatz für einen Mitreisenden. Flucht- und Verkehrswege müssen zudem frei bleiben.
Dabei darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass sich andere Reisende vorbildlich verhielten: Auf die freundliche Bitte hin verstauten sie ihre Taschen und Koffer sofort anders und machten dadurch Sitzplätze für weitere Fahrgäste frei.
Der Vorfall zeigt damit auch, dass es anders geht: Ein wenig Rücksichtnahme und gegenseitiger Respekt können gerade in einem vollen Zug viel dazu beitragen, dass die Reise für alle Beteiligten angenehmer wird.
Bürgerreporter:in:Olaf Kipp aus Elmshorn |
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